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Potsdam Wie verhindern wir einen Potsdamer Verkehrskollaps?
Lokales Potsdam Wie verhindern wir einen Potsdamer Verkehrskollaps?
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10:35 23.05.2019
Ein vertrautes Bild: Stau auf der Nuthestraße in Richtung Berliner Straße. Quelle: Stefan Gloede
Potsdam

Was wollen SPD, CDU, Linke, Grün, Die Andere, AfD, Bürgerbündnis, FDP, Die Partei und BVB Freie Wähler beim Thema Verkehr für Potsdam erreichen? Wir haben den zehn Parteien vor der Kommunalwahl jeweils die drei selben Fragen gestellt – herausgekommen sind zehn Visionen für Mobilität.

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Das sagt die Linke

Linke Quelle: Linke

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Angesichts der Verkehrsprobleme in der Stadt (nur zwei Brücken) sollten die Voraussetzungen für einen dritten Havelübergang weitergeprüft werden und eine weiträumige Umgehungsstraße nicht ausgeschlossen werden. Zugleich muss der ÖPNV-Ausbau jetzt weitergehen.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Die geplanten Maßnahmen zur Umgestaltung der Friedrich-Ebert-Straße – kein Kfz-Verkehr, ausreichend breite Geh- und Radwege, barrierefreie Haltestellen und die Reduzierung des Querungsverkehrs an der Gutenbergstraße sind der richtige Ansatz. Regionalbahnen müssen öfter halten.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Wir haben einen leistungsfähigen Verkehrsbetrieb, der guten Voraussetzungen für höhere Fahrgastzahlen und kundenfreundliche Angebote hat. Diese müssen sich verbessern, damit mehr Menschen das Auto stehen lassen. Die Unternehmensführung muss zügig neu besetzt werden.

Das sagt die SPD

SPD Quelle: SPD

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Von beidem raten die Verkehrsplaner ab. Enorme Kosten, starke Umweltzerstörung und keine Effekte. Potsdam hat kein Durchfahrtsproblem, sondern ein Pendlerproblem. Da nutzt diese Umgehung wenig. Das Geld stecken wir lieber in ein gutes ÖPNV-Angebot und Radwege.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Die Einpendler müssen am Stadtrand ein überzeugendes P&R-Angebot haben und auf Busse und Bahnen umsteigen. Parken in der Innenstadt darf nicht günstiger als ein ÖPNV-Ticket sein. Schleichwege durch die Wohngebiete sollen konsequent unterbunden werden. Die Radwege werden ausgebaut.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Potsdam hat bundesweit eines der besten ÖPNV-Angebote. Mehr Akzeptanz soll ein 365-Euro-Jahresticket und ein enger Potsdam-Takt bringen. Der Ausbau der Straßenbahn bis Marquardt muss forciert werden. Die Regionalbahn soll häufiger fahren und der Anschluss nach Spandau kommen.

Das sagt die CDU

CDU Quelle: CDU

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Potsdam wächst, wird weiter verdichtet – der Raum ist jedoch begrenzt. Wir müssen den ÖPNV sowie das Rad- und Fußwegenetz ausbauen. Der Verkehr sollte zudem um die Stadt herumgeleitet werden. Havelspange und Nordumgehung sind daher unvermeidbar und nicht nur für Pkw eine Alternative.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Zunächst analysieren, welche Verkehre unvermeidbar sind und diese optimieren. Die Chancen der Digitalisierung sollten wir nutzen, um eine intelligente Verkehrs- und Nutzerlenkung sowie die Neuordnung des ruhenden Verkehrs (Parkhäuser, attraktive Angebote „letzten Meile“) zu erreichen.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Wir brauchen ein attraktives Angebot mit besserer politischer, fachlicher und betriebswirtschaftlicher Kontrolle. Kapazitäten (Fahrzeuge und Linien) erweitern, damit diese zum Umstieg einladen. Begleitet durch eine attraktive Preispolitik u.a. ein kostenloses Schüler-/Azubi-Ticket.

Das sagen Bündnis90/Die Grünen

Grüne Quelle: Grüne

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Wie lehnen sie ab. Sie würde kaum entlasten, aber Verkehre anziehen, Naturräume zerstören, Lebensräume (Golm, Waldstadt) beeinträchtigen; aus guten Gründen aus dem Bundesverkehrswegeplan genommen. Öffentliche Mittel sollen primär für Bahn, ÖPNV, Rad- und Fußwege eingesetzt werden.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Das wollen wir durch Verkehrsbeschränkung und -beruhigung, Parkraumbewirtschaftung, Stärkung des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad, Fuß) erreichen.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Die Finanzierung des ÖPNV hat höchste Priorität. Mittel aus Stadt, Land und Bund sind zusammenzuführen, damit die Planung endlich eine solide Basis hat.

Das sagt die Andere

Die Andere Quelle: Maz

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Wir lehnen sie ab. In Potsdam sind nur 10 Prozent Durchgangsverkehr, der Rest will in die Stadt. Da hilft keine teure Umgehungsstraße, für die in Golm und der Waldstadt 50 000 Bäume und viele geschützte Biotope zerstört werden. Die Havelspange kann nicht einmal vor 2045 fertig gebaut werden.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Die Lösung liegt in weniger Auto- und Individualverkehr. Dazu muss der ÖPNV ausgebaut und möglichst im Nulltarif nutzbar sein. Wir brauchen Radschnellwege nach Werder, Stahnsdorf und Fahrland. Und ganz besonders wichtig ist eine eigene Bahnanbindung des Potsdamer Nordens an Berlin.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen? 

CDU, SPD und Grüne haben den Verkehrsbetrieb jahrelang kaputtgespart. Nun muss ein Neustart her. Wir wollen eine Modernisierung des ÖPNV-Angebotes und der Strukturen durchsetzen. Insgesamt wird das viel Geld kosten, ist aber eine unverzichtbare Investition in eine klimafreundliche Zukunft.

Das sagt das Bürgerbündnis

Bürgerbündnis Quelle: Bürgerbündnis

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Wir stehen für das Projekt Havelspange, um langfristig den Durchgangsverkehr zu verringern. Der Potsdamer Norden braucht eine Umgehungstraße als Alternative zur von LKW und Berufspendlern stark genutzten B2. Allein durch neue Tramtrassen und Radwege wird das Problem nicht gelöst.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Günstige Familien- und kostenlose Schüler-Tickets, dichtere Taktungen und eine bessere Anbindung der Ortsteile schaffen Anreize, um auf Bus und Bahn umzusteigen. Parkmöglichkeiten wie die Tiefgarage unterm Kutschstall müssten durch ein besseres Parkleitsystem beworben werden.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Wir sind zuversichtlich, dass die Neubesetzung der Geschäftsführer-Posten der Verkehrsbetriebe noch 2019 gelingen wird, mit qualifizierten Leuten, wie wir sie für die Stadtwerke und EWP schon haben. Mit der neuen Lenkungsgruppe sind wir auf einem guten Weg. Jetzt fehlen noch Geld und gute Planer.

Das sagt die AfD

AfD Quelle: AfD

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Wir unterstützen einen dritten Havelübergang und eine Umgehungsstraße ausdrücklich. Die beiden bestehenden Brücken sind seit Jahren an der Kapazitätsgrenze und wirken wie Nadelöhre auf den Verkehr. Durch die Umgehungsstraße lässt sich der Innenstadtverkehr laut Schätzung wesentlich senken.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Potsdams Innenstadt ist durch das Einbahnstraßennetz ein Zentrum der langen Wege. Die Verkehrslenkung und das Leitsystem müssen deshalb erneuert werden. Ferner bedarf es der Havelspange zur Entlastung der Innenstadt sowie der Abschaffung der Pförtnerampeln und neuer grüner Wellen.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Das aktuelle Führungsproblem muss angegangen und das Personalmanagement überarbeitet werden. Wir brauchen in Zukunft nicht nur Trams und Busse sondern auch gut bezahlte Fahrer. Auch das 365-Euro-Ticket und die kostenfreie Nutzung für Schüler müssen schnellstmöglich umgesetzt werden.

Das sagt die FDP

FDP Quelle: FDP

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Durchgangsverkehr ist ein Teil des Problems und wird mit dem Wachstum des Speckgürtels noch weiter zunehmen. Um die Innenstadt zu entlasten und Platz für ÖPNV, Fahrradfahrer und Fußgänger zu schaffen, muss es eine Umfahrungsmöglichkeit geben.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Der ÖPNV muss bis in die Randbezirke ausgebaut werden. Der Linienverkehr muss durch ein flexibles, bedarfsabhängiges Angebot ergänzt werden (Rufbusse über App). Radwege müssen ausgebaut und sicherer werden (farbliche Markierung). Die Innenstadt muss mit dem Auto erreichbar bleiben.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Durch Investitionen in den Streckenausbau und in neue Technologien, z.B. autonome Trams, alternative Antriebe, Bedarfsbusse, die über eine App angefordert werden können.

Das sagen BVB/die freien Wähler

BVB Freie Wähler Quelle: BVB Freie Wähler

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Da der Verkehrsfluss innerhalb der Stadt gedrosselt werden soll, ist dies für uns eine Variante, die neu geprüft werden sollte. Es muss allerdings nicht außer Acht gelassen werden, dass das Landschaftsschutzgebiet erhalten bleibt.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Attraktivität des ÖPNV stärken, nicht schwächen wie bisher. Direkte Anbindung aller Ortsteile an den ÖPNV ist Grundvoraussetzung.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen? 

  Der ViP benötigt zuerst Geschäftsführer und dann mehr Geld. Das Loslassen von Dogmen, wie „Tram ist gut!“ ist wichtig. Sparen an der verkehrten Stelle führt wie bei den ViP zu den zur Zeit bestehenden Krisen.

Das sagt die Partei

Die Partei Quelle: Die Partei

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Wir fordern die Aufstellung von Nahverkehrskatapulten. Diese sorgen emissionsfrei für eine schnelle Verbindung. Inklusive romantischer Partnerflüge. Wer hoch fliegt, sieht weit!

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

Ergänzend zum Nahverkehrskatapult planen wir die Einführung von Zeppelin-Shuttles mit Einzelautoaufhängung, die zwischen Luftschiffhafen und Hochstraße(L40/Friedrich-Engels-Straße) pendeln.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Nahverkehrskatapulte und Zeppelin-Shuttles! Als Goodie und Motivation für Fahrer*innen des ÖPNV werden für sie die anfallenden Wasserblickzuschläge auf unseren gehobenen Niedrigverdiener-Zeltplätzen subventioniert.

Das sagt Einzelbewerber Ingo Charnow

Der Potsdamer Ingo Charnow ist parteilos. Quelle: privat

Wie stehen Sie zu einer weiteren Autobrücke über die Havel und zu einer weiträumigen Umgehungsstraße?

Für eine Entlastung der Potsdamer Innenstadt und damit auch für die dort lebenden Potsdamer befürworte ich den Bau der Havelspange und damit für eine Umgehungsstraße.

Was wollen Sie konkret tun, um die Verkehrssituation in der Innenstadt zu entspannen?

ÖPNV verdichten und damit eine bedarfsgerechte Vertaktung, sichere Rad- und Fußgängerwege, Wege-Ausbau.

Wie wollen Sie den ÖPNV aus der aktuellen Krise bringen?

Attraktive Fahrgastangebote müssen dem Fahrgast/Teilnehmer gebündelt angeboten werden. Dazu gehört ein ausgebauter Fahrgastdialog.

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Von MAZonline

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