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Potsdam Saskia Ludwig (CDU) - die Traditionspflegerin
Lokales Potsdam Saskia Ludwig (CDU) - die Traditionspflegerin
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10:30 03.09.2014
CDU-Direktkandidatin Saskia Ludwig. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Werder, Bliesendorf oder Caputh: Saskia Ludwig muss immer viele Hände schütteln, wenn sie in ihrem Wahlkreis unterwegs ist. Die Chefin des CDU-Kreisverbandes Potsdam-Mittelmark scheint beliebt zu sein bei den Bürgern. Ob Blütentherme, Windräder oder Nahverkehr – die Berufspolitikerin kommt an mit ihrer sachlichen, direkten Art. Eine, die anpackt – so wie auf ihren Plakaten zu lesen ist. Sie scheut sich nicht, bei dem verregneten Wahlkampftermin der neuen Partei „Alternative für Deutschland“ in Werder mit nur wenig Zuhörern vorbeizuschauen und den Spitzenkandidaten zu begrüßen mit den Worten: „Ich wollte mal sehen, was die Konkurrenz so macht!“

Die muss die 46-Jährige in ihrem „Stammland“ eher nicht fürchten. Denn die Havelstadt ist seit Jahren Saskia Ludwigs Revier. Hier ist die promovierte Diplomkauffrau fest verankert. Nicht zuletzt als Fördermitglied in diversen Vereinen wie dem Freundeskreis für das historische Ausflugslokal Bismarckhöhe, als Vorsitzende des Clubs 99 der Fußballer oder in der Schützengilde. Nein, eine Waffe besitze sie deshalb nicht, sagt Saskia Ludwig lachend: „Ich darf immer mal einen Ehrenschuss abgeben. Ich finde diese Traditionspflege und den Zusammenhalt toll und wie hier verantwortungsbewusst Wissen an die Jüngeren weitergegeben wird.“ So eine Fördermitgliedschaft sei „eine Geste der Anerkennung“ für das, was Vereinsmitglieder ehrenamtlich leisten. „Das möchte ich unterstützen und zeige so, dass ich ansprechbar bin.“ 

DREI FRAGEN AN . . .

  1. Welche Projekte wollen Sie im Falle des Erfolgs in Ihrem Wahlkreis voranbringen? Zum einen den Tunnel in Werder. Die Bahnunterführung in der Eisenbahnstraße ist wichtig für die Anbindung des neuen Wohngebietes Havelauen an die Stadt Werder und für künftige Thermenbesucher. Die Schranke ist ein großes Hindernis. Sie ist mehrmals am Tag geschlossen, und das kostet viel Wartezeit. Ich will mich auch weiterhin für die Erhaltung und Förderung des Obstbaus einsetzen. Die Besonderheiten des ländlichen Raums im Potsdamer Norden müssen sich auch in den Entscheidungen der Politik widerspiegeln, etwa der Hundesteuer.
  2. Wie wollen Sie diese Ziele umsetzen? Ich hoffe, dass wir ein gutes Wahlergebnis schaffen und so stark werden, dass wir in die Regierungskoalition eintreten und dann für unsere Projekte werben können.
  3. Wie schaffen Sie den Spagat zwischen Ihrem Job als Berufspolitikerin und den Pflichten einer Mutter zweier kleiner Kinder? Wie andere berufstätige Mütter auch. Das ist nie leicht. Im Wahlkampf stehen natürlich besonders viele Termine an. Ich habe jetzt fast jeden Tag fünf bis sechs Termine zusätzlich zu absolvieren. Mein Ziel ist es, alle Orte in meinem Wahlkreis mindestens einmal zu besuchen und mit den Bürgern ihre Anliegen zu diskutieren. Das habe ich mit meinem Team auch bereits geschafft. „Saskia Ludwig hört zu" lautet deshalb eines meiner Angebote.

Politisiert worden ist Saskia Ludwig schon als Jugendliche in der DDR. Die Eltern der gebürtigen Potsdamerin führten ein Unternehmen in Golm. „Das war mit vielen Herausforderungen für die Familie verbunden“, erzählt sie. Und mit der Erfahrung: „Wenn die Gemeinde Unterstützung brauchte, versuchten meine Eltern zu helfen.“ Inzwischen ist die zweifache Mutter – der Sohn ist vier, die Tochter zwei Jahre alt – mit ihrem Ehemann in den Ort ihrer Kindheit zurückgekehrt und hat ein neues Ehrenamt übernommen: Seit der Kommunalwahl im Mai ist sie stellvertretende Ortsvorsteherin des Potsdamer Ortsteils Golm. Familienfreundlichkeit, schnelles Internet und maßvolles Wachstum im Einklang mit der Natur stehen hier ganz oben auf der Agenda. Ihre erste Initiative: Für jedes neugeborene Kind aus Golm einen Lebensbaum im Ort zu pflanzen.

Auf der großen politischen Bühne ist es um die gertenschlanke, sportliche Frau ruhiger geworden. Vorbei die Zeiten, als sie als kämpferische Landes- und Fraktionschefin der Christdemokraten einen zuweilen in den eigenen Reihen umstrittenen, harten Oppositionskurs gegen Rot-Rot führte. Sie wirkte eine Zeit lang im Berliner Kreis der CDU mit, deren Mitglieder angetreten waren, den konservativen Markenkern ihrer Partei zu stärken. Das hatte Saskia Ludwig 2011 auch in einem Interview in der „Jungen Freiheit“ gefordert. „Das bringen die verschiedenen Rollen mit sich“, sagt Saskia Ludwig. Sie wirkt ausgeglichen und zufrieden. „Bei mir hat jetzt die Familie Priorität.“

Und wie reagiert die Kommunalpolitikerin Frust ab, wenn’s mal Zoff gibt? „Beim Laufen. Wir trainieren gerade für den Groß-Glienicker Zwei-Seen-Lauf am 14. September“.

VERKÄUFERIN, GESCHÄFTSFÜHRERIN, BERUFSPOLITIKERIN

  • Saskia Ludwig, geboren am 23. Mai 1968 in Potsdam, verheiratet, zwei Kinder. Bis 1987 Ausbildung zur Fachverkäuferin mit Abitur bei der Handelsorganisation (HO) Potsdam. Studium an der Handelshochschule Leipzig und später an der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1995 beendet sie an der Freien Universität Berlin ihr Hauptstudium, Abschluss Diplomkauffrau. Zeitweise Geschäftsführerin der elterlichen R. Funck GmbH.
  • Ihr politisches Engagement in der CDU beginnt 1997 als Mitglied im Kreisvorstand Potsdam-Mittelmark. Von 1998 bis 2009 ist sie Kreistagsmitglied, zeitweise Fraktionschefin und seit 2002 Kreisvorsitzende der Partei. 1999 bis 2004 ist sie Vorsitzende im Landesfachausschuss Wirtschaft, 2000 bis 2013 Mitglied im ZDF-Fernsehrat.
  • 2004 wird sie erstmals in den Landtag gewählt, ist Parlamentarische Geschäftsführerin, Finanz- und Sportpolitische Sprecherin. Weitere Stationen auf der Karriereleiter: Fraktionschefin und Landesvorsitzende bis 2012.
  • Im Wahlkreis 19 (Potsdamer Norden, Werder, Gemeinde Schwielowsee) tritt Saskia Ludwig an gegen Mike Schubert (SPD), Sascha Krämer (Linke), Marion Vogdt (FDP), Nils Naber (Grüne), Steffen Königer (AfD), Sascha Curth (Piraten) und Edmund Müller (Einzelkandidat).

Von Carola Hein

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