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Potsdam Royale Premiere bei der Bundeswehr in Geltow
Lokales Potsdam Royale Premiere bei der Bundeswehr in Geltow
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00:25 24.05.2019
Königin Máxima hat sich im Einsatzführungskommando der Bundeswehr in Geltow über die Betreuung der Familien informiert, die Angehörige im Auslandseinsatz haben. Quelle: Bernd Gartenschläger
Geltow

Ein Marineoffizier des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Geltow strafft sich und salutiert vor der Königin der Niederlande. Máxima wirkt vom militärischen Gruß beinahe überrascht, hält inne und lächelt. Dann gibt sie dem Offizier die Hand und folgt gemeinsam mit ihrem Gatten König Willem-Alexander seiner Einladung in das Kommandogebäude im Eichenwald am Rand von Potsdam.

Staatsoberhäupter haben das Einsatzführungskommando der Bundeswehr schon oft besucht – ein echtes Königspaar war in der Henning-von-Tresckow-Kaserne noch nie zu Gast.

Engere Zusammenarbeit beider Streitkräfte vereinbart

Hier werden die Auslandseinsätze der Bundeswehr koordiniert, die vielerorts gemeinsam mit den Truppen der Niederländer stationiert ist. Die Armeen beider Staaten sind immer enger miteinander verzahnt, seit 1995 das Erste Deutsch-Niederländische Korps aufgestellt worden ist. Schon vor der Ankunft des Königspaars am Dienstagnachmittag gab es einen Arbeitsbesuch der Verteidigungsministerinnen beider Länder, Ursula von der Leyen und Ank Bijlevild-Schouten in Berlin und Geltow.

Máxima und Willem-Alexander mit Ministerpräsident Dietmar Woidke (r.), sowie Ursula von der Leyen und Ank Bijlevild-Schouten (l.), den Verteidigungsministerinnen Deutschlands und der Niederlande. Quelle: Christoph Soeder/dpa

Auch wurde an diesem Nachmittag eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach das Militär beider Staaten künftig noch enger zusammen arbeiten wolle – etwa bei Spezialkräften oder im Bereich „Cyber“, der digitalen Kriegsführung.

Die deutsche Verteidigungsministerin sagt, dass das Königspaar mit dem Besuch in Geltow „ein Zeichen setzen will, wie außergewöhnlich diese Kooperation zwischen den Streitkräften ist. Vor 75 Jahren waren wir Todfeinde. Heute gibt es ein solches Vertrauen, dass wir uns gegenseitig Truppenteile unterstellen“, sagt Ursula von der Leyen.

An Stehtischen im Gespräch mit Soldaten

Willem-Alexander und Máxima sagen an diesem Nachmittag nichts in die Mikrofone oder Kameras. Für sie handelt es sich um einen Arbeitsbesuch mit kurzen, nicht-öffentlichen Briefings. Hinter verschlossenen Türen informiert Generalleutnant Erich Pfeffer, Befehlshaber des Einsatzführungskommandos, darüber, wie die Zusammenarbeit der Truppen beider Staaten funktioniert. Im Flaggensaal des Kommandogebäudes trägt sich das Paar anschließend in ein Gästebuch ein.

Zwischen Flaggen der Nato-Staaten und anderer Verbündeter und einer Vitrine mit einer gebundenen Abschrift des Grundgesetzes sind zwei Stehtische platziert. Dort warten Offiziere beider Armeen, um ins Gespräch mit Máxima und Willem-Alexander zu kommen.

Die Königin will über Familienbetreuung in der Bundeswehr sprechen

An einem der Tische wird die Königin erwartet. Dort steht Martin Kasten. „Sie hat uns angefragt, sie wollte mit uns reden,“ sagt der Oberstleutnant. Er leitet das Familienbetreuungszentrum der Bundeswehr. Am Stehtisch will er Königin Máxima von der Vereinbarkeit von Familie und dem Dienst als deutscher Soldat berichten und wie diese Familien von seinen 600 Mitarbeitern darauf vorbereitet werden, wenn der Einsatz eines Angehörigen ansteht.

„Sie soll erfahren, dass es bei uns diesen Service gibt. Und ich will versuchen zu erreichen mit der Familienbetreuung der niederländischen Streitkräfte in einen Austausch zu kommen“, sagt Kasten unmittelbar vor dem Gespräch mit der Königin.

„Ich war 2017 in Litauen mit den Deutschen im Einsatz“

Am anderen Tisch steht Ruud Lenoir, Oberstleutnant der niederländischen Streitkräfte. „Ich war 2017 in Litauen mit den Deutschen im Einsatz und will meine Erfahrung mit dem König teilen“, sagt Ruud Lenoir, der stellvertretender Kommandeur des gemischten Bataillons beider Staaten in der Nato-Mission „Enhanced Forward Presence“ im Baltikum war.

„Der Grund warum ich hier bin ist zu betonen, dass der Grad, in dem unsere Verteidigungsorganisationen miteinander verbunden sind, eine neue Stufe erreicht hat“, erklärt er. Der Besuch des Königspaars in einer militärischen Einrichtung in Deutschland strahle für ihn „großen Respekt“ für die Kooperation im Feld aus.

König Willem-Alexander und Königin Máxima informieren sich im Einsatzführungskommando über die Zusammenarbeit der Truppen beider Staaten. Quelle: Bernd Gartenschläger

Kleine Panne bei der geplanten Live-Schalte ins Einsatzgebiet

Doch gerade wenn es darauf ankommen sollte, klappt es nicht so recht mit der Zusammenarbeit. Im großen Konferenzraum des Einsatzführungskommandos ist eine Live-Schaltung geplant - nach Afghanistan ins deutsche Feldlager bei Masar-e Sharif. Doch die Satellitenverbindung ist instabil. „Vielleicht ein Sandsturm?“, spekuliert ein Sprecher des Kommandos. Plan B ist die Schalte nach Litauen. Das Bild ist grobkörnig, auch diese Schalte wird kurzerhand abgesagt. „Vielleicht Regen?“, wird gescherzt.

Der Konferenzraum des Einsatzführungskommandos. Die Live-Schalte musste abgesagt werden, weil die Satellitenverbindung instabil war. Quelle: Bernd Gartenschläger

Hofnachfolge – ein Thema für Könige und Landwirte gleichermaßen

Nach dem einstündigen Besuch in Geltow geht die Reise des Königspaars weiter nach Werder, wo sie einer Debatte über den ländlichen Raum lauschen wollen. Am Nachmittag ging es in Nauen im Havelland um ein geradezu royales Thema – die Hofnachfolge. Gemeint waren hier allerdings landwirtschaftliche Betriebe. Die Niederländer waren gekommen, um sich über Entwicklungen in der Landwirtschaft und der Hofübergabe von einer Generation in die nächste zu informieren.

Am Mittwoch um 13 Uhr an Schloss Sanssouci sind Gäste willkommen

Am Mittwoch ist Potsdam an der Reihe. Nach einem Besuch in der Staatskanzlei geht es um Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur. Ganz volksnah soll es um 13 Uhr werden – an der Terrasse von Schloss Sanssouci kommen Máxima und Willem-Alexander mit allen in Kontakt, die sich herantrauen. Vor Ehrfurcht zu erstarren braucht niemand. Die Königin lächelt und gibt die Hand.

>>>So holländisch ist Potsdam

Von Peter Degener

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