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Potsdam Sportler vom Neuen Palais sollen nach Neu Fahrland
Lokales Potsdam Sportler vom Neuen Palais sollen nach Neu Fahrland
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22:20 26.01.2018
Baseball auf dem Sportplatz am Neuen Palais in Potsdam – der Platz dafür könnte bald nach Neu Fahrland verlegt werden. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Raus nach Norden: Die Potsdamer Sportvereine, die die Außenanlagen des Uni-Campus am Neuen Palais nutzen, sollen nach Neu Fahrland umziehen. Das betrifft in erster Linie die Rugby- und Baseballspieler vom Universitätssportverein Potsdam (USV), der trotz seines Namens und aktiver Sportler aus dem Hochschulwesen nicht an die Uni angegliedert ist. Nötig ist der Umzug, weil die Schlösserstiftung das Gelände westlich in der Pufferzone des Unesco-Welterbes rekonstruieren will. Lennés entlang der Lindenallee gestalteter „Westpark Sanssouci“ soll seinen Parkcharakter zurückerhalten. Dem fallen die Sportanlagen zum Opfer, aber erst, sobald Ersatz gefunden ist. Uni und Land sind bereit, die für den Lehrbetrieb notwendigen Sportplätze zu ersetzen. Rugby und Baseball gehören nicht dazu. Darum kümmert sich die Stadt, die plötzlich ein Areal fern der jetzigen Plätze bevorzugt.

„Neu Fahrland ist eine Idee vonseiten der Stadt und der Favorit“, sagt Stadtsprecher Jan Brunzlow. „Andere Sportflächen haben wir nicht, die wir so schnell ausbauen können“, begründet er. Die Studie „Sportflächenentwicklungsplanung Eiche/ Golm“, die die Stadt im März 2017 vorstellte, empfahl noch klar ein Gebiet nördlich der Kaiser-Friedrich-Straße für neue Rugby- und Baseball-Flächen. Laut Brunzlow ist diese Option nun vom Tisch.

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Der Sportplatz An der Birnenplantage im Potsdamer Ortsteil Neu Fahrland, fotografiert am 26.01.2018 Quelle: Friedrich Bungert

Die Spieler der zwei Teamsportarten teilen sich derzeit eine Fläche von 13 200 Quadratmetern hinter den Campus-Containern. Beide USV-Abteilungen bevorzugen ein nahes Ersatz-Areal – und sind von der neuen Option völlig überrascht. „Für uns ist wichtig, dass der neue Platz gut angebunden ist, vor allem für die Kinder. Wir haben ein riesiges Einzugsgebiet in Potsdam-West“, sagt Robby Lehmann von der USV-Rugby-Abteilung.

2016 feierte der Rugby-Sportverein des USV Potsdam sein 60-jähriges Bestehen. Sowohl Rugby als auch Baseball haben eine große Kinder- und Jugendabteilung. Hier im Bild: Rugby-Training der Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren auf dem Sportplatz der Uni Potsdam am Neuen Palais, aufgenommen am Quelle: Bernd Gartenschläger

„Neu Fahrland ist mir ganz neu. Das wäre für uns eine ganz schöne Umstellung“, sagt Sven Dittmann, Abteilungsleiter der USV-Baseballer Potsdam Porcupines. Langfristig sehe er dort aber Potenzial für neue Spieler. Berno Bahro vom USV-Vorstand hält Neu Fahrland für „zu weit weg, gerade um Kinder und Jugendliche aus dem Stadtgebiet zu erreichen“. Die Tennisspieler vom USV bemühen sich seit Längerem um eine eigene Lösung in Golm, berichtet Axel Nordemann: „Wir sind auf einem guten Weg und die Politik unterstützt uns dabei sehr.“

Dem Ortsbeirat Neu Fahrland wurde der Plan, den zwischen Fröbel-Kita und Badestelle vorhandenen Fußballplatz An der Birnenplantage zu erweitern, schon im Dezember vorgestellt. „Wir wurden damit überrascht. Im Prinzip spricht nichts dagegen, aber der Platz ist nur per Bus und mit einem ordentlichen Fußmarsch zu erreichen“, sagt Ortsvorsteherin Carmen Klockow (Bürgerbündnis). Perspektivisch, teilt dazu das Rathaus mit, soll die Tramstrecke bis Krampnitz mit Halt in Neu Fahrland verlängert werden.

Der Sportplatz An der Birnenplantage im Potsdamer Ortsteil Neu Fahrland bietet nach Ansicht der Stadtverwaltung in direkter Nachbarschaft genug Platz für Bedürfnisse der Rugby- und Baseball-Spieler Quelle: Friedrich Bungert

Im vorläufigen Investitionsplan des Kommunalen Immobilien Service Kis sind für die „Schaffung von Ersatzflächen (Neu Fahrland, Neues Palais)“ bereits 380 000 Euro für die Jahre 2020/21 vorgesehen. Der Wirtschaftsplan soll im Frühjahr von den Stadtverordneten beschlossen werden. Brunzlow: „Wir wollen mit den USV-Abteilungen danach weiter ins Gespräch kommen.“

Von Michaela Grimm