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Potsdam Solardächer, Wohnungssuche, Mitfahrbänke – das sind die Meinungen der MAZ-Leser
Lokales Potsdam

Solardächer, Wohnungssuche, Mitfahrbänke – das sind die Meinungen der MAZ-Leser

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07:30 08.08.2021
Diese Themen haben unsere Leser interessiert.
Diese Themen haben unsere Leser interessiert. Quelle: MAZ
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Potsdam

Klimaschutz, Wohnungssuche und Mobilität: Die Themen, die die MAZ-Leser bewegen, sind Dauerbrenner in unserer Stadt. Drei unserer Leser haben uns dazu geschrieben. Was sie kritisieren, was ihre Sorgen sind und was sie fordern, lesen Sie hier.

Stadt will Hausbesitzer als Verbündete gegen Klimawandel: „Keine weiteren Bäume opfern!“

Aufbau einer Solarenergieanlage auf einem Einfamilienhaus: Ein Modell für Potsdam? Quelle: Jochen Tack

Um seine Klimaziele für 2050 zu erreichen, braucht Potsdam die Hilfe der Hauseigentümer: Es bedarf vieler Grün- und Solardächer. Die Stadt selbst will mit zwei Solardächern auf Schulen mit gutem Beispiel vorangehen. MAZ-Leser Hans-Peter Franke aus Potsdam findet: Das kann nur der erste Schritt sein.

„Eine tolle Aktion. Die angebotene App solar-potsdam.ipsyscon.de nimmt für Interessenten schon mal erste Hürden. Ich finde, das ist der richtige Weg, erst zu prüfen, wo Photovoltaik und Solarthermie auf bestehende versiegelte Flächen installiert werden könnte – und erst dann Ackerland und Grünflächen damit zu bepflastern. Bei der Aktion „Dachbegrünung“ muss die Stadt sich aber mal selbst überprüfen: „Was wollen wir?“ Es kann ja wohl nicht sein, dass den gut Betuchten die Erlaubnis erteilt wurde, am Jungfernsee so dicht am Ufer zu bauen und dann die Bäume gefällt werden. Weniger der Sicherheit wegen, sondern mehr wegen des tollen Blickes. Und wenn wir schon beim Thema grüne Lunge sind, dann gebe ich zu bedenken, dass keine weiteren Grünflächen und kleine Stadtwälder dem Wachstum der Stadt geopfert werden sollen.“

Wohnungssuche unter erschwerten Bedingungen: „Da kann man nur den Kopf schütteln“

Maria (40) und Thomas (41) Janzon mit Elsa und Maja. Quelle: Bernd Gartenschläger

Die Potsdamer Familie Janzon sucht dringend eine barrierearme Wohnung innerhalb von Babelsberg. Nur so können sie das Leben mit ihren drei Kindern noch meistern – denn eines davon leidet unter einem schweren Gendefekt. MAZ-Leserin Elke Rosenkranz lebt ebenfalls in Potsdam und erwartet von der Familie eine gewisse Flexibilität.

„Da sucht eine fünfköpfige Familie eine größere, barrierefreie Wohnung. So weit ein täglicher Vorgang. Aber hier wird der OB bemüht, die Beigeordnete für Soziales schaltet sich ein. Ein Angebot wird gemacht... Aber nun soll die Familie von Babelsberg zum Stern ziehen? In den Plattenbau? Geht gar nicht, da sind Depressionen und „Retraumatisierung“ programmiert, die Kinder würden Schaden nehmen. Wie überleben tausende Familien in den Neubaugebieten solch ein Dilemma? Da bleibt wohl doch nur ein Umzug nach Berlin als Alternative. PS: Passend dazu in selbiger Zeitungsausgabe die Karikatur „Erinnert mich an unser Potsdam – viel Gemecker auf höchstem Niveau“.

Der MAZ-Karikaturist Jörg Hafemeister hat mit dieser Zeichnung einen Nerv getroffen. Quelle: Jörg Hafemeister

Mitfahrbänke: „Idee scheitert an Unwissenheit“

Mehrere Ortsvorstände im Potsdamer Norden nehmen Satzkorner Mitfahrbank in Betrieb Quelle: Siegmar Schmidt

Wenn der Bus weg ist, ausfällt oder nicht mehr fährt, hat man auf den Mitfahrbänken im Potsdamer Norden noch eine Chance: Autofahrer sehen den Wartenden und nehmen ihn mit. Der Potsdamer Jens Steenblock ist dort vorbei gefahren und hat uns seine Eindrücke geschildert.

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„Fahrland hat jetzt eine Mitfahrbank – eine tolle Idee in Zeiten schlechter Verkehrsanbindungen im Potsdamer Umland. Man setzt sich auf die Mitfahrbank, Autofahrer halten an und nehmen einen mit. Und nun steht die Bank an der Ketziner Straße und mein Blick schweift oft zu ihr, wenn ich durch Fahrland fahre. Leider habe ich nie jemanden dort sehen. Vielleicht wissen viele Leute gar nichts von dem Angebot. Vielleicht halten Autofahrer ungern in der Kurve einer viel befahrenen Durchgangsstraße an. Dort steht die Bank nämlich. Und doch hatte ich gestern das Glück – die Bank war besetzt. Da mein Interesse groß war, fragte ich höflich, wie lange die Beiden denn schon warten. Nein, sie wollen nur Kaffee trinken. Nach einem herzhaften Lachen stellte sich bei mir die Erkenntnis ein: Die besten Ideen können durch Unwissenheit scheitern. Welcher Autofahrer hält ein zweites Mal an einer gefährlichen Stelle, um jemanden mitzunehmen, wenn er die Erfahrung gemacht hat, dass die Leute eigentlich nur ihren Kaffee trinken wollen.“

Von MAZonline