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Potsdam Sascha Krämer (Linke) will Partei verjüngen
Lokales Potsdam Sascha Krämer (Linke) will Partei verjüngen
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10:03 04.09.2014
Sascha Krämer (37) ist Kreisvorsitzender der Linken und seit Mai Stadtverordneter.
Sascha Krämer (37) ist Kreisvorsitzender der Linken und seit Mai Stadtverordneter. Quelle: Volker Oelschläger
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Potsdam

Sascha Krämer, Jahrgang 1977, aufgewachsen in der Brandenburger Vorstadt, hatte für DDR-Verhältnisse eine günstige Kinderstube. Der Vater Dozent für Internationale Politik an der Akademie für Staat und Recht in Babelsberg, die Mutter bei der Staatsbank.

Mit dem Einsatz des Vaters als Kulturattaché 1984 zieht die Familie für vier Jahre nach Kuba und Nicaragua. Als der Sohn mit zwölf nach dem Mauerfall 1989 erstmals Westberlin besucht, ist er "enttäuscht". "Popelig" sei Charlottenburg im Vergleich zu Amsterdam, das er beim Zwischenstopp auf den Flügen nach Mittelamerika kennengelernt hatte. Ein Jahr wird er später in Oxford zur Schule gehen. Grund ist ein Forschungsstipendium des Vaters in der englischen Universitätsstadt. Sein Abitur macht Krämer 1995 am Espengrundgymnasium in Babelsberg.

Die Verbindungen und Kontakte des Direktkandidaten der Linken im Landtags-Wahlkreis 19 zu Politik und Verwaltung in Potsdam sind eng, fast familiär. Mit dem Umzug in die Babelsberger Uhlandstraße wurde der älteste Sohn des späteren Linke-Fraktions-Chefs Hans-Jürgen Scharfenberg zum Spielgefährten Krämers. Die Mutter ging in den 1990er Jahren in die Stadtverwaltung und arbeitete bis 2013 zunächst unter Matthias Platzeck, dann unter Jann Jakobs (beide SPD) im Büro des Oberbürgermeisters. Der Vater lehrt bis heute an der Universität Potsdam Internationale und vergleichende Politik.

Einige seiner Kollegen in der Politik kennt Krämer seit seinem Studium der Politikwissenschaften von 1999 bis 2005 an der Uni Potsdam - darunter Nils Naber (Grüne) und Mike Schubert (SPD), zwei seiner Konkurrenten im Wahlkreis 19. Auch seine Ehefrau Denise Dittrich, heute Afrika-Referentin in der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, lernte er beim Studium kennen. Berufspolitiker wollte Sascha Krämer, wie er sagt, eigentlich nicht werden. Sein Ziel war lange die zweite Reihe als wissenschaftlicher Mitarbeiter.

Diese Karriere begann 2005 als Mitarbeiter der Bundestagsabgeordneten Katrin Kuhnert. Seit Mai 2007 ist Krämer im Büro der Brandenburger Bundestagsabgeordneten Diana Golze tätig. Mit der Vereinigung von WASG und PDS zur Linken im Juni 2007 wurde er Parteimitglied. Pete Heuer, der später zur SPD gewechselte Kreisvorsitzende der Linken, gewann ihn 2008 als Autor für das Parteiblatt "Potsdams andere Seiten" und für den Kreisvorstand, Scharfenberg gewann ihn im selben Jahr für eine erste Kandidatur für die Stadtverordnetenversammlung. 2010 wurde Sascha Krämer Kreisverbands-Chef der Linken. Erklärte Ziele sind eine thematische Öffnung der Partei über das Soziale hinaus, flache Hierarchien und die Ansprache neuer Zielgruppen. Im Mai erstmals selbst zum Stadtverordneten gewählt, rechnet sich Krämer auch die Verjüngung der Fraktion mit Parteinachwuchs als persönlichen Erfolg an. Mittelfristig will er Scharfenberg als Fraktions-Chef ablösen.

Hochwasserhelfer und Fußballer in der SG Bundestag

  • Sascha Krämer, geboren am 21. April 1977 in Potsdam, wuchs in der Brandenburger Vorstadt auf und machte 1995 am Espengrundgymnasium in Babelsberg sein Abitur. 2002/03 ging er als Erasmus-Student ein Semester mit dem Schwerpunkt „Europäische Studien und der skandinavische Wohlfahrtsstaat“ an die University of Göteborg, 1999 bis 2005 absolvierte er ein Diplomstudium der Politikwissenschaften an der Universität Potsdam.
  • Seinen Wehrdienst leistete Krämer 1997 und 1998 in Dessau und Gera ab. Als Pionier war er zum Oderhochwasser 1997 in Eisenhüttenstadt als Helfer auf dem Deich eingesetzt.
  • Berufliche Stationen waren beziehungsweise sind 2005/06 das Büro der Bundestagsabgeordneten Katrin Kunert, seit 2006 die Politikberatungsfirma BabelConsult und seit 2007 das Büro der Bundestagsabgeordneten Diana Golze.
  • Seit 2005 spielt Krämer Fußball in der Sportgemeinschaft Deutscher Bundestag.
  • Im Wahlkreis 19 mit dem Potsdamer Norden, Werder und der Gemeinde Schwielowsee tritt Sascha Krämer an gegen Mike Schubert (SPD), Saskia Ludwig (CDU), Marion Vogdt (FDP), Nils Naber (Grüne), Steffen Königer (AfD), Sascha Curth (Piraten) und Edmund Müller (Einzelkandidat).

Drei Fragen an...

  1. Welche Chancen rechnen Sie sich aus?
    Ich weiß schon, dass Frau Ludwig hervorragende Chancen hat. Aber die Kommunalwahl im Mai hat gezeigt, dass wir auch im Norden Stimmen holen können. Natürlich will ich gewinnen.
  2. Ein zentrales Projekt für Ihren Wahlkreis wäre?
    Der Verkehrsverbund mit den Umlandgemeinden. Dazu gehört ein intelligentes Park-and-Ride-Konzept mit Parkhäusern etwa in Werder und einer entsprechenden Anbindung und Eintaktung des öffentlichen Nahverkehrs.
  3. Kritische Beachtung fand Ihr Fotoauftrag für den Linke-Spitzenkandidaten Christian Görke. Wie sind Sie zur Fotografie gekommen?
    Ich habe mir 2009 einen Fotoapparat gekauft, weil ich Diana Golze als Mitarbeiter beim Bundestagswahlkampf begleitet habe. Meine Frau hat mir dann einen Fotokurs geschenkt.

Von Volker Oelschläger

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