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Potsdam Rundgang über das Lichtspektakel
Lokales Potsdam Rundgang über das Lichtspektakel
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22:03 03.11.2018
Potsdamer Lichtspektakel-Licht.Kunst.Erleben. vom 02.-04.November 2018,hier Impressionen vom Freitag Abend Foto:Bernd Gartenschläger Quelle: Bernd Gartenschläger
Innenstadt

Auf dem großen Platz vor der Nikolaikirche, auf dem Alten Markt beginnt die Reise durch das Potsdamer Lichtspektakel. Die Fassaden der hohen Gebäude, die den Platz umgeben, sind bunt erleuchtet, viele hundert Menschen stehen und staunen.

Der Landtag erstrahlt von vorne in einem hellen rosa. Das gleißende Licht lässt die Konturen der Säulen und Fenster unwirklich verschwimmen. Es ist so hell, dass noch die Pflastersteine auf dem Boden vor dem Fortunator vom gespiegelten Licht schimmern.

Das Ensemble am Alten Markt ist ganz in Rottönen gehalten. Quelle: Bernd Gartenschläger

Gegenüber steht die mächtige Nikolaikirche. Die Säulen des Portikus sind ganz in ein sattes rot getaucht. Die Farbe wirkt angenehm warm, hier halten sich die Menschen gerne ein bisschen länger auf.

Stadt rechnet mit rund 100.000 Besuchern

Es scheint so, als ob heute mehr Touristen in der Stadt sind, als an einem warmen Sommertag, dabei ist es bereits um fünf Uhr nachmittags dunkel und es herrschen Temperaturen von knapp unter zehn Grad Celsius.

Die Menschen kommen wegen der Lichter. Tatsächlich rechnet die Stadt mit rund 100.000 Gästen, die am Wochenende das Lichtspektakel besuchen werden. Das Fest findet bereits zum dritten Mal statt und ist jedes Jahr gewachsen.

Das Licht-Ensemble am Alten Markt wird komplettiert durch das alte Rathaus, das heutige Potsdam-Museum schräg neben der Nikolaikirche. Auf der weißen Fassade wechseln sich alle paar Sekunden Bilder ab aus der Ausstellung „Umkämpfte Wege der Moderne – Wilhelm Schmid und die Novembergruppe“. Die Kunstwerke werden mit speziellem Licht großflächig auf die Fassade geworfen.

Auf das Potsdam-Museum werden Werke aus der aktuellen Kunstausstellung projeziert. Quelle: Bernd Gartenschläger

Zwischen Altem Markt und Innenstadt schlendern Menschen durch die Nacht. "Das Zusammenspiel von Neu und Alt gefällt mir sehr gut“, sagt Kerstin J., eine Besucherin aus Bautzen. Sie ist das erste Mal in Potsdam und staunt über die aufwändigen Lichtinstallationen an den Gebäuden.

Besonders imposant leuchtet das 60 Meter hohe Mercure-Hotel. Der Lichtkünstler Andrey Vrady zeigt Figuren aus der Botanik. Die in allen Farben über die Wand wabernden Gebilde lassen die flache Fassade beinahe lebendig wirken.

Das Mercure-Hotel wird vom russischen Lichtkünstler Anrey Vrady bespielt. Quelle: Bernd Gartenschläger

Im Vergleich zum monumentalen Hotel-Turm wirkt der ehemalige Marstall relativ blass. Der preisgekrönte Künstler Harald Tragweindl versucht es mit abstrakten Formen und Figuren, doch so recht kann er nicht überzeugen. An der Breiten Straße hat es der Marstall im Dunkeln nicht leicht. Schräg gegenüber leuchtet die Spiel-Bank, das größte Casino der Stadt. Dort herrscht ganzjährig Spektakel.

Geheimtipp Kutschstall

Ruhiger geht es am Neuen Markt und unter dem Portal des Kutschstalls zu. Hier dominieren wieder warme Farben. Die etwas abgeschiedene Lage macht die Lichtinstallation dort zu einem Geheimtipp. Nur ganz klein und in weiter Ferne sind die Lichter der Nikolaikirche und des Landtags von dort aus zu sehen.

Vorbei am grünen Naturkundemuseum und dem blau beleuchteten Stadtkanal geht es weiter zum Gebäude der Volksbank. Dort hat eine Chilenische Lichtkünstlerin ihre Version von „Hoffnung und Zusammensein“ an die Wand projeziert. Die Fassade wirkt wie eine riesige Leinwand, auf der immer wieder neue Ölgemälde entstehen. Erst Blumen ganz in rot, dann schematische Gesichter gefolgt von Phantasieformen.

Das Volksbank-Gebäude zeigt „Hoffnung und Zusammensein“ Quelle: Bernd Gartenschläger

Highlight Innenstadt

In der Innenstadt sind zwei Lichtinstallationen die absoluten Highlights des Jahres. Zum einen das NH Voltaire Hotel und zum anderen das Nauener Tor. Letzteres bietet schon ohne besondere Beleuchtung ein spektakuläres Bild ab, das Video-Mapping von Lichtkünstler Stefan Ihmig gibt dem Gebäude nun aber eine völlig neue Dimension. Die Effekte sind umwerfend: Mal scheinen sich die Steine der Mauer zu bewegen, mal fliegen dunkle Schatten durch das Tor, ehe es in dämmrigem Silber flackert. Die Menschen stehen mitten auf der Straße und verfolgen das Schauspiel minutenlang. Die Straßenbahnen, die in regelmäßigen Abständen durch das Tor fahren, müssen Schritttempo fahren, so voll ist es.

Das NH Voltaire Hotel in der Friedrich-Ebert-Straße zieht ebenfalls viele Blicke auf sich. Die historische Fassade verwandelt sich immer wieder für wenige Momente in einen riesigen Bienenstock. Dann krabbeln metergroße Insekten über das Haus und manche Zuschauer hoffen wohl insgeheim, dass die Bienen nicht plötzlich lebendig werden und von der Fassade abheben – echt genug sehen sie aus.

Im Holländischen Viertel liegen die Wurzeln des Potsdamer Lichtspektakels. Dort hat 2016 alles begonnen. In diesem Jahr ist dort wieder ein Lichtermarkt aufgebaut, es gibt Live-Musik und LED-Drinks. Dort lässt sich der Abend gemütlich ausklingen, bis um 23 Uhr die Lichtinstallationen aus geschaltet werden.

Im Holländischen Viertel ist Lichtermarkt. Dort hatte das Lichtspektakel 2016 zum ersten Mal stattgefunden. Quelle: Bernd Gartenschläger

Kleiner Tipp: Der Sonntag ist verkaufsoffen, so können Besucher die Zeit bis 17 Uhr verbummel, wenn die Lichter wieder angeschaltet werden. Mehr Infos zum Lichtspektakel gibt es hier.

Von Jonas Nayda

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