Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Stadt fürchtete Besetzung des Rechenzentrums
Lokales Potsdam Stadt fürchtete Besetzung des Rechenzentrums
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:16 16.10.2018
Couch Thomas Maiwald (2.v.l.) gab gemeinsam mit (v.l.) Patty (10), Wilhelmine (9), Louis (6) und Johann (8) zur Eröffnung der Feierstunde ein Ständchen auf dem Schlagzeug zu John Lennons „Imagine“. Quelle: eoto: Bernd Gartenschläger
Babelsberg/Innenstadt

Die Stadt hat das alte Rechenzentrum zur Zwischennutzung für Künstler und andere Kreative freigegeben, um einer Besetzung zuvorzukommen. Das hat Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) gestern Abend im Lindenpark bekannt gegeben. Die Brandenburger Niederlassung der Stiftung Sozialpädagogisches Institut (SPI) feierte dort ihr 20. Jubiläum. Jakobs erinnerte in seiner Gratulation an die Gründung der Niederlassung in der Schopenhauerstraße und an die Hilfe des SPI als Moderator in den damals noch offenen Konflikten mit Hausbesetzern in der Innenstadt. Er erinnerte an die von ihm selbst 2009 forcierte Übernahme des Lindenparks durch das SPI nach der Insolvenz des langjährigen Betreibervereins. Die von der Stadt geplante Übergabe auch des gleichfalls insolventen Waschhauses an das SPI war 2009 allerdings am Veto des Landes gescheitert.

Und Jakobs erinnerte an das Rechenzentrum, dessen Betrieb als Kunsthaus Mitte 2015 auf Betreiben der Stadt ebenfalls von der Stiftung übernommen wurde: „Auch hier reicht es nicht aus, wenn der Oberbürgermeister sagt, bevor es besetzt wird, ist es schlauer, es den Leuten selber anzubieten“, sagte Jakobs. Deshalb habe er die Stiftung SPI ins Boot geholt.

Birgit Hoppe, die Vorstandsvorsitzende der Stiftung, zog in ihrer Grußrede einen Bogen von der Arbeit mit West-Berliner Hausbesetzern in den frühen 1980er Jahren bis zum Potsdamer Rechenzentrum. Es werde „immer noch wichtiger werden Risiken einzugehen und Neues zu wagen, auch wenn man nicht sicher ist, dass man Erfolg haben wird“. Nach dem Verweis auf Berlin kam Hoppe zum Rechenzentrum, „wo man eine Zwischennutzung wagt, obwohl man nicht bis zum Ende weiß, wie weit daraus etwas Tragfähiges, etwas Perspektivisches wird“. Erst vor wenigen Wochen wurde die Nutzung des Rechenzentrums als Kunst- und Kreativhaus um fünf Jahre bis Ende 2023 verlängert. Jakobs’ designierter Nachfolger Mike Schubert (SPD) hatte eine Nutzung des DDR-Baus im Wahlkampf auch über diese Zeit hinaus ausdrücklich nicht ausgeschlossen. 

Die Stiftung SPI hat in Brandenburg 66 Einrichtungen an 13 Orten mit insgesamt 250 Mitarbeitern und täglich 3000 Nutzern. Allein in Potsdam wurde ein Netz von 24 Projekten aufgebaut oder übernommen, darunter das Fanprojekt des SV Babelsberg 03, der Abenteuerspielplatz Blauer Daumen, der Club Mitte, die Betreuung der Schulsoziarbeit an elf Schulen und drei Horte.

Von Volker Oelschläger

Der Kampf um die Kleingartensparte „Angergrund“ spitzt sich zu. Anfang November will ein Gerichtsvollzieher Parzellen für die Immobilienfirma Tamax in Besitz nehmen, die Wohnungen bauen will.

19.10.2018

Ende November wird Potsdams noch amtierender Oberbürgermeister Jann Jakobs sein Amt an den designierten Nachfolger Mike Schubert abgeben. In den verbleibenden Wochen wird es wohl einige nützliche Tipps geben – wie zum Umfang mit dem roten Knopf unter dem OB-Schreibtisch.

16.10.2018

Das Potsdamer Amtsgericht hat einen Besetzer der Fachhochschule am Alten Markt verurteilt. Der Student soll Widerstand bei der Räumung des Gebäudes geleistet haben. Gegen ihn haben zwei Polizisten ausgesagt. Haben Sie sich zuvor abgesprochen?

18.10.2018