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Potsdam Schlaganfall: Potsdamer Chefarzt setzt auf neue Methoden
Lokales Potsdam Schlaganfall: Potsdamer Chefarzt setzt auf neue Methoden
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00:22 17.05.2019
Dr. Martin Südmeyer, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam. Quelle: Smirnova
Innenstadt

Rund 15.000 Brandenburger hatten 2017 einen Schlaganfall, in 40 Prozent der Fällen endete er laut der Barmer-Landesvertretung Berlin/Brandenburg tödlich. Doch es gibt Hoffnung, denn in der Behandlung hat sich gerade in den letzten Jahren viel getan, weiß Prof. Dr. Martin Südmeyer, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Ernst von Bergmann in Potsdam. Wichtig ist aber nach wie vor: Symptome erkennen, so schnell wie möglich handeln.

Die Ursachen

Ein Grund kann eine Blutung im Gehirn sein. Die häufigste Ursache für das Absterben der Nervenzellen im Gehirn ist aber der Verschluss eines Blutgefäßes – und auch für den gibt es mehrere Ursachen. „Ein Grund kann ein Blutpfropf sein, der vom Herzen aus kommt“, sagt Südmeyer. „Der wiederum kann durch Vorhofflimmern oder Herzrhythmusstörungen entstehen.“ Eine weitere Ursache sind Gefäßwandverkalkungen, für die es wiederum Risikofaktoren wie Diabetes oder zu fettreiche Ernährung gibt.

Die Symptome

Grundsätzlich kann ein Schlaganfall jeden treffen – egal in welchem Alter. Mögliche Anzeichen eines Schlaganfalles sind (meist halbseitig) Lähmungserscheinungen von Armen oder Beinen, Taubheitsgefühle, Sprachstörungen, Doppelbilder, Sehstörungen, Drehschwindel, Bewusstlosigkeit. „Das sind die klassischen Symptome“, sagt Südmeyer, „grundsätzlich gibt es aber mannigfache Symptome.“ In der Regel setzen sie aber schlagartig ein.

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Die Behandlung

Wichtig ist: „Ein Schlaganfall ist ein Notfall, bei Verdacht sofort den Notarzt rufen oder ins Krankenhaus fahren“, mahnt Südmeyer. Je länger das betroffene Hirnareal nicht mit Blut und damit mit Sauerstoff versorgt wird, desto größer ist die Gefahr, dass der Betroffene schwere Behinderungen davon trägt oder sogar stirbt. „Entscheiden ist für eine Therapie also immer das Zeitfenster.“

Medikamentös könne der Schlaganfall inzwischen bis zu 4,5 Stunden nach Ereignis behandelt werden, mechanisch über einen Katheter in Ausnahmefällen sogar bis zu 24 Stunden. „Gerade bei der mechanischen Behandlung hat sich in den letzten Jahren wahnsinnig viel getan“, sagt Südmeyer. „So haben wir heute bis zu sechs Stunden lang ein gutes Zeitfenster.“

Bei der mechanischen Behandlung eines Schlaganfalls wird zunächst per CT oder MRT die Stelle ausfindig gemacht, wo das Gefäß verstopft ist. „Da wird von der Leiste aus ein Katheter geschoben und die verstopfte Stelle beseitig“, sagt Südmeyer. Eine technische Möglichkeit, die es in der Form noch nicht so lange gebe.

Die Vorsorge

Es gibt Risikofaktoren für einen Schlaganfall, „darunter Diabetes, Vorhofflimmern, hoher Blutdruck, Bewegungsmangel, zu fette Ernährung und Rauchen“, sagt Südmeyer. Kommen mehrere Faktoren zusammen, potenziere sich das Risiko. „Da ist also jeder selbst gefragt, vorzubeugen und entsprechende Vorsorgeuntersuchungen auch wahrzunehmen.“

Von Anna Sprockhoff

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