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Potsdam Stadt bekommt Wald-Konzept
Lokales Potsdam Stadt bekommt Wald-Konzept
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20:30 05.09.2018
Um den Wald an der Tram-Wendeschleife zu erhalten, gab es eine Petition und zuletzt auch eine Demonstration mit hunderten Teilnehmern. Quelle: Jonas Nayda
Babelsberg

Die Stadt Potsdam soll den Umgang mit den innerstädtischen Waldflächen künftig genauer regeln und sich enger mit Eigentümern und Oberförsterei abstimmen. Über die Fraktionen hinweg beschlossen die Stadtverordneten am Mittwoch einen Antrag der Grünen für ein solches Wald-Konzept. Auslöser des Antrags waren die zahlreichen Entscheidungen über Rodungen zugunsten von Schulen und Sportplätzen in Waldstadt II oder für Wissenschaftseinrichtungen am Campus Griebnitzsee, die in den vergangenen Monaten auf Kosten des Walds gefällt worden sind.

Schutz des Walds in der Stadt soll gestärkt werden

„So nachvollziehbar die vielfältigen Belange im Rahmen der Stadtentwicklung sind, sollte die Stadt nicht mehr nur von Fall zu Fall entscheiden, sondern ein Konzept haben, das den Schutz des Waldes stärkt sowie den Umgang mit den Waldflächen und bei Verlust den innerstädtischen Ausgleich regelt“, heißt es im Antrag.

Baumfällungen am Campus Griebnitzsee im Frühjahr 2018 – hier sollen Hasso-Plattner-Institut und Uni Potsdam wachsen – möglichst mit Erhalt zahlreicher Bäume. Quelle: Rainer Schüler

Bürgerinitiative übergibt 3300 Unterschriften an Stadtverordnete

Direkt zuvor hatte es statt eines klaren Votums noch eine heftige Debatte über den jüngsten Einzelfall gegeben. Noch immer steht die Frage im Raum, ob der Wald an der Tram-Wendeschleife an der Rudolf-Breitscheid-Straße als Sportfläche in Frage kommt. Allein gegen einen Prüfauftrag der CDU/ANW hat eine Bürgerinitiative, die dieses Waldstück retten will, mehr als 3300 Unterschriften von Potsdamern gesammelt,die eine entsprechende Petition unterschrieben hatten. Sie wurden vor der Debatte den Stadtverordneten übergeben.

Prüfung von Babelsberger Flächen für Sport noch einmal aufgeschoben

Die Linke, die Fraktion Die Andere und die Grünen wollen dieses Waldstück kategorisch von der Prüfung ausschließen. „Wald darf keine Potenzialfläche für Sportflächen sein“, sagte Saskia Hüneke (Grüne). Die CDU-Fraktion änderte ihren Antrag dahingehend ab, dass nun in ganz Babelsberg ohne besonderes Augenmerk auf die Wendeschleife nach potenziellen Sportflächen gesucht werden soll. Abgestimmt wird allerdings erst, wenn sich der Bau- und Sportausschuss erneut damit befasst haben.

„Die Andere“ will zuerst bestehende Sportanlagen aufwerten

Die Fraktion Die Andere bekam viel Zustimmung für ihren Ansatz, die bestehenden Babelsberger Sportflächen an der Breitscheid-Straße, der Sandscholle und auf der Nowawiese am Park Babelsberg aufzuwerten und dadurch mehr Trainingszeiten zu ermöglichen. So sollen Randflächen bebaut, vor allem aber Rasen durch Kunstrasen ausgetauscht und die Beleuchtung für Trainingsstunden am Abend verbessert werden.

Auf dem Sportplatz des SV Concordia Nowawes 06 e.V. am Babelsberger Park, der Nowawiese kann wegen des Rasens und mangelnder Beleuchtung nur sehr wenig gespielt werden. Eine Aufwertung könnte zu mehr Trainingsstunden führen. Quelle: Bernd Gartenschläger

Aubel: Aufwertung ist an vielen Stellen in Babelsberg nicht möglich

Die Sportbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) äußerte sich hier zurückhaltend. „Auf dem Sportplatz am Babelsberger Park ist das nicht möglich“, sagte sie und führte Auflagen und Gutachten an. Der Wechsel zu Kunstrasen an der Breitscheid-Straße sei bei den Trainingszeiten des FSV Babelsberg 74 bereits in den Bedarf einkalkuliert und bei der Sandscholle müsse man bis mindestens Anfang 2019 abwarten, ob die Fläche tatsächlich erhalten bleiben kann.

Dann wird die Kommunalaufsicht frühestens entscheiden, ob die dringend nötige Grundschule in der Medienstadt errichtet werden darf oder auf dem Sportplatz gebaut werden muss.

Wald in der Wendeschleife soll „gleichrangig geprüft“ werden

Doch selbst bei Erhalt der Sandscholle gilt für Aubel: „Der Bedarf an Sportflächen ist additiv und kann nicht allein durch die Aufwertung bestehender Flächen gedeckt werden“, sagt Aubel. „Ich bekomme zahlreiche Meldungen von Vereinen, die keinen Nachwuchs mehr trainieren können“, sagte sie. Die Auslastung der Trainingszeiten liege bei 96 Prozent und es gebe keine Flächen in der Stadt ohne derartige Interessenkonflikte. Sie sprach sich deshalb für eine „gleichrangige Prüfung“ von Flächen in Babelsberg aus. Das fragliche Waldstück dürfe deshalb nicht aus der Prüfung herausgelöst werden.

Von Peter Degener

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