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Potsdam Nachhilfe mit Videoclips: So modern unterrichtet ein Potsdamer Lehrer
Lokales Potsdam Nachhilfe mit Videoclips: So modern unterrichtet ein Potsdamer Lehrer
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21:33 05.02.2020
Youtubelehrer Christian Lübke. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir: Es gibt wohl kein Schulkind, das diesen Spruch nicht einmal gehört hätte. Nicht in der Schule, sondern aus dem Leben lernen wir – wäre heutzutage vielleicht richtiger. Denn kaum ein Jugendlicher nutzt nur den eigentlichen Schulunterricht zum Bildungserwerb. „Die einen fragen ihre Eltern oder Geschwister oder nehmen Nachhilfe, die anderen lernen bei YouTube“, sagt Christian Lübcke.

Mehr als die Hälfte lernt via Video

Der 26-Jährige Lehramtsstudent aus Potsdam dreht selbst Lehrvideos für die Videoplattform YouTube, er erklärt hier die englische Grammatik – oder, wie man eine Wegbeschreibung in der Fremdsprache verfasst. „Die Wegbeschreibung ist mein beliebtestes Video“, sagt Christian Lübcke. „Denn das ist ein Test, den eigentlich alle Schüler irgendwann mal in der Schule haben.“ Die Kommentare unter dem Video, das der Student neben vielen anderen auf seinem Kanal „EngLife“ veröffentlicht hat, geben ihm recht. „Sie haben mir geholfen“, schreibt einer, „ich habe es super hinbekommen“ ein anderer.

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Einer Studie des Rats für kulturelle Bildung aus dem vergangenen Jahr zufolge nutzen fast 90 Prozent der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren die Videoplattform YouTube, mehr als die Hälfte von ihnen bewertet Videos zu Schulthemen als „wichtig“ oder gar „sehr wichtig“.

Das Internet als Nachhilfelehrer? Christian Lübcke kann das erklären. „Zum einen können die Schüler hier ganz gezielt das suchen, was sie nicht verstanden haben“, sagt er, „und es besteht die Möglichkeit, immer und immer wieder die Erklärung zu hören, ohne dass sich jemand schämen muss, weil er etwas nicht verstanden hat.“ Denn das sei es, was seiner Erfahrung nach an den Schulen oft zu kurz komme. „Für Wiederholungen bleibt im straffen Lehrplan oft zu wenig Zeit“, sagt Christian Lübcke. Er unterrichtet auch außerhalb des Internets, kann längst sein Studium von der Nachhilfe finanzieren.

Immer wieder zurückspulen ohne Scham

Anfangs habe er selbst noch viel Stoff nacharbeiten müssen. „Natürlich habe ich in der Schule Englisch gelernt, ich studiere es an der Uni und bin mit dem Internet aufgewachsen, also habe ich auch dort viel gelernt“, sagt Christian Lübcke, „aber um es anderen erklären zu können, reicht das nicht.“

So hat der Potsdamer letztlich selbst am meisten durch die Nachhilfe gelernt, die er nun seit vier Jahren anbietet. Die größten Schwierigkeiten für die Schüler seien Aussprache und Vokabeln. „In der Schule ist einfach zu wenig Raum, um das eigentliche Sprechen wirklich lernen zu können“, findet Lübcke.

„Akzent ist gar nicht schlimm“

Sein Tipp ist, sich selbst beim Englischsprechen einfach mal aufzunehmen und zu kontrollieren. „Ein Akzent ist übrigens überhaupt nicht schlimm“, sagt der erfahrene Nachhilfelehrer. Bei den Vokabeln ist es seiner Ansicht nach so, dass nach der Grundschule, in denen noch Wortlisten gelernt würden, der Fokus nicht mehr auf dem Wortschatz liegt. „Das Lernen ist nun einmal das nervige am Lernen“, sagt Christian Lübcke. „Deshalb lassen viele Schüler das dann auch wieder sein.“

Das Problem: Wenn der Grundwortschatz fehlt, kann auch die schönste Grammatik nicht angewendet werden. Auch für Vokabel-Faule hat Christian Lübcke deshalb einen guten Tipp: „Texte auf Englisch lesen, und zwar echte Texte.“ Wer beispielsweise Harry Potter im englischen Original lese, begegne echter, lebendiger Sprache. „Das macht mehr Spaß als Lehrbücher, und wenn man unbekannte Wörter einmal verstanden hat, merkt man sie sich auch.“

Von Saskia Kirf

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