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Potsdam Oberbürgermeister Schubert will Stadtkanal durch Potsdam erneuern
Lokales Potsdam Oberbürgermeister Schubert will Stadtkanal durch Potsdam erneuern
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17:12 25.01.2019
Neujahrsempfang 2019 Potsdam, OB Mik Schubert (SPD) präsentiert Idee der Wiederbelebung des Stadtkanals Quelle: Hannah Suppa
Potsdam

Mehr als 600 Gäste sind auf dem Neujahrsempfang der Stadt Potsdam im Nikolaisaal empfangen worden. Festredner ist Matthias Platzeck (SPD), der frühere Ministerpräsident Brandenburgs. Denn in diesem Jahr soll das Ereignis ganz im Zeichen des 30. Jubiläums der Friedlichen Revolution 1989 stehen.

So erzählte Platzeck als Zeitzeuge von seinen persönlichen Erfahrungen in der Wendezeit und den diffusen Ängsten der jetzigen Gesellschaft. Er mahnte deswegen die Ängste ernst zu nehmen und wünschte sich, „dass wir das ehrliche, kulturvolle Streiten nicht verlernen. Und dabei auch auf Menschen zugehen, die unbequem sind oder scheinen oder übertrieben Angst haben“.

Für die erste Überraschung des Tages sorgte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD). In seiner Ansprache kündigte er an, den überwiegend überbauten Stadtkanal quer durch die Innenstadt erneuern zu wollen. Ein wiederbelebter Stadtkanal solle ein „Sehnsuchtsort“ für Potsdam werden.

Im Vorfeld stand ein anderes Thema im Mittelpunkt. Es ging es vor allem um die Ehrung, wer sich an diesem Freitag in das Goldene Buch der Stadt eintragen darf. Vier Persönlichkeiten hatte Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) ausgewählt, die alle eine Rolle in der DDR, der Wendezeit und in der Entwicklung der Stadt seit 1990 gespielt haben. „Ihre Perspektive muss man nicht immer teilen, aber alle vier helfen uns einen ganzheitlichen Blick auf die Stadt zu bekommen“, sagt Mike Schubert, der sich in seiner Vorrede eine Debattenkultur wünschte, die auch andere Perspektiven zulasse und fair bliebe.

Eintragen durften sich die Grünen Stadtverordnete Saskia Hüneke, die Frauenrechtlerin Heide Gerber und der frühere Kirchenkreissprecher Christan Rüss. Weil aber Lutz Boede von der Fraktion Die Andere von Schubert vorgeschlagen worden war, gab es Proteste von der CDU, die den Neujahrsempfang deshalb boykottieren will.

CDU boykottiert den Neujahrsempfang

Immerhin: CDU-Fraktionschef Matthias Finken hat in einer Antwort an Oberbürgermeister Schubert erklärt, dass die „Vorbereitungen in diesem Jahr aus unserer Sicht und auch nach Meinung vieler Bürgerinnen und Bürger, die sich an uns gewandt haben, nicht optimal gelaufen sind und die nahe Kommunalwahl hätte mehr bedacht werden müssen.“ Weiter sagte er: „Das bedauern wir und darüber müssen wir reden, sowie daraus die richtigen Lehren ziehen. Es steht selbstverständlich jedem Mitglied der Fraktion frei, als Zeichen der Toleranz an der Veranstaltung teilzunehmen“, so Finken. Er selbst sei noch im Urlaub und aus diesem Grund nicht anwesend.

Für Lutz Boede war der Eintrag in das Goldene Buch der Stadt recht entspannt: „Ich weiß ja, was ich in der Stadt gemacht habe. Ich habe mich engagiert und dazu stehe ich schon immer.“ Es sei dennoch etwas Besonderes, auch im Blick auf die Anderen verdienstvollen Potsdamer in dem Buch wie Ortschronisten, Sprengmeister und Sportler: „In der Linie ist das, denke ich angemessen, auch weil wir zu viert und nicht einzeln geehrt wurden.“

Für das Programm sorgte in diesem Jahr das Jugendsinfonieorchester der Städtischen Musikschule, die Bands Simple Voice und Keimzeit, sowie der Saxofonist Ralf Benschu mit dem Sänger Adrian Schenk. Sie spielten „nicht nur spanische Klänge, sondern auch Stücke aus der Zeit über die wir heute reden möchten“, stellt Oberbürgermeister Mike Schubert fest.

Von Jan Russezki

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