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Potsdam Schillernd, glitzernd, multimedial in Potsdam
Lokales Potsdam Schillernd, glitzernd, multimedial in Potsdam
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15:22 04.06.2018
Cecile Wesolowski hat mit „La Vie Liquide“ ihre erste Einzelausstellung in Potsdam. Quelle: Bernd Gartenschläger
Berliner Vorstadt

Cecile Wesolowski lässt die Menschen in ihre Welt eintauchen – schillernd und glitzernd, multimedial, zum Nachdenken anregend. Sie zeigt Blumenbouquets, handgeknüpft aus Servietten und Rettungsdecken. Auf den Böden und Wänden finden sich schillernde Facetten, überlagert und durchbrochen von bewegten Bildern, größtenteils dreidimensional. Was die in Frankreich geborene Künstlerin im Kunstraum Potsdam vom 2. Juni bis zum 15. Juli in der Schiffbauergasse zeigt, ist ein Verschmelzen und zugleich ein Aufbrechen von Grenzen zwischen Kultur und Technik.

Es ist die erste bundesweite Einzelausstellung der 35-Jährigen, die in Potsdam ihre Heimat gefunden hat. Sie gilt als Künstlerin der Fremdheit und Hyperrealität. Und sie kombiniert unter anderem Überfluss, Kitsch, Humor, Frauenbilder, visualisierte Texturen. „La Vie Liquide“ hat sie die Ausstellung der Konzeptkunst getauft. Wesolowski ließ sich durch Zygmunt Bauman dazu inspirieren, der die postmoderne Welt als eine Welt des Flusses begreift. Gleichzeitig gebe es nach dem Soziologen aber eine Beständigkeit in der Moderne, die mit Kräften aufwartet und in der Lage ist, den Fluss zu unterbrechen.

Ein Vulkan im Ausstellungsraum ist aus unterschiedlichen Materialien von mehreren Helfern mit aufgebaut worden. Quelle: Bernd Gartenschläger

So greift Wesolowski beispielsweise japanische Tradition auf und setzt ihr die Moderne in ihren Installationen gegenüber. „Japan ist Land mit alten, überlieferten Traditionen und auf der anderen Seite ist die technische Entwicklung stark vorangeschritten“, sagt die Konzeptkünstlerin. Diese Kontraste greift sie auf, überträgt die Situationen symbolisch auf die Gesamtgesellschaft – etwa, wenn ein Vulkan die Parallele zu unserem Leben bildet. Realisieren wir die Gefährlichkeit? Wesolowski erinnert an den Vulkan Sakurajima in Japan, der seinen letzten Ausbruch vor rund 7300 Jahren hatte. Er hat wieder zu brodeln begonnen. 100 Millionen Anwohner sind bedroht, das Klima würde dramatisch verändert. Die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs allerdings liege bei einem Prozent für die nächsten Hundert Jahre, errechneten Wissenschaftler. Im übertragenden Sinn wird der Vulkan zu dem, was in der Ader der Moderne den fließenden Strom unterbrechen kann. Einen Moment braucht es, der alles unter sich begräbt, der das ganze System aushebelt.

Die erste Zusammenarbeit mit der Potsdamer Künstlerin gab es im Kunstraum bereits 2014. „Wir wollten nun das ganz eigene Universum von Cecile Wesolowski zeigen – und das funktioniert als Konzeptkunst vor allem in einer Einzelausstellung“, sagt Mike Geßner, künstlerischer Leiter des Kunstraums. Der Aufbau der Ausstellung wäre allein ein Schaffensprozess. Zwar gab es die konzeptionelle Ausarbeitung, die Ideen im Kopf der gebürtigen Französin, „manchmal entstehen sie aber erst im Raum selbst. Es gibt veränderte Proportionen und manchmal wirkt alles etwas anders als geplant“, sagt die Potsdamerin. Überhaupt bringe ein Ausstellungsraum, den sie vorab öfter besucht, Inspiration und Veränderung. Seit zehn Jahren arbeitet Cecile Wesolowski als Künstlerin, gibt Seminare in anderen Ländern. Im Herzen sei sie manchmal ein kleines Mädchen, sagt sie. Deshalb arbeite sie wohl auch mit vielen glitzernden und leuchtenden Pailletten oder Rettungsdecken. In der Ausstellung gewährt sie zudem Einblicke in ihr eigenes Leben. Sie hat beispielsweise die Arbeitsplatte ihrer Küche gefilmt, die Texturen dreidimensional zum Leben erweckt und eine fast surreale Welt damit erschaffen, in der sich Betrachter verlieren können. Oder sie zeigt in Großformat die Bewegung von Fischen in einem Teich. „Das hat für die Menschen etwas Meditatives, fast eine psychedelische Wirkung.“

Ein Video wird auf eine glitzernde Oberfläche projiziert. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Künstlerin entdeckt immer wieder neue Materialien aus dem Alltag. An einer Wand fast 1000 Wegwerf-Kaffeedeckel. Einige sind vorher kaputt gegangen. „Jemand ist beim Aufbau drauf getreten“, sagt Cecile Wesolowski. Aber das ist die Veränderung und die Entwicklung im Raum und in der Schaffenswelt der Potsdamerin.

Von Christin Iffert

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