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Potsdam Runderneuerter Tatra-Zug rollt an
Lokales Potsdam Runderneuerter Tatra-Zug rollt an
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09:49 18.01.2017
Frisch aus Prag heimgekehrt: Der Tatra-Zug gestern auf dem Gelände des Verkehrsbetriebs in der Fritz-Zubeil-Straße. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Am Donnerstag in aller Früh wird es so weit sein: Dann geht der erste der in Prag modernisierten Tatra-Züge mit zwei Wagen auf seine Jungfernfahrt über die Potsdamer Schienen. Wahrscheinlich wird er an diesem Tag bei Verstärkerfahrten der Linien 92 und 96 zum Einsatz kommen.

Bis Mitte 2017 sollen noch fünf weitere Züge mit zehn Wagen folgen. Kostenpunkt: 3,3 Millionen Euro plus 300 000 Euro für Ausrüstungen wie neue Fahrkartenautomaten. Die sanierten Straßenbahnen werden voraussichtlich für weitere acht Jahre – also 800 000 Kilometer bis zur nächsten Hauptuntersuchung – durch Potsdam kurven.

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Einen Haken gibt es allerdings bei den runderneuerten Trams: Sie sind weiterhin nicht behindertengerecht. „Die Treppen können wir nicht wegdiskutieren“, räumte Oliver Glaser, technischer Geschäftsführer des Potsdamer Verkehrsbetriebs (ViP), gestern ein. Deshalb kommen die Bahnen nur als Verstärkung in den Spitzenzeiten im Berufsverkehr zum Einsatz, sagte Martin Grießner, der kaufmännischer Geschäftsführer des ViP ist. An Wochenenden sollen nur Niederflurbahnen fahren. Im Internet kann man sich darüber informieren, wann wochentags barrierefreie Bahnen zu Einsatz kommen.

Zahl der Fahrgäste stark angestiegen

In Empfang genommen wurde der erste Tatra-Heimkehrer gestern in der Werkstatthalle des ViP in der Fritz-Zubeil-Straße. An der Spitze des Empfangskomitees: Bürgermeister und ViP-Aufsichtsratschef Burkhard Exner (SPD), Stadtwerke-Interimschef Christian Erdmann und Milan Slunecko von den Prager Verkehrsbetrieben. Eigentlich hätten die bejahrten Tatras – immerhin Baujahr 1987 – bald aufs Abstellgleis rollen sollen. Doch der rasante Bevölkerungszuwachs machte einen Strich durch die Rechnung. „Der Weiterbetrieb der Tatras ist nötig, weil die Zahl der Fahrgäste stark angestiegen ist und wir darauf mit dem Einsatz von mehr Fahrzeugen gerade im Berufsverkehr und bei Sondervorhaben reagieren müssen“, betonte Exner, ehe er „Allzeit gute Fahrt!“ wünschte. Glaser beschrieb die Vorzüge der Tatras so: „Ein Lastenesel.“

Was genau erwartet die Fahrgäste in den Trams? Im Zuge der Sanierung sind die Fahrzeuge als erstes komplett zerlegt worden. Anschließend hat man die Wagenkästen sandgestrahlt, repariert, konserviert und neu lackiert. Auch Türen, Inneneinrichtungen und Kupplungen wurden aufgearbeitet. Im Inneren dominiert ein dezenter Farbton namens „Opalgrün“. Ebenfalls neu sind die Fußböden und die Haltestellen-Anzeigen. Türöffner und Haltewunschtaster befinden sich jetzt auf beiden Seiten der Türen. Auch für das Personal wird es weniger beschwerlich: Früher mussten die Fahrer einmal durch das ganze Fahrzeug laufen, um den Batterieschalter umzulegen. Jetzt kann man das ganz bequem vorne am Sitz machen.

Combinos sind bald dran

Als nächstes sind die Combinos dran: Acht Bahnen sollen von 30 auf 40 Meter verlängert werden. Der erste Wagen verlässt Potsdam im dritten Quartal 2017. Kostenpunkt für das Gesamtvorhaben: 14,6 Millionen Euro.

Die Werkstatthalle auf dem ViP-Gelände soll ab März um 7,50 Meter verlängert werden. Grund: die längeren Combinos.

Von Ildiko Röd

18.01.2017
17.01.2017
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