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Potsdam SVB: Darum demonstrieren wir gegen Pegida
Lokales Potsdam SVB: Darum demonstrieren wir gegen Pegida
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06:17 17.02.2016
Die Fans des SV Babelsberg engagieren sich gegen Rechts. Nun hat der Verein für Mittwoch zu einer Anti-Pegida-Demo aufgerufen.   Quelle: Jan Kuppert
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Potsdam

 Thoralf Höntze (49) ist Marketingbeauftragter des SV Babelsberg 03 und organisiert für den Fußball-Regionalligisten am Mittwochabend (17.30 Uhr) eine Demonstration gegen den Pegida-Marsch in Babelsberg. Die MAZ hat mit ihm darüber gesprochen und sich erklären lassen, warum der Fußballverein gegen die Pegida-Demo auf die Straße geht.

Thorals Höntze (ganz rechts) vom SV Babelsberg mit Mitgliedern des Refugee-Teams vom SVB. Quelle: dpa

Ist Fußball nicht eigentlich unpolitisch?

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Thoralf Höntze: Nein, Fußball ist niemals unpolitisch. Warum auch? Ich habe noch keine schlüssige Begründung gehört. Der Sport gehört zum Leben, und zum Leben gehört Politik.

Aber eine politische Demonstration gehört nicht zur Kernaufgabe eines Fußball-Vereins.

Höntze: 2012 haben wir schon gegen einen NPD-Aufmarsch am Potsdamer Hauptbahnhof demonstriert. Aktuell sind wir wieder zum Handeln gezwungen. Die Pegida will durch unseren Kiez laufen. Da müssen wir Gesicht zeigen und den Kiez um die Karl-Liebknecht-Straße schützen. Wir müssen den Weg zu unserem Stadion abschneiden, denn das ist uns heilig.

Alles Wichtige zum Demo-Mittwoch

Für Mittwoch sind insgesamt 8 Demonstrationen angemeldet. Sieben Kundgebungen richten sich gegen den Marsch der Pegida-Anhänger, die inzwischen zum sechsten Mal in Potsdam demonstrieren. Hier ein Überblick, wo und wann demonstriert wird.

Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie Mittwochabend?

Höntze: Wir und unser Mitveranstalter Concordia Nowawes haben 300 Teilnehmer angemeldet. Aber es ist schwer zu sagen, wie viele wirklich kommen.

Wie soll die Demo ablaufen?

Höntze: Wir laufen vom Karl-Liebknecht-Stadion zum Rathaus Babelsberg. Dort warten wir auf die Pegida, die sich ganz in der Nähe versammelt. Wir haben ein Auto mit zwei Lautsprechern und ein offenes Mikrofon. Das heißt, wer will, kann etwas sagen.

Quelle: Scheerbarth

Nehmen auch Spieler von Nulldrei-Mannschaften teil?

Höntze: Es sind zumindest alle informiert, die Teilnahme ist freiwillig. Aber ich hoffe, dass Spieler aus unserer Regionalliga-Mannschaft und von unserem Flüchtlings-Team Welcome United dabei sind.

Wie verhindern Sie Gewaltausbrüche?

Höntze: Wir kooperieren mit der Polizei, stellen Ordner. Wir sind verpflichtet, darauf zu achten, dass kein Demonstrant Wurfgeschosse mitführt. Glasflaschen sind untersagt. Außerdem werde ich am Anfang der Demonstration noch einmal darauf hinweisen, dass von uns keine Gewalt ausgehen darf.

11. Februar 2016: Am Mittwoch haben zum fünften Mal Anhänger der fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung demonstriert. Vier Demos stellten sich dagegen. Die Polizei war erneut mit einem Großaufgebot da.

Von Ronny Müller

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