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Potsdam Anklage gegen Serienvergewaltiger von Kleinmachnow erhoben
Lokales Potsdam

Staatsanwalt erhebt Anklage gegen Serienvergewaltiger von Kleinmachnow

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10:53 13.11.2020
Im Juli wurde der mutmaßliche Täter gefasst. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Die Berliner Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 30-jährigen mutmaßlichen Serienvergewaltiger erhoben, der im Sommer in Berlin und im Speckgürtel mehrere Frauen missbraucht haben soll. Er hatte unter anderem in Kleinmachnow, Potsdam-Babelsberg und Grunewald Frauen angegriffen. Er war im Juli von der Polizei gefasst worden, nachdem er sich an einer Joggerin in Babelsberg vergangen hatte. Sinisa K. sitzt seither in Untersuchungshaft.

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Die Anklage wirft ihm sechs vollendete Vergewaltigungen, eine versuchte Vergewaltigung, räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung vor. Die Anklage wurde vor einer Jugendkammer des Landgerichts Berlin erhoben, teilte die Behörde am Freitag mit.

Anklage vor Jugendkammer

Die Verhandlung vor einer Jugendkammer hat nichts mit dem Alter des Täters zu tun, sondern mit dem der Zeugen und den mutmaßlichen, jungen Opfer. Sie gelten als besonders schutzbedürftig. Im Falle eines Prozesses, der grundsätzlich öffentlich geführt werden soll, kann es also sein, dass zum Schutz der Opfer einzelne Befragungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt werden.

Die Staatsanwaltschaft legt dem Angeschuldigten zur Last, im Juni und Juli 2020 in Berlin und im Berliner Umland überwiegend im Bereich von Waldgebieten im Berliner Südwesten zu unterschiedlichen Tageszeiten Frauen angesprochen, in seine Gewalt gebracht und anschließend an unbeobachteten Orten im Wald vergewaltigt zu haben.

Die Frauen waren zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, als sich der Angeschuldigte ihnen genähert und sie später entweder mit einem Messer oder anderen spitzen Gegenstand bedroht und gewürgt haben soll. In einem Fall hätten Hilferufe der Geschädigten und die Anwesenheit eines Campers die Tat verhindert, heißt es.

Von Torsten Gellner