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Potsdam Schlösserlauf will Müllproblem in Angriff nehmen
Lokales Potsdam Schlösserlauf will Müllproblem in Angriff nehmen
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15:15 03.06.2019
Zu Zehntausenden werden die weißen Einwegbecher innerhalb weniger Stunden beim Schlösserlauf verbraucht. Quelle: Benjamin Feller
Potsdam

Der Schlösserlauf am Sonntag hat nicht nur zu zufriedenen Gesichtern bei den Teilnehmern geführt, die trotz großer Hitze antraten. Auf dem schönen Weg durch Potsdamer Gärten und entlang der Schlösser verbrauchten die knapp 4000 Teilnehmer etwa 80.000 Plastik-Trinkbecher.

Gerade vor der schönen Kulisse des Laufs sorgte die Nutzung der Einwegbecher, die schließlich zu tausenden auf den Straßen und Parkwegen lagen, für harsche Kritik am Lauf.

„Was ich hier beobachte schockiert mich und macht mich sprachlos!“

„Was ich hier beobachte schockiert mich und macht mich sprachlos!“, schreibt die junge Potsdamerin Yasmina Aust der MAZ. Angesichts der aktuellen Umweltlage entziehe es sich ihrem Verständnis, „wie man mit Unmengen von Plastik-Bechern im Zuge eines Marathons unsere schöne Erde zerrockt!“, schreibt Aust.

Auch die Bilder der Sportler, die die MAZ veröffentlichte, wurden in sozialen Netzwerken mit Hinweis auf unnötigen Plastikmüll kommentiert.

Was tun gegen die Umweltverschmutzung? In der Hitze des Laufs half ein Schlauch, doch vor allem wurden 80.000 weiße Einwgbecher verbraucht. Quelle: Benjamin Feller

Stadtsportbund: „Umweltproblem ist uns bewusst“

In einer ersten Reaktion stellte der Stadtsportbund Potsdam als Veranstalter klar, dass alle Becher durch die ehrenamtlichen Helfer weggeräumt und recycelt würden. „Das Umweltproblem mit den Bechern ist uns bewusst, die Leute haben grundsätzlich Recht“, sagt Anne Pichler, Geschäftsführerin des Stadtsportbunds.

Man habe das Thema erkannt und nehme konstruktive Kritik auch an – „aber die optimale Lösung gibt es nicht“, sagt Pichler.

Mehrwegbecher seien häufig aufwendiger in der Herstellung und es gäbe sehr unterschiedliche Aussagen darüber, welches System die beste Ökobilanz habe. Bereits für das nächste große Event, den Intersport-Olympia-Lauf im September, habe man ökologisch abbaubare Einwegbecher bestellt.

Andere Maßnahmen zur Müllvermeidung werden schon umgesetzt

„Wir bemühen uns, uns bei der Müllvermeidung jedes Jahr zu verbessern“, sagt Pichler. So habe man bei den Taschen für jeden Läufer mittlerweile von Plastik- auf Mehrwegtaschen umgestellt und beim Catering für Zuschauer des Laufs nur Mehrwegbecher im Einsatz.

Auch dünne Foliendecken, die bei anderen Lauf-Veranstaltungen um die Schultern der erschöpften Sportler das finale Bild solcher Rennen bestimmen und ebenfalls nur einmal benutzt werden, habe man in Potsdam noch nie eingesetzt, sagt Pichler.

Von Peter Degener

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