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Potsdam Schmutziger Wahlkampf in Potsdam
Lokales Potsdam Schmutziger Wahlkampf in Potsdam
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20:40 06.05.2014
Dieses Plakat ist nicht echt. Quelle: Volker Oelschläger
Potsdam

Bereits zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr neckten die anonymen Guerilla-Plakatierer die Sozialdemokraten. "Damals haben wir ebenfalls Anzeige gestellt, die aber ins Leere gelaufen ist." Ebenso mysteriös wie die Falsifikate ist der umfangreiche Verlust von Plakaten in Groß Glienicke mit dem Konterfei des SPD-Spitzenkandidaten im Wahlkreis1, Pete Heuer. An 40 Standorten in fünf Straßen hängt Heuer nicht mehr. Ein Racheakt nachtragender Linker, die Heuers Übertritt von den Sozialisten zu den Sozialdemokraten noch Jahre später nicht verknusen können? An dieser Stelle möchte die Parteigeschäftsführerin "nichts interpretieren". Gleich von "Attacken" sieht sich der noch junge Kreisverband der Alternative für Deutschland (AfD) verfolgt. "Wir haben mit erheblichen Behinderungen und vor allem mit der Zerstörung eines Großteils unseres Wahlkampfmaterials zu kämpfen", klagt Sprecher Dennis Hohloch. Im gesamten Stadtgebiet sei fast jedes AfD-Plakat "von seiner Halterung gerissen und teils in einem solchen Ausmaß demoliert" worden, "dass eine Wiederanbringung nicht mehr möglich ist". Dem AfD-Sprecher zufolge häufen sich bundesweit diese Aktionen, "die teils mit Verletzten unserer Partei endeten". Es sei "absolut inakzeptabel, dass unser Kreisverband aufgrund solch gezielter Attacken daran gehindert wird, einem freien Wahlkampf ohne Angst nachzukommen", so Hohloch. "Die AfD provoziert in einer linken Stadt wie Potsdam eben mit ihren rechtspopulistischen Sprüchen", sagt Linke-Chef Krämer. Zur Bundestagswahl kam der Linken ihr Kandidat Norbert Müller ebenfalls abhanden: "Seine Plakate wurden in ganzen Straßenzügen abgenommen." Vor der Kommunalwahl ist bislang alles ruhig. Womöglich liege es daran, dass die NPD nicht antritt und keine rechtsradikalen Aktiven wahlkämpfen, so Krämer. Ruhig sei es auch bei den Bündnisgrünen. Landessprecher Simon Zunk muss "keine Schadensmeldungen" machen.

Grund zum Klagen hat die CDU diesmal nicht. Auf "unter zehn Stück" schätzt Kreisgeschäftsführer Karl-Heinz Kollhof die Zahl der beschädigten, "mit den üblichen Brillen und Schnurrbärten" beschmierten oder abgehangenen Plakate der Christdemokraten. "Kein Vergleich zur Bundestagswahl, als wir ständig Plakate ersetzen mussten. 2013 habe ich den bislang stärksten Vandalismus erlebt." Zieht nur noch die AfD als neues Feindbild den linken Zorn auf sich? Kolhoff hält das für "möglich". Obwohl erst am Wochenende ein junger Mann von der Polizei erwischt worden war, wie er ein Wahlplakat "verschönern" wollte, landen bei den Beamten wenig Delikte auf dem Tisch. "Das ist diesmal nicht so immens", sagte eine Polizeisprecherin gestern. Auch der städtische Wahlleiter Matthias Förster findet, "dass nicht mehr zerstört ist als in anderen Wahlkämpfen".

Über den etwas anderen Schauwert verfügen auch jene Plakate, die in Drewitz auftauchten und für den nicht unbedingt als Erverybodys Darling geltenden Baubeigeordneten Matthias Klipp mit der einfachen Botschaft "Klipp muss bleiben" geworben haben. Indes: Der Bündnisgrüne steht am 25. Mai gar nicht zur Wahl.

Von Ricarda Nowak

Kommentar: Lustig, aber unwürdig

Jan Bosschaart über den Guerillakampf mit Plakaten

Wer Ironie mag, kann nicht ohne Lächeln an den gefälschten SPD-Plakaten oder jenen der Klipp-muss-bleiben-Kampagne vorbeigehen, denn es handelt sich selbst dort um eine Form der politischen Meinungsäußerung. Im Gegensatz zu den bedeutungs- bis besinnungslos von den Laternen grinsenden Kandidaten haben diese Plakate sogar eine Botschaft. Jedenfalls eine konkretere als „In Potsdam zuhause“ (ist im Wahlgesetz vorgeschrieben) oder „Prima Klima“ (ausgerechnet die Grünen, die Ex-Fraktion von Andreas Menzel, da war immer prima Klima). Dass das Hitlerbärtchen- oder Rote-Nasen- sowie Brillenanmalen längst teil der Folklore geworden ist – geschenkt. Auch an das Herunterreißen der Plakate als wirklich unterste Schublade politischer Auseinandersetzung – falls der Begriff hier überhaupt noch greift – hat man sich mittlerweile ebenso gewöhnt wie daran, dass die Rechtsradikalen immer am höchsten hängen – sie wissen offenbar, warum. Dass aber die Guerilla-Kampagnen anonym bleiben, ist, bei aller möglichen inhaltlichen Zustimmung, schlicht feige. Und damit einer Demokratie unwürdig.

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