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Potsdam Hilfe für kranke Lotta – Hälfte der Spenden für Therapie geschafft
Lokales Potsdam Hilfe für kranke Lotta – Hälfte der Spenden für Therapie geschafft
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00:20 04.06.2019
Lotta (4) ist unheilbar krank. Ihre Familie hofft, mit einer Stammzellentherapie Zeit gewinnen zu können, doch die Behandlung ist teuer. Quelle: Nadine Fabian
Potsdam

Lotta hat geheiratet. In einer aus Stühlen, Decken und jeder Menge Kissen selbstgebauten Bude hat sie kurz vor dem Schlafengehen Nino das Ja-Wort gegeben. „Nino ist schon fünf“, sagt Lotta. „Er bewacht mich vor einem Monster. Und manchmal schiebt er mich in meinem Rollstuhl.“ Lotta schweigt für einen Moment verheißungsvoll, dann zwinkert sie ein paar Mal und erklärt sehr, sehr feierlich: „Nino ist wirklich lieb.“

Dass es mit Nino so gut läuft, lenkt Lotta (4) ein bisschen von dem ab, was in ihrem Leben gerade die Hauptrolle spielt: die Krankheit, die niemand heilen kann und die außer ihr wohl auch niemand anderes in Deutschland, womöglich auf der ganzen Welt hat. Lotta leidet an einer spastischen und an einer spinocerebellären Ataxie – die Kombination der beiden Untertypen 5 und 28 ist extrem selten. Die Prognosen, mit welchem Tempo sich die Krankheit des kleinen Körpers bemächtigt, sind vage – fest steht nur, dass die Krankheit, bei der Nervenzellen des Kleinhirns und des Rückenmarks zugrunde gehen, eines Tages zum Tode führen wird.

Die Hälfte der notwendigen Spenden ist schon geschafft

Mit einer Stammzellentherapie hofft Lottas Familie, Zeit zu gewinnen – wie berichtet, ist die Behandlung in einer Klinik in Thailand teuer. „Wir rechnen inklusive Flug und Aufenthalt mit 30 000 Euro“, sagt Sandra Rathgeber. Lottas Mutter, hat inzwischen ein gutes Dutzend Menschen an ihrer Seite, die unter dem Motto „Gemeinsam mit Liebe für Lotta“ Spenden sammeln. „Die Hälfte ist geschafft!“, sagt Sandra Rathgeber. „Unser Kampf endet erst, wenn wir Lotti und ihre Mama zum Flughafen bringen können“, sagen die Helfer.

Am 1. Juni sind Lottas gute Geister im Filmpark und vor dem Rewe-Markt in Golm zu treffen, am 16. Juni beim Erdbeerfest auf dem Spargelhof in Klaistow, am 27. Juli bei der Potsdamer Erlebnisnacht. Die Welle der Hilfsbereitschaft überwältigt Sandra Rathgeber: „Ich bin immer wieder den Tränen nahe und kann nur immer und immer wieder danke sagen.“

Sind die Spender weiter so großzügig, kann Lottas Reise bald beginnen

Bei einem „Dankeschön“ soll’s aber nicht bleiben – Sandra Rathgeber will all jenen, die für Lottas Therapie spenden, etwas zurückgeben. Deshalb sind die Sammlungen auch immer mit einer Aktion verbunden: Lottas gute Geister basteln für Kinder, bitten zur Tombola und zum Flohmarkt, backen und verkaufen Kuchen... Sind die Spender weiter so großzügig, könnte Lotta schon in ein, zwei Monaten ihre Reise antreten. „So groß die Freude auch ist“, sagt Sandra Rathgeber, „so groß ist auch die Angst.“ Viele Veränderungen stehen bevor: Lotta bekommt neue Orthesen und einen Gehwagen. „Wir brauchen auch ganz, ganz dringend eine Treppensteighilfe. Langsam ist es fast unmöglich, Lotta mehrmals täglich fünf Etagen rauf und runter zu tragen.“

Drei Monate sind seit der Diagnose vergangen – seit drei Monaten setzt sich Sandra Rathgeber täglich mit der Krankenkasse und mit Versicherungen, mit Rollstühlen und Gehhilfen, Hospizdiensten, Kliniken und Therapien auseinander, mit großen Hoffnungen und riesigen Ängsten. „Die letzten Tage waren für mich emotional sehr anstrengend“, sagt Sandra Rathgeber: „Ich habe den absoluten Tiefpunkt erreicht – noch immer sitzt der Schock tief. Und noch immer tut es so weh.“ Und Lotta? – Lotta freut sich darauf, nach einem Jahr Zwangspause ab September wieder in die Kita gehen zu können. Und natürlich freut sie sich aufs nächste Treffen mit Nino, aufs Spielen, Lachen, Bude-Bauen

Wer Lotta helfen möchte, kann sich unter 0331/23 16 40 75 und info@einzelfallhilfe-manufaktur an den Verein Einzelfallhilfe-Manufaktur Potsdam wenden.

Von Nadine Fabian

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