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Potsdam So reagiert das Netz auf den Klimanotstand in Potsdam
Lokales Potsdam So reagiert das Netz auf den Klimanotstand in Potsdam
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09:45 15.08.2019
Potsdamer Dürre-Impression: die Baustelle auf dem Gelände der ehemaligen FH. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Am Mittwochabend hat die Stadtverordnetenversammlung (SVV) in Potsdam den „Klimanotstand“ für die Landeshauptstadt ausgerufen. Dafür stimmten SPD, Grüne und Linke, dagegen CDU, FDP und AfD. Auch im Netz fallen die ersten Reaktionen kontrovers aus:

Auf der Facebook-Seite der MAZ lobt Traugott Heinemann-Grüder den Beschluss: „Dass der Klimanotstand ausgerufen wurde, war höchste Eisenbahn. Es ist vor allem Verpflichtung, dass sich die Stadt ernsthaft mit den Klimafolgen unserer Lebensweise auseinandersetzt, ihre Schlüsse daraus zieht und in verantwortungsvolles Handeln münden lässt. Daran ist nichts Symbolhaftes.“

Ihr widerspricht dort Elisabeth Karth: „Ich denke, dass das Ausrufen des Klimanotstandes in Potsdam Augenwischerei ist (es hat ja keine Gesetzeskraft) und es wird gute Stadtpolitik be- oder verhindern. Die Koalitionspartner auf einen Nenner zu bringen wird viel Zeit kosten, zu viel.“

Sebastian Kell merkt ironisch an: „Warum ruft man in Potsdam nicht einen „Infrastrukturnotstand“ aus? Vielleicht würde man es dann schaffen, eine Tram schneller zu planen als über Jahrzehnte.“

Auch bei Twitter läuft unter dem Hashtag #Klimanotstand eine lebhafte Debatte. Die Piratenpartei spottet über das Abstimmungsverhalten der Opposition in der SVV:

Yeah! Die Grüne Jugend in Brandenburg feiert den Potsdamer Beschluss – und ein wenig auch sich selbst. Allerdings müsse der Rest des Bundeslandes folgen.

Zwei User blicken über den Brandenburger Tellerrand und nach Berlin: „Wenn die AfD über eine Öko-Diktatur spricht, ist der #Klimanotstand mehr als nur ein richtiges Signal“, schreibt Ferat Ali Kocak. „Jetzt müssen alle anderen Städte – insbesondere Berlin – das auch umsetzen.“ Marco Tralles wendet sich mit dieser Forderung direkt an den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD):

Pieter Baumann sieht den Potsdamer Beschluss kritisch: „Politik sollte vorausschauend planen und dann handeln. Wenn man stattdessen nur Zeichen setzt, dann ist das ein Eingeständnis des Versagens. Und letztendlich nichts anderes als Aktionismus.“

Robert Bachmann hat mit dem Begriff „Notstand“ ein grundsätzliches Problem:

 

Paul Kolwitz fragt ironisch, was der #Klimanotstand denn nun konkret bedeute: „Rückt jetzt die Bundeswehr zur Beseitigung aus?“ Auch Rene Geißler macht sich über den Beschluss lustig...

Lob kommt von Mike Kess. Er schreibt: „Was im Land Brandenburg vor der Sommerpause noch am ideologisch motivierten Widerstand der SPD scheiterte, konnte nun in Potsdam durchgesetzt werden. Glückwunsch!“ Marie Schäffer sieht in dem Beschluss ebenfalls einen wichtigen Schritt, „die existentielle Bedrohung unseres Planeten und Lebensstils anzuerkennen und endlich angemessen zu handeln. Nun müssen zügig konkrete Beschlüsse und Investitionen kommen!“

Flip Klimm fühlt sich dagegen ungut an eine Episode aus einer US-Kultserie erinnert:

Wer das nahe Weltende erwartet, für den gilt wohl die alte Fred-Fußbroich-Weisheit: „Für mich persönlich ist dat uninteressant.“

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Von MAZonline/tk

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