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Potsdam Potsdamer Mega-Graffito zeigt „Pots-Dame“
Lokales Potsdam Potsdamer Mega-Graffito zeigt „Pots-Dame“
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17:46 21.08.2019
Anna Albert (2.v.r.) und „Sprühsinn“ erschaffen derzeit am Markt-Center das größte Wand-Gemälde Potsdams. Quelle: Rainer Schüler
Innenstadt

Es ist das wohl größte Wandbild in der Landeshauptstadt: Am Markt-Center in der Breiten Straße entsteht seit fünf Tagen die „Pots-Dame“. Das 750-Quadratmeter-Mural, das die meisten einfach als Graffito sehen, bedeckt die 930 Quadratmeter große Westwand des Einkaufszentrums und zitiert Motive aus der Stadt, manche nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Reiher fliegen da auf eine schwebende Frau mit ausgestreckter Hand zu; wollen sie gefüttert werden? Das liegt für die Kommunikations-Designerin Anna Albert (27) im Auge des Betrachters: „Wir sehen es als einladende Geste“, sagt sie: „Da machen jetzt schon Leute Selfies vor der Hand.“

Zuschauer sind begeistert

Immer wieder bleiben Center-Kunden und Passanten stehen und schauen zu, wie Leben auf die Wand gezaubert wird. Ein Junge findet, der kleine Reiher ganz links sehe aus wie ein Indianer mit Kopfschmuck, und ein Mädchen zeigt auf die Neubau-Balkons im Rücken der Pots-Dame: „Guck mal, Mama! Da wohnen wir.“

Am Markt-Center entsteht das größte Wandbild Potsdams: Ausgedacht hat sich die Szenerie um die „Pots-Dame“ die Grafikdesignerin Anna Albert, die das Bild mit den Sprayern von „Sprühsinn“ malt.

Nachbarn bringen Sekt vorbei, Kaffee und Kuchen; sie freuen sich. „Ich hoffe, dass die vielen Schmierfinken in der Stadt von diesem Bild die Schmuddelfinger lassen“, sagt Manfred Albrecht (78), der am Kiewitt wohnt.

„Das große Graffito ist eigentlich schon Schutz genug“, glaubt Lino Meyer von „Sprühsinn“ aus Kleinmachnow, der zusammen mit seinem Partner Benjamin Braune, der Helferin Anna Stegmann und der Designerin derzeit vor allem von Hebebühnen aus arbeitet; am Freitag soll das Bild vollendet sein.

Die „Sprühsinn“-Sprayer arbeiten auch von Hebebühnen aus. Quelle: Rainer Schüler

Später werden auch noch die Fenster in der geschwungenen Fassade mit farbigen Loch-Folien beklebt, die das umgebende Bild weiterführen; aus Straßenbahnen und von Bussen kennt man das.

Dass das Center-Management die unteren zwei Meter des Wandbilds vorsichtshalber mit einem Graffiti-Schutz überziehen lassen will, finden die Sprayer technisch schlecht: Da kann man zwar Schmierereien abwaschen, doch wird der Schutzanstrich auch trübe und muss erneuert werden.

Ausbessern kann man auf solchem Anstrich nichts. Den Künstlern wäre es viel lieber, das Bild bleibt ungeschützt; so sind Retuschen schneller machbar.

Bild nimmt Umgebungsfarben auf

An den Auftrag gekommen ist Anna Albert über eine Empfehlung. Sie legte drei Entwürfe vor: einen comic-haften, einen mit Tieren und die Pots-Dame. An einem Montagmorgen warf sie eine erste Idee mit rotem Faserschreiber aufs Papier; die roten „Outlines“ als Begrenzungslinien sind geblieben.

An die grüne Farbigkeit des Centers wollte sie das Bild anpassen und an die bauliche Umgebung. Das blaugrün des Bildes gibt den Fluss wieder und das Grün der Kuppel auf der Moschee gegenüber. Blaue Linien nehmen die Kachelfarbigkeit des Minaretts der Moschee auf, das Gelb spiegelt die Balkons der Wohnscheiben ringsum, das Rot das Muscheldach des Hans Otto Theaters.

Die Jungs von „Sprühsinn“ sind sonst eher fotorealistisch unterwegs, meist auf deutlich kleineren Flächen, selten auf so großen. „Die realistische Malerei mögen alle; an das hier müssen sich die Leute erst gewöhnen“, sagt Lino: „Hier können wir mal was ganz Anderes machen. Das ist eher Street Art.“

Anna Albert hat an der Fachhochschule Potsdam studiert: „Ich bin dankbar, dass wir diese Chance bekommen haben und man uns vertraut. Ich hoffe, dass in Potsdam noch mehr Flächen für junge Kunst freigegeben werden.“

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Von Rainer Schüler

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