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Potsdam Potsdam macht Druck auf Hundehalter
Lokales Potsdam Potsdam macht Druck auf Hundehalter
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16:13 21.08.2014
Nicht überall dürfen Hunde so wie hier ohne Leine herumtollen.
Nicht überall dürfen Hunde so wie hier ohne Leine herumtollen. Quelle: Leserfoto von Kerstin Winkler
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Potsdam

Potsdams Hundehalter müssen sich auf mehr Kontrollen einstellen. Das Ordnungsamt ist mit aufgestocktem Personal unterwegs, um zum Beispiel Steuermarken und Leinenpflicht zu überprüfen. "Wir wollen vor allem aufklären und Präsenz zeigen", sagt Ilona Hönes, Bereichsleiterin für Ordnung der Stadtverwaltung. Das Problem, dass Hundehalter den Kot ihres Vierbeiners nicht entfernen, lässt sich jedoch kaum bekämpfen.

Wie berichtet, wurden in Potsdam im vergangenen Jahr 128.000 Falschparker-Knöllchen, aber nur 74 Hundekot-Strafzettel verteilt. Die Unverhältnismäßigkeit der Zahlen erweckte den Anschein, das Ordnungsamt kassiere lieber Autofahrer als Tierhalter ab. In einer MAZ-Umfrage haben 72 Prozent der mehr als 700 Leser angegeben, dass "viel zu wenig" gegen Hundehaufen getan wird.

Unliebsame Tretminen gibt es in der ganzen Stadt. Quelle: Arno Burgi

"In der Praxis ist es sehr schwer, jemanden auf frischer Tat zu ertappen", erklärt Eyk Rothe. Der Dienstkoordinator des Ordnungsamtes ergänzt: "Sieht uns jemand in Uniform, holt er meist eine Tüte heraus und entfernt den Kot." Es gebe zwar auch Zivilkontrollen, allerdings nur auf einen konkreten Verdacht hin, zum Beispiel an Badeseen, wenn zuvor Beschwerden über Hunde eingetroffen waren. Zivilstreifen sind aktuell nicht geplant.

MAZ-Umfrage

Stimmen Sie ab: Sollte das Ordnungsamt strenger gegen Hundehaufen vorgehen?

Rothes Erfahrung nach hätten die meisten Hundehalter zwar Tüten dabei, einige sind jedoch zu bequem, die Hinterlassenschaften wegzumachen. Deshalb sieht die Stadt auch keinen Bedarf an mehr Hundetoiletten. Von den Mülleimern mit kostenlosen Tüten für den Hundekot gibt es etwa 30 Stück in Potsdam. Demgegenüber stehen rund 6000 Hunde, die derzeit steuerlich gemeldet sind – macht geschätzt 12.000 Häufchen täglich. "Wer einen Hund hat, weiß ja, wann er muss", sagt die Fachbereichsleiterin für Ordnung und Sicherheit, Marina Kluge, dazu. Wer mit dem Hund rausgeht, könne sich also darauf einstellen. Sie sieht auch Nachbarn und Passanten in der Pflicht. Sie sollten Mitmenschen ansprechen, die den Kot ihrer Vierbeiner nicht wegräumen: "Manchmal ist es kein böser Wille."

Diese Grafik zeigt, in welchen Bereichen die Leinenpflicht gilt (braun markiert). Quelle: Infoflyer der Stadt Potsdam

Für die Kontrollen hat das Ordnungsamt aufgerüstet: In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Mitarbeiter auf 48 fast verdoppelt. Sie sind in blauen Uniformen unterwegs, um vor allem Parksünder aufzuspüren. Nur fünf Mitarbeiter kümmern sich in erster Linie darum, dass die Hundehalterverordnung eingehalten wird. Sie sind im Umgang mit den Tieren geschult und kontrollieren etwa 70 bis 80 Hunde täglich. Sie sind auch nachts und am Wochenende unterwegs. Bisher ist ihre Bilanz positiv: Allein bis zum Juli haben 276 Hundehalter ihr Tier angemeldet. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2013 waren es 344. Einigen sei nicht bewusst, dass sie ihren Hund bei der Ordnungsbehörde anmelden müssen, wenn seine Schulterhöhe mehr als 40Zentimeter beträgt oder er mehr als 20 Kilogramm wiegt, sagt Ilona Hönes. Wer das nicht macht, muss mit einem Verwarngeld von bis zu 55 Euro rechnen.

Hundesteuer

  • Jeder Hundehalter muss für sein Tier eine Hundesteuer zahlen. In Potsdam werden für den ersten Vierbeiner 108 Euro pro Jahr fällig, für den zweiten 144. Der dritte und jeder weitere Hund kostet 192 Euro.
  • Als Nachweis für die Steuer gibt es Hundemarken. Jedes Tier muss sie am Halsband tragen.
  • Im Jahr 2012 hat die Stadt Potsdam etwa 560.000 Euro durch die Hundesteuer eingenommen. Durch einen neuen Steuerhebesatz rechnet die Kommune fürs vergangene Jahr mit Mehreinnahmen von 170.000 Euro.
  • Vor zwei Jahren wurde eine Hundezählung in Potsdam durchgeführt. Dabei kontrollierte ein von der Stadt beauftragter privater Anbieter an Haustüren und befragte Nachbarn. Dadurch kam es zu 450 neuen Anmeldungen.

Neben der Anmeldung und der Steuermarke wird auch die Leinenpflicht kontrolliert. Dafür hat die Stadt einen Flyer entworfen, der ab sofort in der Stadt verteilt wird. Neben Tipps und Hinweisen enthält das Faltblatt auch eine Karte. Darauf sind die Gebiete gekennzeichnet, in denen Leinenzwang herrscht. Das Ordnungsamt verteilt die Faltblätter. Ilona Hönes ergänzt: "Es geht um das Miteinander von Mensch und Hund. Wenn sich jeder an gewisse Regeln hält, kommen alle gut klar."

Anna Lebed/Fabian Schäfer/MAZonline

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