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Potsdam Potsdam: „Seebrücke“ ruft zu Demo für Moria-Flüchtlinge
Lokales Potsdam

"Seebrücke" Potsdam ruft zu Kundgebung für die Aufnahme von Flüchtlingen

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09:03 10.09.2020
Eine Seebrücke-Demo zu Ostern 2020. Quelle: MAZ
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Innenstadt

Moria brennt - nicht erst seit gestern!“ Unter diesem Motto veranstaltet die Hilfsorganisation „Seebrücke“ am heutigen Donnerstag in der Potsdamer City eine Kundgebung zur Hilfe für die auf Lesbos obdachlos gewordenen Flüchtlinge. Die „Seebrücke“ fordert, alle Flüchtlingslager zu evakuieren, die Menschen in sicheren Ländern Europas aufzunehmen und Abschiebungen in die Herkunftsländer zu stoppen

Demo zu den Parteizentralen

Start der Demonstration ist um 16 Uhr am Nauener Tor. Es soll Zwischenstops geben bei den Zentralen der Regierungsparteien SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen, ehe man zum Innenministerium des Landes Brandenburg in der Henning-von-Tresckow ankommt. „Denn die Blockadehaltung gegenüber einer menschlichen Politik liegt nicht nur bei der Bundesregierung“, so die „Seebrücke“. Die Landesregierung habe ihr Landesaufnahmeprogramm „auf die lange Bank geschoben“. Gleichzeitig setze sie eine neue „task force Abschiebungen“ mit sieben Mitarbeitern ein, um Abschiebungen zu beschleunigen - auch zu Coronazeiten und auch nach Griechenland!

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Zeitbombe ist explodiert

„Wir sind wütend! Moria ist eine Zeitbombe, die jetzt explodiert ist, weil Menschen seit Jahren gezwungen wurden unter katastrophalen Bedingungen zu leben“, erklärte die „Seebrücke Potsdam“ vor ihrer Kundgebung: „Aufgrund der extremen Überfüllung gab es keine ausreichende Versorgung an Lebensmitteln, ein Mangel an Sanitäranlagen und viel zu wenig Unterbringungsmöglichkeiten. Moria ist kein sicherer Ort und das war es nie!“ In einem Lager, welches eigentlich für 2800 Menschen gedacht war, mussten über Jahre hinweg über 20.000 Menschen leben. Seit einer Woche wurden dort mehr als 13.000 Menschen aufgrund eines Corona-Falls auf engem Raum unter Quarantäne gestellt. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis die Corona-Katastrophe Moria zu einer Todesfalle macht.“

Moria-Lager komplett zerstört

In der Nacht von Dienstag zu Mittwoch ist das Lager bei einem großen Feuer nahezu komplett zerstört worden. Die Menschen in Moria haben ihre letztes Hab und Gut verloren. Tausende Menschen sind auf einen Schlag komplett obdachlos geworden. Nicht einmal die Zelte, die ihnen vorher Unterschlupf gegeben haben, stehen noch.

„Wir haben kein Vertrauen mehr in diese Politik, in der Demokratie nur noch einer Worthülse gleicht, in der der Protest für Menschlichkeit konsequent ignoriert wird“, schreibt die „Seebrücke“ in ihrem Demonstrationsaufruf. Es gebe eine Alternative zur „Barbarei des Grenzregimes, den Abschiebungen, zum Sterben im Mittelmeer und in der Sahara, zu Elendslagern in Moria! Unsere Alternative heißt ein gemeinsames Leben in Solidarität und Vielfalt – egal, welcher Herkunft wir sind!“

Von Rainer Schüler