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Potsdam Gefährlicher Schulweg soll sicherer werden
Lokales Potsdam Gefährlicher Schulweg soll sicherer werden
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10:56 23.10.2018
Wenig Platz und viel Verkehr machen den Kindern auf dem Weg in Kita, Schule und Hort zu schaffen. Quelle: Friedrich Bungert
Eiche

Es sind deutliche Worte, die der Ortsbeirat von Eiche wählt: ein „hochbrisantes“ Thema sei die Verkehrssituation auf den Schulwegen. In der Kaiser-Friedrich-Straße und der Roßkastanienstraße sei der Weg in Schule, Hort und Kita derart gefährlich, dass dringender Handlungsbedarf bestehe. Nun wollen sich die Bürgervertreter an die Stadtverwaltung wenden.

„Wir werden in der nächsten turnusmäßigen Sitzung unsere Anträge beschließen“, sagt der Ortsvorsteher von Eiche, Friedrich Winskowski. Er sei bereit, für eine Verbesserung der Situation zu kämpfen. „Wir gehen damit bis in die Stadtverordnetenversammlung“, kündigt Friedrich Winskowski an. Konkret geht es ihm um mehrere Gefahrenstellen auf dem Weg in die Grundschule Ludwig Renn und die Kita Turmspatzen.

Mehr Verkehr, zu wenig Sicherheit

In den betroffenen Straßen habe der Verkehr in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen, sagt der Ortsvorsteher. „Das liegt an den zahlreichen Bauvorhaben in Golm und an der Verengung der Zeppelinstraße.“ Viele Autofahrer würden über Eiche und Golm dem Stau auf der Westmagistrale entfliehen wollen. „Es fehlt an Drängelgittern und sicheren Überquerungen, also Ampeln und Zebrastreifen“, sagt Friedrich Winskowski. Zudem sei das Tempolimit nicht ausreichend.

In der Roßkastanienstraße wird die Situation durch zahlreiche Lastwagen weiter verschärft. Vor der Eingemeindung Golms im Jahr 2003 war die Straße nur für Anlieger befahrbar. Heute ist sie ein wichtiger Zubringer in den westlichen Part der Stadt mit seinen Uni- und Forschungsstandorten und zahlreichen Neubaugebieten. „Hier fordern wir ein Durchfahrtverbot für den Schwerlastverkehr“, sagt Friedrich Winskowski. Anlieger und der ÖPNV sollen davon nicht betroffen sein, doch die Baufahrzeuge, welche die Baustellen in Golm beliefern, will Winskowski von den Schulwegen verbannen. Schließlich will der Ortsbeirat auch dafür sorgen, dass insgesamt weniger Kinder überhaupt die Straßen überqueren müssen. „An der neuen Turnhalle stellen wir uns einen Weg vor“, erklärt Friedrich Winskowski.

Junger Ortsteil mit militärischer Geschichte

Eiche gehört seit 1993 zu Potsdam. Der Stadtteil im Nordwesten bietet mehr als 5.600 Menschen ein Zuhause, darunter viele Studenten und junge Familien.

Stolze 18 Prozent der Einwohner von Eiche sind Kinder oder Jugendliche. In zwei Grundschulen lernen mehr als 400 Schüler, außerdem besuchen mehr als 650 Kinder die vier Kitas im Ortsteil.

Besonders prägend für Eiche waren schon immer Polizei und Militär. Im frühen 20. Jahrhundert wurden hier preußische Schutzpolizisten ausgebildet.

Zahlreiche wichtige Polizei-Einrichtungen, darunter die Kriminalpolizei, sind heute in Eiche ansässig. In der Havellandkaserne sitzt das Einsatzführungskommando der Bundeswehr.

Ortsvorsteher ist seit 2014 der SPD-Mann und fünffache Vater Friedrich Winskowski. Der Ortsbeirat besteht neben ihm aus zwei SPD-Vertretern, drei Abgeordneten von der Linken und zwei CDU-Mitgliedern.

Es geht dabei nicht nur um vorbeugende Maßnahmen, längst sind die Straßenquerungen für Kinder zum Verhängnis geworden: „Es gab im vergangenen Schuljahr zwei Unfälle an den von uns benannten Gefahrenstellen, bei denen Kinder von Fahrzeugen erfasst wurden“, sagt Friedrich Winskowski. Mehr als 400 Kinder besuchen die Grundschule, die Kita Turmspatzen und den Hort. Und das Problem ist nicht neu. „Alle Jahre wieder“ stehe es auf dem Programm, sagt Winskowski. „Immer, wenn neue Kinder in die Schule kommen, fangen wir von vorn an.“ Der gefährliche Schwerlastverkehr kommt dann auch noch ausgerechnet zur selben Zeit wie die Kinder in Eiche an. „Morgens zwischen sieben und neun Uhr ist hier eine Menge los“, sagt der Ortsvorsteher.

„Täglich gefährliche Situationen“

Und alljährlich ersuchen die Eicher die Stadt um Hilfe. „Ich bin seit vier Jahren dabei und diese Anträge gab es schon vor meiner Zeit“, sagt Winskowski. „Das ist schon seit Jahren schlimm“, bestätigt Konstanze Zweig. Sie war lange die Leiterin der Kita Turmspatzen, heute ist sie bei der AWO für alle Einrichtungen in diesem Gebiet zuständig. „Wir haben täglich gefährliche Situationen und hoffen auf Abhilfe.“

Dabei fühlt man sich in Eiche von der Stadt Potsdam allein gelassen. „Der Ortsbeirat macht keinen Hehl daraus, dass die Verwaltung mehr Energie dafür aufwendet etwas abzulehnen, als nach Wegen zu suchen, um berechtigte Forderungen umzusetzen“, heißt es in einer Erklärung. Auch die Eltern in Eiche sind aufgebracht. Sie wollen mit einer Unterschriftenaktion an die Stadtverordneten appellieren.

Von Saskia Kirf

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