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Potsdam Scheibenwelt im Volkspark
Lokales Potsdam Scheibenwelt im Volkspark
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07:33 24.06.2013
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Potsdam

Eine „Disc“ ist kein Frisbee und ein Frisbee natürlich keine „Disc“. Was für Laien völlig unverständlich klingt, ist für den leidenschaftlichen Disc-Golfer Philipp Stadler eine vollkommene Selbstverständlichkeit. „Wir benutzen die Disc nicht, um sie uns wie ein Frisbee zuzuwerfen“, sagt der Coach bei der MAZ-Entdeckertour am Sonnabend im Volkspark. Disc-Golf ist eine Funsportart, die natürlich ihre Wurzeln in Übersee in den USA hat. Eigentlich ist es eine Art (Mini-)Golf – es gilt, verschiedene Bahnen mit der Disc, der Scheibe, zu bewältigen. Anstatt den Golfball in ein Loch zu putten, wird die Scheibe am Ende der Bahn in einen Korb geworfen. Die Ergebnisse aller Versuche werden dann addiert und der Sieger wird gekürt.

Wie die Verrückten versuchen die vier MAZ-Entdecker und ich, aus kürzester Distanz die Scheibe im Korb unterzubringen. Nach den ersten Versuchen im Trockenen geht es direkt auf die erste Bahn, die es mit 84 Metern Distanz gleich in sich hat. Während Teilnehmer Guido Riembauer fast professionell an die Sache geht und mit dem ersten Wurf mehr als die halbe Strecke zurücklegt, haben die anderen noch mit ihren Problemchen und der Feinkoordination zu kämpfen. „Beim Disc-Golfen ist es wichtig, sich nicht nur auf seinen Kopf zu verlassen“, sagt Philipp Stadler, der vor sieben Jahren den Kurs im Volksgarten errichtet hat und zur eingeschworenen Gemeinde der Disc-Golfer gehört.

„Vor der ersten und der letzten Runde klatschen sich alle Golfer ab“, sagt Stadler, bevor er uns die wichtigsten Kniffe für einen erfolgreichen Wurf verrät. „Ihr müsst die Finger richtig an die Unterkante der Scheibe pressen und dann versuchen, möglichst in die Länge und nicht in die Höhe zu werfen“, sagt der Coach, der uns mit seinen Wurfkünsten ziemlich alt aussehen lässt. Ein „Hole in one“, ein Wurf direkt in den Korb, ist für uns Anfänger natürlich nicht drin. „Aber die Wahrscheinlichkeit, ein Ass zu werfen ist sowieso sehr, sehr selten“, sagt Stadler, während wir durch die Sträuche und Büsche am Volkspark ziehen, um aus der Bahn geratene Scheiben im Dickicht wiederzufinden. Diese Aktion hält den Spielfluss bei jeder Bahn auf, führt aber dazu, dass das Team irgendwie zusammenwächst.

„An dieser Stelle im Volkspark war ich noch nie“, sagt die Teilnehmerin Nicole Täschner, als wir bei Bahn 4 angekommen sind. Recht hat sie. An der Viereckremise erschließt sich der Kurs einmal durch den ganzen Park und macht auch keinen Halt vor dem Gang ins Unterholz. Wie beim richtigen Golfsport gibt es auch einen Disc-Bunker, allerdings nicht aus Sand. Der ist eine Art Graben neben der vorgesehenen Bahn, der mit allerlei Holz, Ästen und Gestrüpp gespickt ist. „Das ist eine Schwierigkeit für sich, die Scheibe mit wenigen Würfen dort wieder rauszukriegen“, so Stadler. Immer wieder blicken wir neidisch zu den Profis, die die Scheibe so schnell und elegant um die Ecke, an Bäumen vorbei oder durch die Baumkronen donnern. Mal geht eine Bahn nur geradeaus, mal macht sie zahlreiche Schlenker durch den Wald, mal muss man Radler und Inlineskater passieren lassen, die fast alle anhalten und uns Amateure bei der Arbeit begutachten. „Am wichtigsten ist, dass der Spaß im Vordergrund steht. Wir nehmen es nicht so mit der Frage, wer wie viele Würfe für eine Bahn benötigt“, erklärt Stadler.

Es macht Spaß, die Scheibe durch den Volkspark zu werfen – und wie! „Es macht echt Spaß. Man muss erstmal reinkommen und die verschiedenen Techniken begreifen“, sagt Nicole Täschner. Schon öfters zur Scheibe gegriffen hat Stephan Hendl, der mit seiner Frau Heike die Tour durchs Dickicht macht. „Man wirft ein bisschen und man läuft ein wenig und ist draußen in der Natur“, sagt Hendl, der auch schon beim Frisbee-Teamsport mitgemacht hat. „Es ist schon schwierig, die Distanz richtig einzuschätzen“, sagt Stephans Ehefrau Heike.

Wie die Profis ziehen wir unsere Runde durch den 21-Bahnen-Parcours. Am letzten Korb angekommen, gibt’s ein Lob vom Coach. „Ihr habt euch gut geschlagen!“ – Wir freuen uns, klatschen uns ab. Wie die Profis eben.

Von Marcel Jarjour

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