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Potsdam So lief das erste Treffen von „Miteinander reden“ im Drewitzer Begegnungszentrum Oskar
Lokales Potsdam So lief das erste Treffen von „Miteinander reden“ im Drewitzer Begegnungszentrum Oskar
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18:33 09.02.2020
Hans Blokland von „Social Science Works“ gehört zum Moderationsteam der Gesprächsreihe im Begegnungszentrum Oskar. Quelle: Foto: Friedrich Bungert
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Drewitz

Nur eine Hand voll Bürger wollte miteinander reden beim Auftakt der gleichnamigen neuen Diskussionsreihe am Sonntagnachmittag im Begegnungszentrum Oskar in Drewitz. Doch für die Macher der Reihe, Alice Lorch und Hans Blokland vom Potsdamer Unternehmen Social Science Works, sowie Daniel Piechotka vom Oskar war die Zusammenkunft aufschlussreich.

Initiatoren wollen Menschen ins Gespräch bringen

Das Auftakttreffen sollte dazu dienen, Themen zu sammeln für künftige Treffen. Das erste Thema lag da quasi auf der Hand: Bürgerbeteiligung. Heißt das, nur zu kritisieren, was nicht in Ordnung ist? Auch in einer kleinen Gruppe kann es da hoch her gehen, wenn einer sagt, das bringe alles nichts, deshalb sei er nicht mehr dabei im Bürgeraktiv. „Machen Sie doch mit“, ermuntern ihn andere. „Es ist schwierig, etwas zu erreichen. Aber es geht.“ Als Themen für die nächsten Treffen einigte man sich zudem auf den Umgang mit Politikverdrossenheit, Umwelt und Klima sowie den Verkehr allgemein und den öffentlicher Nahverkehr im Besonderen.

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Die Idee für eine solche Diskussionsreihe in Drewitz hatten die Sozialwissenschaftler von Social Science Works. Hans Blokland nennt drei Überlegungen dafür: Es gäbe in der Gesellschaft zu wenig Möglichkeiten für „normale“ Bürger, sich zu treffen und über wichtige soziale und politische Themen zu sprechen. Dadurch gehe die Fähigkeit verloren, anderen zuzuhören, eigene Positionen zu bereichern und Kompromisse einzugehen.

Bürger und Wissenschaftler kommunizieren nicht

Zudem würde die Kluft zwischen diesen Bürgern und Wissenschaftlern und anderen Wissensträgern immer größer. Sie hätten sich in ihre Elfenbeintürme zurückgezogen und kommunizierten nur noch miteinander. Mit dem Ergebnis, dass die Menschen immer weniger informiert seien und alles, was nicht in ihr Weltbild passe, als „fake news“ definieren. Es fehlen also Plattformen, auf denen Wissensträger ihr Wissen mit den Menschen teilen.

Und drittens würden immer mehr Menschen angeben, einsam zu sein. Menschen jeden Alters und jeder Lebenslage seien davon betroffen, sagt Blokland. Die Volkskrankheit der westlichen Welt habe inzwischen Regierungen veranlasst, Maßnahmen dagegen zu ergreifen. In Großbritannien gibt es sogar ein entsprechendes Ministerium. Ein Jahr lang will Social Science Works, wenn dann auch die finanzielle Zuwendung durch die Stadt Potsdam geklärt ist, diese Zusammenkünfte organisieren. Immer am zweiten Sonntag im Monat um 10 Uhr findet „Miteinander reden“ künftig statt. Für Kinderbetreuung, Kaffee und Kuchen ist gesorgt.

Jeder soll mitdiskutieren können

Gestartet wird stets mit einer kleinen Einführung zum gewählten Thema als Grundlage. Danach gibt es eine moderierte Diskussion. Blokland und Lorch sind flexibel, was die Themen betrifft. Sie können aktuell politisch sein, die Stadt Potsdam betreffen aber auch allgemeine Dinge, wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Algorithmen sozialer Medien. „Wir bereiten die Themen so auf, dass sie leicht verständlich sind und jeder mitdiskutieren kann“, kündigen sie an. Idealerweise, so Blokland mit einem Augenzwinkern, seien die Teilnehmer hinterher nicht mehr einsam und besser informiert.

Von Elvira Minack

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