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Potsdam Schrottplatz Potsdam: Fahrrädern auf der Spur
Lokales Potsdam Schrottplatz Potsdam: Fahrrädern auf der Spur
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09:44 03.04.2017
Mahnung am Sattel: ein herrenloses Rad in Babelsberg. Quelle: MAZ
Potsdam

Auf Stellplätzen oder am Straßenrand „vergessene“ Schroträder bereiten Stadt und Bahn viel Arbeit. Im Vorjahr hat die Verwaltung im Potsdamer Stadtgebiet 179 herrenlose Fahrräder eingesammelt. In diesem Jahr wurden bis Ende März schon 19 Velos einkassiert, wie Stadtsprecher Jan Brunzlow auf Anfrage mitteilt.

Die Bereiche Verkehrsentwicklung und Verkehrsanlagen kontrollierten regelmäßig an verschiedenen Orten, hauptsächlich vor Bahnhöfen, ob dort Räder über einen längeren Zeitraum abgestellt und nicht bewegt wurden. „Zudem kommen Informationen über das Maerker-Portal beziehungsweise direkte Hinweise vom Ordnungsamt und von aufmerksamen Bürgern“, so Brunzlow. Auch die motorisierte Straßenaufsicht des Bauhofs hat ein Auge auf die ausrangierten Bikes.

Viele Räder werden für soziale Zwecke genutzt

Im Vorjahr wurden 67 Räder sofort weggeräumt – weil sie eine Gefahr für den Verkehr darstellten oder eindeutig als Schrottrad erkennbar waren, also nur noch Einzelteile vorhanden waren. 112 Räder wurden markiert. Das heißt, dass die Stadtmitarbeiter einen Zettel ans Rad hängen und den Eigentümer mahnen, sein Vehikel innerhalb von vier Wochen zu entfernen. Kommt der Radler der Aufforderung nicht nach, wird das Rad abgeholt, registriert und eingelagert. „Die Daten der Fahrräder werden an die Polizei geschickt, wo sie mit einer Datei gestohlen gemeldeter Fahrräder abgeglichen werden“, erklärt Brunzlow. Wenn das Rad nicht als gestohlen gemeldet wurde, wird je nach Zustand entschieden, wie es weitergeht. Im Vorjahr wurden vier Räder an das Fundbüro gegeben, 13 waren nur noch Schrott und wurden entsorgt, eines konnte dem Eigentümer zurückgegeben werden, nachdem er sich im Bauhof gemeldet hatte und 116 wurden für soziale Zwecke an verschiedene Initiativen wie die Flüchtlingshilfe verschenkt.

Aufwand der Stadt ist enorm

Die exakten Kosten für die Ordnungsaktionen kann die Stadt nicht beziffern, der Aufwand sei aber enorm, weil gleichzeitig mehrere Verwaltungsmitarbeiter mit den Fundstücken beschäftigt sind. Einschätzung vor Ort, ob das Rad mitgenommen wird, Abtransport, Kontaktaufnahme mit Polizei und Fundbüro – das kostet Zeit. Pro Rad liege der Aufwand bei rund zweieinhalb Stunden, so Brunzlow.

„Top-Spots“ zur Fahrrad-Entsorgung

Top-Spot bei der Entsorgung von Rädern ist das Areal rund um den Hauptbahnhof und die Lange Brücke. Allein dort wurden im Vorjahr 55 Fahrräder konfisziert. Auch die Bahnhöfe Griebnitzsee (30 Räder), und Babelsberg (22) sind beliebte Orte, um Zweiräder achtlos zu hinterlassen.

Werden die Räder auf Grundstücken abgestellt, die der Deutschen Bahn AG gehören, ist diese für die Entsorgung zuständig. „Ein auf Bahngelände abgestelltes Fahrrad gilt als herrenlos und wird als Fundsache behandelt, wenn es länger als zwei Wochen ununterbrochen abgestellt ist“, erklärt Bahnsprecher Gisbert Gahler. Das aufgefundene Rad werde mit einer Banderole gekennzeichnet. Wird das Velo nicht abgeholt, kommt es nach 14 Tagen weg und wird drei Monate verwahrt. Wird in diesem Zeitraum kein Anspruch auf das Rad geltend gemacht, wird es versteigert.

Hohe Kosten für Entsorgung der Schrotträder

„Vor der Versteigerung eines Fahrrads wird bei der Bundespolizei überprüft, ob dieses Fahrrad als gestohlen gemeldet wurde“, erläutert Gahler das Prozedere, das ähnlich wie das städtische abläuft. Eindeutig nicht mehr gebrauchstaugliche Räder würden als Abfall behandelt und entsorgt. Die Hauptwerkstatt der Berliner S-Bahn, die auch für Potsdam zuständig ist, entsorgt im Jahr etwa 200 Schrottfahrräder. Je Fahrrad kostet das – einschließlich An- und Abfahrt – 45 Euro.

Kriterien für den Abtransport

Wenn ein Rad so beschädigt ist, dass es offensichtlich nicht mehr fahrbereit ist, oder lange nicht mehr bewegt wurde, wird die Stadt aktiv.

Eingeschritten wird auch, wenn das Rad eine Gefährdung darstellt und Wege blockiert oder droht, auf die Straße zu fallen.

Von Marion Kaufmann

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