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Potsdam Schießplatz an der B2 wird nicht überdacht
Lokales Potsdam Schießplatz an der B2 wird nicht überdacht
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18:14 30.01.2015
Schild nahe der Bundesstraße 2 an einem Eingang zum Standortübungsplatz.
Schild nahe der Bundesstraße 2 an einem Eingang zum Standortübungsplatz. Quelle: Christel Köster
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Potsdam/ Krampnitz/ Gross Glienicke

Der nahe dem künftigen Wohngebiet Krampnitz geplante moderne Schießplatz der Bundeswehr soll nicht überdacht werden. „Standortschießanlagen werden grundsätzlich unter freiem Himmel errichtet“, erklärte Annette Spengler vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr am Freitag auf MAZ-Anfrage.

Wie berichtet, soll auf dem Übungsplatz im Süden der Döberitzer Heide an der Bundesstraße 2 zwischen 2017 und 2021 für mehr als 14 Millionen Euro eine sogenannte Sammelstandortschießanlage für insgesamt sechs Kasernen in Berlin und dem Umland eingerichtet werden. Auf elf Bahnen soll mit Pistolen, Maschinenpistolen, Gewehren und Maschinengewehren scharf geschossen werden.

Die Stadt, die das benachbarte Gelände der Krampnitzer Kaserne mit 350 Millionen Euro zu einem Wohngebiet für 3800 Einwohner entwickeln will, reagierte überrascht auf die von der MAZ veröffentlichten Pläne. „Da uns das konkrete Vorhaben nicht bekannt ist, werden wir auch nicht über mögliche Auswirkungen spekulieren“, erklärte Rathaussprecher Jan Brunzlow.

Für Montag, 18 Uhr, ist gegen den Schießplatzausbau unter dem Motto „Potsdam lässt’s krachen“ eine Mahnwache vor dem Landtag angekündigt. In der Einladung heißt es: „Von den Bundeswehr-Plänen für den Ausbau des teuren Schießstandes vor den Toren Potsdams zu lesen, ohne dass die Stadtverordneten davon wussten, ist schon ein starkes Stück!“

Bundeswehr-Sprecherin Spengler bestätigte am Freitag, dass an den Brandenburgischen Landesbetrieb für Liegenschaften und Bauen (BLB) ein Planungsersuchen für die Sammelstandortschießanlage gestellt wurde. Derzeit werde vom BLB die immissionsschutzrechtliche und naturschutzrechtliche Umsetzbarkeit des Vorhabens untersucht. Ein Ergebnis liege noch nicht vor.

Nach Mitteilung der Landesregierung hat der BLB „die Anordnungen des fachlich zuständigen Bundesverteidigungsministeriums zu befolgen“ und dabei „keinen Ermessensspielraum“. Voraussetzung für den Baubeginn sei eine „Genehmigung nach dem Bundesimmissionsgesetz“ durch das Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Am 12. Dezember sei ein „schallschutzrechtliches Gutachten“ in Auftrag gegeben worden.

Von Volker Oelschläger

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