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Potsdam Das zwingt den Top-Gastronomen in Potsdam zum Aufgeben
Lokales Potsdam Das zwingt den Top-Gastronomen in Potsdam zum Aufgeben
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08:11 01.08.2019
Steffen Specker ist Küchenchef und Mitinhaber von Speckers Landhaus. Das Restaurant ist über Potsdam hinaus bekannt. Quelle: Bernd Gartenschläger
Jägervorstadt

Eine Institution der Potsdamer Gastronomie steht zum Verkauf. Das Restaurant Speckers Landhaus in der Jägerallee wird derzeit über die Maklerfirma Dahler & Company als „Exklusives Wohn-/Geschäftshaus mit Remise und großem Grundstück“ angeboten. Kaufpreis: Zwei Millionen Euro. Gastronom Steffen Specker hat am Mittwoch auf MAZ-Anfrage die Verkaufsabsichten bestätigt; betont allerdings, dass der Betrieb ohne Einschränkungen weiterlaufen wird, bis ein Käufer gefunden ist: „Wir wollen mit voller Kraft weitermachen.“ Speckers Landhaus zählt zu den Top-Adressen in der Stadt. Im Restaurantführer Gault-Millau wird das Restaurant mit 14 von 19,5 möglichen Punkten geführt; auch im Guide Michelin ist es dank seiner „saisonal inspirierten Küche und dem Landhaus-Flair“ gelistet.

Vor 13 Jahren hat der Familienbetrieb an der Jägerallee die Türen geöffnet. Mit an Bord: die Eltern Ursula und Gottfried Specker sowie Tochter Tina und Schwiegersohn Steffen. Damals war das erklärte Ziel, „dieses Haus wieder im alten Glanz neu erstrahlen und die Tradition als gastronomischer Ausbildungsbetrieb wieder aufleben zu lassen“, wie es auf der Internetseite heißt. Doch nun streicht die engagierte Familie die Segel – zumindest an diesem Standort. In Berlin werden Speckers weiter als Pächter eine Kantine betreiben. Wie beziehungsweise ob es in Potsdam gastronomisch weitergeht, ist derzeit noch offen.

Speckers Landhaus in der Jägerallee wird verkauft. Quelle: Bernd Gartenschläger

Grund für den Verkauf ist laut Steffen Specker der eklatante Fachkräftemangel in der Gastronomie. „Der Beweggrund ist, dass wir personelle Probleme haben.“ Eigentlich wären für den Betrieb insgesamt sieben Mitarbeiter in Küche und Service notwendig. Allerdings gab es auch schon Zeiten, in denen alles mit zwei Personen am Laufen gehalten werden musste: Vater Gottfried stemmte den Service im Restaurant; Schwiegersohn Steffen stand als Koch am Herd. „Man kämpft und tut und macht, aber da stößt man an seine Grenzen.“

Blick in den Rea von Speckers Landhaus in der Jägerallee. Quelle: Bernd Gartenschläger

Neue engagierte Arbeitskräfte zu finden, ist schwierig und langwierig, schildert der Gastronom die prekäre Situation: Bis zu einem halben Jahr kann es dauern, bis man über die Arbeitsagentur oder eine Jobvermittlung eine geeignete Nachbesetzung für eine Stelle findet.

Der Mangel an Personal trifft Speckers Landhaus in seiner Konsequenz zwar besonders hart, doch auch andernorts müssen Potsdams Gastronomen bittere Einschnitte machen. Wie berichtet, müssen die ersten Restaurants in der Stadt abends deswegen früher zusperren.

Speckers Landhaus ist im Restaurantführer Gault-Millau und im Guide Michelin gelistet. Quelle: Bernd Gartenschläger

Wie es mit dem hübschen Landhaus an der Jägerallee – der Vorläuferbau stammt von 1645; nach der Wende wurde es mit Hilfe des Denkmalschutzes neu aufgebaut – weitergeht, steht derzeit in den Sternen. Die Möglichkeiten sind offenbar vielfältig. Laut Kurz-Expose von Dahler & Company eignet sich das Landhaus samt Remise „ideal für die Fortführung im Bestand oder alternativ für expandierende Unternehmen, die eine Immobilie in Toplage mit hervorragender Anbindung suchen. Ihr neuer Geschäftssitz kann zum Beispiel genutzt werden als: Residenz für Unternehmen; private Klinik; Schulungs-, Seminar- und Konferenzzentrum; erzieherische/schulische Einrichtung; Kanzlei; Akademie; Konsulat/Sitz für in- bzw. ausländische Vertretungen“. Auch als privater Wohnsitz mit Gästehaus wäre das Anwesen „perfekt geeignet“ – zudem wäre eine Aufteilung in einzelne Wohnungen denkbar.

Von Ildiko Röd

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