Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Sozialwohnungen am Volkspark in Potsdam
Lokales Potsdam Sozialwohnungen am Volkspark in Potsdam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:30 08.08.2017
Grundsteinlegung mit der MAZ: Staatssekretärin Ines Jesse (SPD), Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius, Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) und Architekt Thomas Müller (v.l.).
Anzeige
Bornstedter Feld

Premiere im Bornstedter Feld: Unter der Regie der städtischen Bauholding Pro Potsdam entsteht erstmals seit 15 Jahren wieder geförderter Wohnungsbau in dem 9000-Einwohner-Kiez. Der vierstöckige Block bietet in bester Lage am Volkspark 165 Zwei-, Drei-, Vier- und Fünfraumwohnungen – drei Viertel von ihnen sollen ab dem vierten Quartal 2019 als Sozialwohnungen vermietet werden. Es ist aktuell das größte geförderte Neubauprojekt der Pro Potsdam.

Heißt: Dort, wo sich die Kaltmieten sonst eher in den Regionen jenseits von zehn Euro pro Quadratmeter bewegen, gibt es wieder etwas für den schmalen Taler. Mieter mit einem Wohnberechtigungsschein (WBS) – er wird bis zu einem Jahreseinkommen von 12 000 Euro für einen Single-Haushalt bewilligt – zahlen maximal 5,50 Euro pro Quadratmeter für die Nettokaltmiete. Wer geringfügig über der WBS-Schwelle verdient, zahlt bis zu sieben Euro je Quadratmeter.

Anzeige
So soll es mal aussehen an der Georg-Hermann-Allee. Quelle: Bernd Gartenschläger

Möglich gemacht wird das Bauen für die weniger Betuchten durch ein 2014 gestartetes Förderprogramm des Landes, das zinsverbilligte Kredite bietet. An der Georg-Hermann-Allee steuert das Land mit 19 Millionen Euro den Löwenanteil des 32-Millionen-Projekts bei. Aus demselben Fördertopf finanziert die Pro Potsdam derzeit noch zwei weitere Projekte am Tiroler Damm und in der Straße Am Moosfenn in der Waldstadt.

Auch für das Mega-Neubauvorhaben der nächsten Jahre – das Wohngebiet Krampnitz für bis zu 7000 Bewohner – wünscht sich das Unternehmen den Zugang zu den günstigen Landeskrediten. Momentan ist Krampnitz aber nicht Teil dieser „Förderkulisse“, wie es im Amtsdeutsch heißt. Allerdings stehen die Zeichen dafür nicht schlecht, so Ines Jesse (SPD), Staatssekretärin im Infrastrukturministerium, am Montag bei der Grundsteinlegung zur MAZ: „Der Antrag ist noch nicht gestellt, aber wir sind diesbezüglich mit der Stadt Potsdam im Gespräch.“

Die Kartusche kommt an ihren Platz. Quelle: Bernd Gartenschläger

Pro-Potsdam-Chef Horst Müller-Zinsius sieht auch die Stadt bei Sozialwohnungsprojekten in der Pflicht: „Wir können nur weiter so erfolgreich bauen, wenn die Verwaltung mitzieht“, sagte er an Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) gewandt: „Wir brauchen Baurecht für Projekte wie an der Heinrich-Heine-Allee, wenn wir mehr sozialverträglichen Wohnraum anbieten sollen.“ Auf dem ehemaligen Grundstück des Tennisclubs Rot-Weiß sind bis zu 700 Wohnungen geplant. Allerdings fehlt bislang der Bebauungsplan.

Bald 12 000 Bewohner

Das Projekt an der Georg-Hermann-Allee im Bornstedter Feld ist das Ergebnis eines Architekturwettbewerbs. Die Pläne stammen vom Büro Müller- Reimann aus Berlin.

Bis zum Jahr 2020 soll das Bornstedter Feld mit dem Abschluss der städtebaulichen Entwicklung zu einem Stadtteil mit 12 000 Bewohnern werden.

Das Bornstedter Feld wurde seit dem 18. Jahrhundert militärisch genutzt. Mit dem Abzug des ehemals sowjetischen Truppen bis 1994 eröffnete sich für die Stadtentwicklung eine neue Perspektive.

Müller-Zinsius verwies auf die Probleme, mit denen die Branche zu kämpfen hat. Die Baukosten steigen nicht zuletzt wegen der strengeren Auflagen beim Brandschutz und bei der energetischen Sanierung. „Daher ist die Bereitstellung von Fördermitteln von großer Bedeutung, um angemessene Mietkonditionen anbieten zu können“, so Müller-Zinsius.

Unterdessen geht es mit der Gestaltung des Bornstedter Feldes weiter. Der neue Annemarie-Wolff-Platz an der Ecke Kiepenheuerallee/Georg-Hermann-Allee soll zum Stadtplatz mit einem Mix aus Wohnungen und Gewerbe werden. 2016 wurde mit FH-Studenten ein Ideenwettbewerb durchgeführt. „Seine Ergebnisse sollen die Orientierung für die Gestaltung bieten“, sagte Unternehmenssprecherin Anna Winkler. Baubeginn ist Ende 2017.

Eine Malerin stellte zur Feier des Tages im Auftrag der Pro Potsdam ihre Staffelei an die Baugrube. Quelle: Bernd Gartenschläger

Von Ildiko Röd

Potsdam Modellversuch Zeppelinstraße in Potsdam - Stadt weist Manöverkritik der Linken zurück
07.08.2017
07.08.2017