Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Sorge um das Kulturquartier am Wasser
Lokales Potsdam Sorge um das Kulturquartier am Wasser
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:46 04.05.2018
Sven Till, Katja Dietrich-Kröck, Klaus Eichler und Volkmar Raback (v.l.n.r.) am Freitagabend vor dem Beginn an der Podiumsrunde in der Schinkelhalle. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam/Schiffbauergasse

Kulturschaffende und Kommunalpolitiker fordern eine langfristige Sicherung der Schiffbauergasse in Potsdam als Kulturquartier. Im Jahr 2021 ende die Zweckbindung für das mit Millionenförderung errichtete Zentrum für Kunst und Soziokultur (ZKS), erklärte Sven Till, künstlerischer Leiter der Fabrik Potsdam, am Freitagabend in einer Podiumsrunde zum Tag der Städtebauförderung in der Schinkelhalle. Nach Angaben der früheren Standortbeauftragten Isabel Ahrens müsste die kulturelle Nutzung mit dem Bebauungsplan festgeschrieben werden.

Die Linken erklärten am Freitag, mit dem für 2020 angekündigten „Auslaufen des Sanierungsgebietes“ sei es „erforderlich, durch einen entsprechenden Bebauungsplan die vorrangige Gestaltung als Kulturstandort zu sichern“. Es gebe „keinen Automatismus, dass die bisherige Entwicklung so weitergeht“, so Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg und die Chefin des Kulturausschusses Karin Schröter.

Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) äußerte sich in der gestrigen Podiumsrunde nicht zu dieser Frage.

Mehrere Millionen Euro für Schiffbauergasse

In die Sanierung und den Ausbau der früheren Industrie- und Militärbrache am Tiefen See zum Kunst- und Kreativquartier sind allein in den vergangenen 15 Jahren mehr als 100 Millionen Euro investiert worden. Namhafteste Baustelle war der 2006 eröffnete Theaterneubau, in den allein rund 25 Millionen Euro flossen. Zu den bekanntesten Einrichtungen zählen das Waschhaus, die Fabrik und das T-Werk.

Katja Dietrich-Kröck, die nach 20 Jahren im Waschhaus ins Wirtschaftsministerium wechselte, kritisierte im Podium ein „Bashing“ der Schiffbauergasse, deren Potenziale auch von politisch Verantwortlichen schlecht geredet würden. Sie bezog sich dabei auch auf eine Podiumsrunde mit Potsdamer Oberbürgermeisterkandidaten am Vorabend, die sich durchweg in diesem Sinne geäußert hätten. Ihr Kommentar: „Ich kann es nicht mehr hören, und es stimmt auch nicht.“

Waschhaus und Hans-Otto-Theater am beliebtesten

Die Schiffbauergasse sei „nicht totsaniert“ wie vielfach behauptet werde, so Dietrich-Kröck. Die einzelnen Einrichtungen bekämen für ihre Arbeit vielmehr großen Zuspruch. Die größten Zuschauerzahlen auf dem Gelände haben das Waschhaus mit mehr als 115 000 und das Hans-Otto-Theater mit mehr als 100 000 Besuchern im Jahr.

Die Kulturaktivistin kritisierte allerdings eine schleppende und bürokratische Verwaltung und Entwicklung des Geländes, die zu Lasten der Aufenthaltsqualität ginge. So habe der Neubau eines Spielplatzes fast 20 Jahre gebraucht. Container, die mit Ausstellungen und Begegnungsmöglichkeit zur Belebung des Schirrhofs beitrugen, seien nach mehreren Jahren auf Anweisung der Bauaufsicht abgeräumt worden: „Man sollte auch kleine Dinge zulassen“, sagte Dietrich-Kröck.

Betriebskostenumlage steht im Raum

Klaus Eichler, der die Entwicklung des Geländes über lange Zeit als Abteilungsleiter im Bauministerium begleitete, forderte eine Beteiligung von am Platz ansässigen Unternehmen wie VW und Oracle an der Kulturfinanzierung. Das Modell einer Betriebskostenumlage ansässiger Firmen zugunsten der Kultur wurde in der Schiffbauergasse vor Jahren schon einmal versucht und wieder eingestellt, weil sich außer dem Restaurantschiff „John Barnett“ kein weiteres Unternehmen daran beteiligte.

Theatergeschäftsführer Volkmar Raback sagte, die Chancen für eine Beteiligung von „Global Playern“ an der Kulturförderung stünden schlecht. Das Hans-Otto-Theater sei nicht die Elbphilharmonie. Er warb aber dafür, nach Sponsoren für den Bau einer Seebühne vor den Terrassen des Theaterneubaus zu suchen, deren Kosten er auf 400 000 Euro bezifferte.

Mit dem Projekt, das vor mehreren Jahren am Veto des Finanzausschusses scheiterte, könne die Schiffbauergasse in den Sommermonaten deutlich belebt und auch für Touristen attraktiver gemacht werden.

Von Volker Oelschläger

Zahlreiche Haltestellen werden nicht angefahren, weil es an der Ecke Erich-Weinert-Straße und Drewitzer Straße zu einer Havarie kam. Erst am Mittwoch wird der Verkehr wieder regulär geführt.

04.05.2018

Der 34-Jährige soll seinen Nachbarn grundlos die Treppe hinabgestoßen haben und seinen Hund auf den Mann gehetzt haben. Auch seine Freundin soll geschlagen worden sein. Alles aus einem banalen Grund.

04.05.2018
Restauranttest „Aufgetischt“ - So schmeckt’s im „Speckers“

Das alles kann Landhausküche: Das Speckers mischt bodenständige mit gehobener Küche – und kann Spargel. Die MAZ war vor Ort und hat probiert.

05.07.2018