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Potsdam Sinkende Fallzahlen, aber dunkle Wolken über dem Klinikum – das war der Coronatag am Donnerstag
Lokales Potsdam Sinkende Fallzahlen, aber dunkle Wolken über dem Klinikum – das war der Coronatag am Donnerstag
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21:12 28.05.2020
Seit dem 27. März hatte die Abstrichtelle in der Potsdamer Jägerallee 2-6 geöffnet. Jetzt wird sie nicht mehr gebraucht. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Weiterhin gute Nachrichten aus der Landeshauptstadt Potsdam: In den vergangenen sieben Tagen gab es nur eine bestätigte Neuinfektion. Von den insgesamt 632 Potsdamern, die sich in den vergangenen Monaten mit dem Virus infiziert hatten, sind aktuell 478 genesen, teilte die Stadtverwaltung am Donnerstag Vormittag mit. Als Kontaktpersonen der Kategorie I, die sich in häuslicher Quarantäne befinden, gelten derzeit 111 Potsdamer.Im städtischen KlinikumErnst von Bergmann“ liegen derzeit zehn Corona-Patienten, einer mehr als am Mittwoch: sechs auf der Normal- und vier auf der Intensivstation, wo zwei beatmet werden müssen.

Pumpen im Dunklen in Kleinmachnow

Kurz vor Mitternacht, während im Rest von Kleinmachnow langsam die Lichter ausgehen, steht die Jugend in der Fontanestraße Schlange. Der Dresscode für diese Nacht: Jogginghose und Sportshirt. Wochenlang haben die Sportfans darauf gewartet, endlich wieder im Fitnessstudio zu trainieren. Unbedingt wollten sie zu den ersten gehören, die wieder im Sportforum Kleinmachnow Gewichte stemmen, Bankdrücken und sich auf dem Laufband verausgaben. Pünktlich um 00:01 Uhr öffnet Geschäftsführer Matthias Paul die Tür und begrüßt die Sportler. „Na, die Jugend hat wohl Zeit“, sagt er und winkt die ersten Sport-Fans aus der nächtlichen Dunkelheit in den hell erleuchteten Bau.

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Wer mit welcher Motivation kam, lesen Sie hier

Migrationsbeirat ist gegen Gemeinschaftsunterkünfte

Nachdem vier Potsdamer Heime für Asylsuchende in den vergangenen Wochen mit dem Ausbruch des Coronavirus innerhalb der Bewohnerschaft zu kämpfen hatten, fordert der Migrantenbeirat der Landeshauptstadt, solche Gemeinschafsunterkünfte aufzulösen. Statt in Heimen mit gemeinsamen Küchen, gemeinsamen Bädern und mit Mehrbettzimmern sollen Geflüchtete künftig in Wohnungen untergebracht werden. Dort sei die Ansteckungsgefahr nicht so hoch wie in den großen Einrichtungen.

Womit das begründet wird, steht hier

Golm will unbedingt gefragt werden

Der Ortsbeirat von Golm will die frühzeitige Beteiligung zum Vorentwurf des Bebauungsplans 157 „Neue Mitte Golm“ stoppen und den Entwurf grundlegend überarbeiten. Die kommende Stadtverordnetenversammlung am 3. Juni soll beschließen, im Vorfeld eine öffentliche Diskussion dazu durchzuführen. Bei diesem Termins ist zu klären, wie die Ergebnisse mehrerer Planungswerkstätten mit Bürgern und der Siegerentwurf eines studentischen Wettbewerbs in Varianten für ein städtebauliches Konzept umgesetzt wurden.

Warum das so dringend ist, steht hier

Klinikum warnt vor finanziellem Desaster

Das städtische KlinikumErnst von Bergmann“ steuert auf ein millionenschweres Defizit zu. Die geplante Tarifangleichung der Mitarbeiter und die Verluste durch die Corona-Krise kommen das Krankenhaus teuer zu stehen. Nach MAZ-Informationen kalkuliert die neue Geschäftsführung mit einem Gesamtverlust von 66 Millionen Euro in den kommenden fünf Jahren.Im Hauptausschuss haben die Übergangsgeschäftsführer Tim Steckel und Hans-Ulrich Schmidt diese Zahl am Mittwochabend im nicht-öffentlichen Teil genannt. Demnach wird die Corona-Krise allein einen grob geschätzten Verlust von sechs bis acht Millionen Euro verursachen: Seit dem 1. April arbeitet das Klinikum im Krisenmodus, von den 1100 Betten waren zeitweise nur rund 250 belegt. Es wurden keine neue Patienten aufgenommen, zahlreiche Operationen mussten abgesagt werden. So entgehen dem Haus Einnahmen, die auch durch die so genannte Leere Betten-Prämie für unbelegte Klinik-Plätze nicht ausgeglichen werden können.

Mehr Details dazu stehen hier

Kein Bedarf mehr: Corona-Teststelle schließt

Die Corona-Teststelle in der Potsdamer Jägerallee wird am 31. Mai geschlossen. Das teilte die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg am Donnerstag mit. Medizinisch indizierte Tests auf eine Corona-Infektion werden demnach ab kommender Woche „in die ambulante Regelversorgung verlagert“. Darauf hätte sich die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) mit Vertretern der Potsdamer Haus- und Kinderärzte verständigt.„Dank des aktuellen Pandemieverlauf, der verbesserten Versorgung mit Schutzausrüstung und den zurückgehenden Testzahlen in der Abklärungsstelle kann in den Arztpraxen getestet werden“, sagt dazu Peter Noack, Vorstandsvorsitzender der KVBB. „Ich danke allen Kolleginnen und Kollegen, die sich in der Abklärungsstelle und nun in ihren eigenen Praxisräumen in der COVID-19 Diagnostik engagieren.“

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Rettungsstelle wieder für alle Erkrankungen offen

Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg in Richtung vollständiger Öffnung der zentralen Notaufnahme: Ab Donnerstag fährt der Rettungsdienst wieder Patienten mit Notfällen aus allen medizinischen Fachbereichen in das Potsdamer KlinikumErnst von Bergmann“. Das Besuchsverbot bleibt hingegen bestehen, wie die Kliniksprecherin Damaris Hunsmann am Donnerstag mitteilte. Auch der selbstständige Gang in die Notaufnahme bleibt verboten.

Alle weiteren Details finden Sie hier

Kinobetreiber wollen noch nicht öffnen

Es ist gut gemeint. Bringt den Kinobetreibern in der Region allerdings nicht viel: Das vom Land Brandenburg gesetzte Datum vom 6. Juni zur Wiedereröffnung der Kinosäle nach der Corona-Pause ist den Kinos in Potsdam und Potsdam-Mittelmark zu bald. So schreibt Gösta Ölstrom, Betreiber des Scala Kulturpalastes Werder, in einem eindringlichen Kommentar auf dem sozialen Netzwerk Facebook: „Der Wunsch aller Kinobetreiber, einheitlich bundesweit am 2.7.20 öffnen zu wollen, damit genug Vorlauf besteht was unter anderem Filme von Verleihern und deren Bewerbung angeht, wurde mit der willkürlichen Erlaubnis zum 6. Juni übergangen. Soviel zum Stellenwert der Kinokultur bei unserer Landesregierung!“

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Klinikum schließt Kündigungen aus

Nachdem bekannt geworden ist, dass städtische KlinikumErnst von Bergmann“ auf ein millionenschweres Defizit zusteuert, bangen Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze. Noch im Interview mit der MAZ Anfang Mai hatten die Interimsgeschäftsführer zwar eingeräumt, dass die wirtschaftliche Situation angespannt ist, sie versicherten aber auch dass, es keine Kündigungen geben würde – wie stehen sie heute zu dieser Aussage? „Daran hat sich nichts geändert“, sagt Kliniksprecherin Damaris Hunsmann. – Das Klinikum schließt zum jetzigen Zeitpunkt also betriebsbedingte Kündigungen aus.

Warum es trotzdem ein Problem gibt, lesen Sie hier

Von MAZonline/bos

Tarifzahlung am Potsdamer Klinikum - Bergmann-Klinikum setzt auf Finanzhilfe der Stadt
28.05.2020
28.05.2020
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