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Potsdam Unsicherer Schulweg? Stadt sieht das anders
Lokales Potsdam Unsicherer Schulweg? Stadt sieht das anders
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00:23 29.10.2018
Die Kinder der Kita „Turmspatzen“ sind von Problemen auf den Wegen betroffen. 135 junge Potsdamer besuchen die Einrichtung. Quelle: Foto: Friedrich Bungert
Eiche

Wie steht es wirklich um die Verkehrssituation auf dem Schulweg in Eiche? Wie die MAZ berichtet hat, schlägt der dortige Ortsbeirat Alarm. Die Kinder, welche die Kita Turmspatzen, die Grundschule Ludwig Renn oder den Hort in der Kaiser-Friedrich-Straße besuchen, sähen sich ihm zufolge täglich gefährlichen Situationen gegenüber: Zu viel Verkehr, insbesondere zu viele Lastwagen, durchquert demnach die Straßen, es fehlt an Ampeln und Zebrastreifen. Der Ortsbeirat will das nicht länger hinnehmen und im November eine Liste mit Forderungen an die Stadtverwaltung verabschieden, um die Gefahrenstellen zu entschärfen.

Rathaus befasst sich bereit mit der Thematik

Im Potsdamer Rathaus ist die Problematik bekannt. Ein Stadtsprecher teilt auf Anfrage mit, man befasse sich bereits mit der Thematik der Schülerströme im Ortsteil. Schließlich sind die Forderungen aus Eiche nicht neu, immer wieder stand die dortige Situation schon auf der Tagesordnung der Stadtpolitik. Konkret geht es um einen weiteren Zugang zur Grundschule. Dieser würde für viele Kinder das Queren der Hauptstraße unnötig machen. „Die Stadt veranlasst derzeit eine Befragung, wie viele Kinder den Weg auf dem Turnhallengelände zur Schule nutzen und wie viele Kinder den befestigten Weg zur Kahlenbergstraße und die Treppe nutzen würden“, teilt der Sprecher mit.

Den übrigen Forderungen des Ortsbeirats erteilt das Rathaus jedoch eine Absage. In Eiche wünscht man sich verbreiterte Gehwege, weitere sichere Möglichkeiten, die Straße zu überqueren, ein rigideres Tempolimit und insgesamt weniger Verkehr. Als Grund für die schwierige Situation wird seitens des Ortsvorstehers Friedrich Winskowski unter anderem angeführt, dass durch den Modellversuch in der Zeppelinstraße viele Autofahrer nach Eiche ausweichen würden.

Stadtverwaltung: Keine Verkehrszunahme

Dem widerspricht das Rathaus, denn die Kaiser-Friedrich-Straße gehört zum Untersuchungsgebiet, das im Modellversuch evaluiert wird – es liegen also Daten zur Verkehrsentwicklung vor. Und diese ergeben keine Zunahme des Durchgangsverkehrs. Das selbe gilt für die Unfallzahlen im betroffenen Gebiet. Der Revierpolizist in Eiche, Harry Wenzel, schätzt ein, dass der Verkehr zwar sicherlich zugenommen hat, dies jedoch bisher nicht zu einer besorgniserregenden Sicherheitslage führt. Die Anwohner, insbesondere auch die Kinder, kommen aus seiner Sicht mit der veränderten Situation klar. Man habe sowohl die angegebenen Stellen kontrolliert als auch diverse Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt. Das Fazit der Polizei: „Die aufgezählten Gefahrenquellen geben ausschließlich die Sicht des Ortsbeirates wieder und stimmen nicht mit der Einschätzung der Polizei überein.“

Und selbst wenn Stadtverwaltung und Polizei dem Ortsbeirat zustimmten, gäbe es zahlreiche Hürden zu überwinden, um den Schulweg in Eiche sicherer zu machen. So können die schmalen Gehwege nicht einfach verbreitert werden, weil schlicht kein Platz dafür da ist. Die Stadt müsste Teile der anliegenden Privatgrundstücke kaufen oder enteignen. An anderen Stellen fehlen die rechtlichen Grundlagen zum Handeln. Eine Tempo-30-Zone etwa darf keine Ampeln enthalten; das Ausweiten einer Strecke mit reduzierter Geschwindigkeit ist wiederum räumlich nur sehr begrenzt möglich.

„Keine besorgniserregenden Auffälligkeiten“

Die beiden von Friedrich Winskowski angeführten Unfälle, bei denen Kinder auf dem Schulweg von Fahrzeugen erfasst wurden, kann die Polizei aus technischen Gründen nicht verifizieren. Das statistische Auswertungsprogramm der Ordnungshüter lässt eine Aufgliederung nach Ortsteilen nicht zu. Insgesamt gab es im Jahr 2016 23 Schulwegunfälle, im Jahr 2017 waren es 32. Im ersten Halbjahr 2018 erlitten 17 Kinder und Jugendliche einen derartigen Zwischenfall auf dem Schulweg. „Insgesamt kann für die Stadt Potsdam resümiert werden, dass zwar jeder Unfall auf dem Weg zur oder von der Schule bedauernswert ist, jedoch keine besorgniserregenden Auffälligkeiten zu beobachten sind“, so ein Polizeisprecher.

Die Sichtweisen gehen also deutlich auseinander, das letzte Wort ist in Sachen Schulwegssicherheit in Eiche noch nicht gesprochen. Die Position der Stadtverwaltung ist jedoch klar: „Alle bisherigen Beobachtungen haben ergeben, dass die Schüler geordnet zur Schule laufen und der Fahrzeugverkehr, wie es auch sein sollte, in dieser Zeit besonders aufmerksam ist.“

Von Saskia Kirf

Der Historiker Manfred Görtemaker ist von der Universität Potsdam in den Ruhestand verabschiedet worden – und arbeitet über die DDR-Justiz und Rudolf Heß weiter, wie er im Interview mit der MAZ verrät.

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