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Potsdam Berliner Coworking-Café Sankt Oberholz eröffnet Laden in Babelsberg
Lokales Potsdam Berliner Coworking-Café Sankt Oberholz eröffnet Laden in Babelsberg
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08:21 01.11.2019
Die alte Schalterhalle soll ein Café beherbergen, im Quergebäude entstehen Arbeitsräume. Zur Zeit wird saniert und umgebaut, der Start erfolgt frühestens zum Jahresbeginn. Quelle: Bernd Gartenschläger
Babelsberg

Das Berliner Coworking-Café Sankt Oberholz expandiert nach Potsdam. Wie die MAZ erfahren hat, will das Kreativ-Unternehmen Anfang kommenden Jahres eine Dependance in Babelsberg eröffnen. Im Exklusiv-Interview verrät Gründer Ansgar Oberholz, was er für Potsdam plant. Zur Zeit wird die ehemalige Postfiliale gegenüber des S-Bahnhofs umgebaut, um die räumlichen Voraussetzungen für die Eröffnung zu schaffen.

Vermieter bestätigt den Plan

Das Unternehmen selbst äußert sich noch nicht zu seinen Plänen, doch der Vermieter bejaht: „Ich kann das bestätigen“, sagt Ralf Dippner vom Babelsberger Treuinvest Immobilien Management. „Das Unternehmen will weiter expandieren und kam auf uns als Eigentümer der Immobilie zu.“

Es seien allerdings noch umfangreiche Arbeiten zu erledigen: „Die ehemalige Schalterhalle soll zum Café werden, das Quergebäude wohl als Konferenzbereich dienen“, sagt Ralf Dippner, „wir arbeiten gerade daran, dafür alles vorzubereiten.“ Auch im Außenbereich des seit mehr als einem Jahr leerstehenden Gebäudes muss noch gearbeitet werden: „Vandalismus hat leider dafür gesorgt, dass das Haus derzeit sehr ungepflegt aussieht.“

Der englische BegriffCoworking bedeutet „zusammenarbeiten“. Besonders Freiberufler und Gründer nutzen diese moderne Form des Arbeitens.

Anstelle eineseigenen Büros teilen sich Coworker einen Arbeitsraum und die Infrastruktur, also etwa Drucker und Internet.

Verschiedene Berufszweige arbeiten so direkt nebeneinander, oft entstehen neue Kontakte in den Räumen.

Mit dem Sankt Oberholz kommen Coworking-Pioniere in den Babelsberger Kiez. Schon seit 2005 besteht die erste Filiale am Rosenthaler Platz in Berlin-Mitte, mittlerweile erstreckt sie sich über die gesamte Fläche des früher zur Stehbierhallenkette Aschinger gehörenden Gebäudes. Auf rund 600 Quadratmetern gibt es ein Café, Konferenz- und Eventräume und einen Coworking-Space.

Darunter versteht man Räumlichkeiten, die Freiberufler anmieten können – ganz kurzfristig für wenige Stunden oder dauerhaft. Internet, Wasser und Kaffee sind in der Schreibtischmiete inbegriffen. So entstehen Bürogemeinschaften auf Zeit. 2015 folgte nur wenige Meter entfernt die zweite Berliner Filiale. Auch in Frankfurt (Oder) ist das Sankt Oberholz mit seiner „Blok O“ genannten Außenstelle mittlerweile vertreten.

Konkurrenten sind erfreut

In Potsdam sind bereits zwei vergleichbare Anbieter am Markt: Im „Haus am Platz“ am Kutschstallhof residiert seit Juli der Coworking-Raum Unicorn mit mehr als 200 Arbeitsplätzen; das Mietwerk hat gleich zwei Adressen am Kanal und am Hauptbahnhof. Die Preise liegen bei mindestens 250 Euro pro Arbeitsplatz im Monat.

Bei der Konkurrenz freut man sich über den neuen Anbieter: „Es braucht mehr günstige Alternativen im Coworking-Segment – und da sehen wir uns und Sankt Oberholz am selben Strang ziehen“, sagt Florian Kosak, der Geschäftsführer von Unicorn. Für sein eigenes Gebäude rechnet er in der nächsten Zeit mit einer Auslastung von 85 Prozent.

So sieht es im Berliner Café Sankt Oberholz aus. Quelle: dpa

Die beiden Mietwerk-Filialen verfügen über insgesamt rund 70 Arbeitsplätze – und die sind praktisch ausgebucht. „Ich finde es gut, wenn mehr Plätze entstehen und ich Interessenten vielleicht sogar einen anderen Ort empfehlen kann“, sagt der Mietwerk-Chef Matthias Noack. „Potsdam ist voll mit Gründern, wenn die hier nicht arbeiten können, gehen sie eben nach Berlin und genau deshalb ist jeder neue Coworking-Space ein Gewinn für uns alle.“

Nachdenklicher Ton aus dem Rechenzentrum

Einen anderen Ansatz als die Co-Worker verfolgt das Rechenzentrum in der Innenstadt. Hier können keine einzelnen voll ausgestatteten Plätze gemietet werden, sondern nur Büros ohne Ausstattung. „Es ist natürlich gut, wenn das leerstehende Postgebäude endlich wieder genutzt wird“, sagt die Managerin des Rechenzentrums, Anja Engel, „und der Bedarf an Raum in der Stadt ist weiterhin riesig.“ Sie sei allerdings unsicher, ob eine weitere Schreibtischvermietung der richtige Weg sei.

„Vorkonfektionierte Räume, die alles für das jeweilige Business bereitstellen, bieten wenig Bezug zur Stadt und zu den anderen Kreativen, die um einen herum arbeiten“, sagt Anja Engel. Das gemeinschaftliche Engagement für die Umgebung sei es aber, was die Mieter des Rechenzentrums oder die Nutzer des Atelierhauses Scholle 51 miteinander verbinde. „Es muss sich einfach zeigen, ob der Markt einen weiteren Anbieter verträgt“, so Engel.

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Von Saskia Kirf

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