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Potsdam Rosalina und das Wunder eines Lächelns
Lokales Potsdam Rosalina und das Wunder eines Lächelns
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09:15 26.01.2017
Rosalina sitzt bei Ulrike Mortsiefer, von den Friedensdorf-Kindern „Tante Doktor“ genannt, auf dem Schoß, während sie Christiane Laepple, Oberärztin auf der Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie, und Petra Degenhardt, Chefärztin der Kinderchirurgie, untersuchen. Quelle: Christel Köster
Potsdam

Rosalina kann wieder zwinkern. Das ist ein kleines Wunder, denn um das dreijährige Mädchen stand es noch vor wenigen Wochen schlecht. Zu Hause in Rosalinas Dorf tief drinnen in der angolanischen Provinz war es passiert: Vermutlich ging ein Ofen in die Luft, eine Stichflamme traf Rosalina, verbrannte ihre Augenlider, das Näschen, die linke Wange, die Stirn, die linke Schläfe bis weit hinein in die dichten, schwarzen Locken. Von Rosalinas kleinem Gesicht blieb kaum mehr als eine große Wunde – eine Wunde, die in Angola zwar versorgt wurde, die aber nicht heilte. Monatelang nicht.

Vier Fachbereiche kümmern sich um Rosalina

Angola ist ein armes Land. Jährlich sterben dort Tausende an heilbaren Krankheiten, etwa an Durchfällen und Infektionen. Für Rosalina war es wohl die Rettung, dass die Aktivisten vom Verein Friedensdorf regelmäßig in Kriegs- und Krisengebiete und so auch nach Angola fliegen und Kinder nach Deutschland holen, die in ihrer Heimat nicht behandelt werden können. Möglich sind diese Hilfseinsätze durch Spenden und Partner wie das Potsdamer Klinikum „Ernst von Bergmann“. Hier wurde Rosalina Ende November vorgestellt. Für die kleine, weit gereiste Patientin hat sich am Klinikum ein interdisziplinäres Team aus den Fachbereichen Plastische Chirurgie, Kinderchirurgie, Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie (MKG) sowie Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde zusammengefunden. Die Ärzte, Schwestern und Pfleger haben für Rosalina Überstunden geschoben und zum Teil in ihrer Freizeit gearbeitet, sagt Petra Degenhardt, Chefärztin der Klinik für Kinderchirurgie. Rosalina sei vielen ans Herz gewachsen.

Hätte sie keine Hilfe bekommen, wäre sie erblindet

Drei Operationen à drei Stunden und etliche Verbandswechsel unter Narkose hat die Kleine inzwischen hinter sich. Die Potsdamer Ärzte haben ihr unter anderem Haut aus der Leiste transplantiert, um die große Stirnwunde zu schließen. Ein weiteres Ziel war, die Lider so zu rekonstruieren, dass Rosalina wieder die Augen schließen kann. „Hätte sie keine Hilfe bekommen, wäre sie langsam erblindet“, sagt Christiane Laepple, Oberärztin an der MKG. Auch für sie ist Rosalina eine besondere Patientin – und Spielfreundin. Denn weil die Dreijährige während des vierwöchigen Klinikaufenthalts einen multiresistenten Keim hatte, kam sie in eine Art Quarantäne. Ohne andere Kinder, ganz allein auf dem Zimmer – da wird die Zeit lang. Christiane Laepple besuchte Rosalina so oft es ging, spielte mit Bausteinen mit ihr, tanzte mit ihr, las ihr vor. „Sie ist neugierig auf jedes neue Wort und so stolz, wenn sie es selbst aussprechen kann“, sagt Christiane Laepple. Und natürlich stehe Schokolade hoch im Kurs. Schooo-kooo-lade! Hört sie nur das Wort, lacht Rosalina und zwinkert schelmisch.

Die nächsten Operationen werden schon geplant

Dieses Zwinkern, das es vor ein paar Wochen noch nicht gab, nahmen die Ärzte am Mittwoch unter die Lupe. Rosalina, die im Friedensdorf Oberhausen (Nordrhein-Westfalen) wohnt, war zur Nachuntersuchung nach Potsdam gebracht worden. Die Heilung verläuft bislang gut, sagen die Ärzte und planen längst weiter. Denn so süß Rosalinas schiefes Lächeln auch ist, für das Mädchen ist es auch eine Beschwernis. Die ersten, tiefen Narben, die sich nach dem Unfall rund um den Mund gebildet haben, spannen. Rosalina kann die Lippen kaum bewegen, was das Sprechen, Essen und Trinken schwer macht. Bei einer weiteren OP in vier Wochen wollen das die Bergmann-Ärzte korrigieren. Dann ist vielleicht auch Rosalinas Nase dran. Das steht aber noch nicht fest. Genauso wie der Termin für den Heimflug zu ihren Eltern und acht Geschwistern nach Angola. Im Mai könnte es soweit sein. Dann wird Rosalina vier Jahre alt.

Das Friedensdorf in Oberhausen

Der Verein Friedensdorf holt Kinder aus Krisen- und Kriegsgebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland.

Oberhausener Bürger haben den Verein 1967 gegründet. Noch im gleichen Jahr entstanden die ersten Gebäude des Friedensdorfes und erste Kinder zogen ein.

Anlass war damals der Sechs-Tage-Krieg zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn. Vietnam wurde zum zweiten Einsatzgebiet.

Einsatzgebiete waren und sind u.a. Kambodscha, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgistan, Angola, Afghanistan, Armenien und Georgien. Heute gibt es auch in einigen Heimatländern der Kinder Friedensdörfer. nf

Von Nadine Fabian

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