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Potsdam Schlosstheater im Neuen Palais soll 2020 öffnen
Lokales Potsdam Schlosstheater im Neuen Palais soll 2020 öffnen
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01:16 21.01.2019
Der Kronleuchter und die Sitzflächen sind zum Schutz eingehüllt. Quelle: Julian Stähle
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Neues Palais

Das Spiel auf der Bühne in prunkvoller Atmosphäre rückt im Schlosstheater des Neuen Palais endlich in greifbare Nähe – jüngst haben dort die Sanierungsmaßnahmen begonnen und sollen im Juni 2020 abgeschlossen sein.

„Es ist ein ganz besonderes Projekt, denn es geht um den Erhalt und die Bespielung dieses Hauses – und die stand tatsächlich auf der Kippe“, sagte Ayhan Ayrilmaz, leitender Architekt der Preußischen Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Bereits 2013 wurden erhebliche Brandschutzmängel festgestellt und daher im Juli des gleichen Jahres geschlossen.

„Ursprünglich waren wir optimistisch, das Haus in diesem Jahr fertigzustellen“, sagt Ayrilmaz. Die Zeitverzögerung auf Sommer 2020 hatte sich erst Ende 2018 ergeben. Der Grund: Es fanden sich keine Bau-Firmen. Davon betroffen sind vor allem die Hauptnutzer des Theaters: das Hans-Otto-Theater (HOT), die Kammerakademie und die Musikfestspiele.Mit 230 Sitzplätzen wurde das Theater im Schnitt an 150 bis 180 Tagen im Jahr genutzt.

Potsdamer Theater müssen neu planen

Alle Institutionen müssen nun umplanen. „Ich bin dankbar, dass wir es jetzt schon wissen, weil wir jetzt eine Kurskorrektur vornehmen können. Natürlich ist auch etwas ärgerlich, aber wir nehmen es sportlich“, so HOT-Intendantin Bettina Jahnke. Insgesamt betrifft es eine komplette Produktion mit zehn Veranstaltungen inklusive Winteroper, die neu gedacht werden müssen. Sie sollen die Vorstellungen voraussichtlich in der Reithalle in der Schiffbauergasse stattfinden.

 

Das von 1763 bis 1769 im Auftrag Friedrichs des Großen (1712–1786) als Sommerresidenz und Gästeschloss errichtete Neue Palais beherbergt neben prächtigen Festsälen und aufwendig dekorierten Wohnräumen auch eines der schönsten, noch erhaltenen barocken Theater.

Auch nach den Umbauten des Zuschauerraums 1865 unter Wilhelm I. (1797–1888) und der Modernisierung der Bühnentechnik um 1929 blieb der Charakter des Theaters und die Originalsubstanz erhalten.

In den Jahren von 2014 bis 2016 wurde im Rahmen des ersten Sonderinvestitionsprogramms bereits das Dach des Theaterflügels des Neuen Palais instandgesetzt.

Das Vorhaben umfasste unter anderem die Modernisierung der denkmalgeschützten Dachkonstruktion, die Erneuerung der Dachdeckung sowie den Neubau des Bodens über der Bühne sowie zwischen Bühne und Zuschauerraum.

Die gesamte mit Holzschutzmitteln belastete Dachkonstruktion wurde gereinigt.

Auch die Kammerakademie muss sich neu sortieren. „Ich bin guter Dinge, aber wir müssen relativ hoch springen“, erklärt Alexander Hollensteiner, Geschäftsführer der Kammerakademie. Die Planungen laufen oft zwei bis drei Jahre im Voraus. Denn die Wahl der Stücke hängen auch vom Ort ab. Er hofft, dass er im nächsten Jahr weiter in der Friedenskirche spielen kann.

Im Inneren herrscht nun eifriges Schaffen. Die roten Sitzpolster und der Kronleuchter sind zum Schutz vor den Bauarbeiten eingehüllt. So werden unter anderem Brandmelder erneuert, Rettungswege gekennzeichnet, Leitungskanäle und Schächte abgeschottet sowie Türen und Zwischenwände erneuert. Auch brennbare Oberflächen wie Kunststofffenster, Gardinen und Teppiche werden getauscht. „Es ist ein großes Unterfangen und gleichzeitig wird man als Besucher am Ende wahrscheinlich nicht viel sehen. Es sind eine Reihe von Maßnahmen, die in sich greifen wie ein chirurgischer Eingriff.“

Die Herme lugen zwischen den Folien hervor. Quelle: Julian Stähle

Sicherheit im Schloss wird hergestellt

Was man bei den Arbeiten auch gefunden hat: Ein Holzschutzmittel, das in den 60er und 70er Jahren zum Schultz vor Pilzen und Insekten aufgetragen wurde und heute als gesundheitsschädlich für Menschen eingestuft wird. Es handelt sich um das DDR-Holzschutzmittel Hylotox 58. „Das ist ein Cocktail aus verschiedenen Substanzen, der sehr effektiv ist“, erklärt Ayrilmaz. Auf die Frage, ob Besucher gefährlichen Schadstoffen ausgesetzt waren, kann er Entwarnung geben: „Es war nie so, dass es hier eine große Gefährdung gab. Für Besucher die zwei, drei oder vier Stunden hier waren, hat das keine Gefahr mit sich gebracht, sonst hätten wir dieses Haus hier nicht betrieben“, versicherte er.

Höchste Priorität: Denkmal bewahren

Mit einer kompletten Erneuerung wäre man vermutlich schneller gewesen. „Das stand für uns aber nicht zur Diskussion. Das Haus ist in seinem Zustand einzigartig. An oberster Stelle stand, es zu erhalten“, so der Architektur-Leiter. Das Holzschutzmittel ist in der Stiftung bereits bekannt. „Wir sind unfreiwillig bereits zu Profis geworden“, so Ayrilmaz. Ein bewährtes Mittel soll helfen: Zuerst werden die Partien mit einem speziellen Vakuum-Waschverfahren gereinigt. Restbestände binden die Arbeiter mit einer Emulsion, sodass es im Inneren weiter vor Holzwürmern und Co geschützt ist – und Ausdünstungen nicht mehr austreten können.

2,6 Millionen Euro Kosten

Die Maßnahmen kosten rund 2,6 Millionen Euro und finanzieren sich durch das zweite Sonderinvestitionsprogramm für die preußischen Schlösser und Gärten, das der Bund sowie die Länder Brandenburg und Berlin bis 2030 für die Rettung bedeutender Denkmäler der Berliner und Potsdamer Kulturlandschaft aufgelegt haben. Es ist das erste von 60 Projekten, das in den nächsten 12 Jahren realisiert wird.

Für die Maßnahmen im Schlosstheater laufen derzeit noch vier Ausschreibungen. An dem Fertigstellungstermin Sommer 2020 hält man dennoch zuversichtlich fest. „Der Puffer ist so gesetzt, dass wir es schaffen“, sagt Ayrilmaz.

Von Anne Knappe

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