Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam Kein städtisches Geld mehr für das Extavium
Lokales Potsdam Kein städtisches Geld mehr für das Extavium
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:20 30.10.2019
Das Extavium Museum in Potsdam steht vor einer ungewissen Zukunft. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Das Potsdamer Mitmach-Museum Extavium steht offenbar endgültig vor dem Aus. Die Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) hat am Mittwoch im Hauptausschuss den Stadtverordneten das Ergebnis einer Prüfung der Förderanträge des Museums vorgestellt: Demnach sieht die Stadtverwaltung das Extavium aus einer ganzen Reihe von Gründen nicht mehr als förderfähig an. Sollte das Museum keine Finanzspritze erhalten, wird es zum Jahresende schließen müssen, die bisher erfolgte Unterstützung der Stadt trägt nur die Kosten für das laufende Jahr.

Inhaltlich und wirtschaftlich nicht überzeugend

Wie Noosha Aubel dem Ausschuss darlegte, hatte die Betreiberfirma des Museums, eine private GmbH, zwei verschiedene Förderanträge gestellt, einer über 584.000 Euro für ein Klimaprojekt und ein weiterer über 200.000 Euro für die Personalkosten. Zwar sei zumindest der erste Antrag formal vollständig, aber das 41 Seiten lange Betriebskonzept sei weder nachhaltig noch tragfähig. So würden mehrere Aspekte, die grundlegend für eine Förderung wären, nur angerissen, etwa das Sponsoring und die Drittmittelakquise, gleichzeitig seien die Besucherzahlen rückläufig.

Auch inhaltlich konnte das Museum nicht überzeugen, es mangele, so Aubel, an „wichtigen Bestandteilen, die ein solches kohärentes Bildungskonzept für eine Bildungsinstitution auszeichnen“. So seien die aktuellen und künftigen Ziele des Extaviums nicht oder nur knapp dargestellt, ebenso die Handlungsfelder, etwaige Anknüpfungspunkte für den Schulunterricht, die inhaltliche Untersetzung der Kooperationen mit verschiedenen anderen Einrichtungen sowie die didaktisch-methodischen Ansätze. „Wir müssen bedauerlicherweise sagen, dass keine begründete Förderfähigkeit vorliegt“, so Aubel.

Das letzte Wort in der Sache haben die Stadtverordneten, doch selbst wenn sie sich für eine weitere Förderung des Extaviums entgegen der Empfehlung aussprächen, würde dies bedeuten, dass die benötigten Gelder bei anderen Projekten in der Stadt fehlen.

„Solide, vernünftig und sauber“

Für viele Kommunalpolitiker ist dies unbefriedigend, haben doch die Stadtverordneten im April festgehalten, dass aus ihrer Sicht ein Erhalt der Einrichtung zwingend erforderlich sei. „Wir sind uns alle einig, dass wir ein Mitmachmuseum in der Stadt brauchen“, sagte der CDU-Vertreter Götz Friederich und betonte: „Ich selbst habe das Haus immer wieder unterstützt.“ Doch gleichzeitig müsse man stutzig werden, wenn eine private Firma um Hilfe rufe. „Solide, vernünftig und sauber“ müsse eine solche Hilfe laufen.

Stefan Wollenberg (Linke) machte ebenfalls deutlich, dass das Angebot des Extaviums erhalten werden soll. „Ich teile ausdrücklich nicht das Fazit der Verwaltung, was die inhaltliche Ausgestaltung des Museums angeht“, sagte er. Insgesamt habe er, so Wollenberg, den Eindruck, „dass hier nicht nach einer Lösung gesucht wird, sondern nach Gründen, etwas nicht zu tun.“

Endgültige Entscheidung trifft die Stadtverordnetenversammlung

Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert indes trat diesem Eindruck entschieden entgegen. Er betonte, dass alle Beteiligten, auch zahlreiche externe Partner wie die IHK, dem Projekt Extavium „mehr als wohlwollend“ gegenüber stünden, aber eben auch alle zum selben Ergebnis gekommen seien wie die Prüfung der Stadtverwaltung. „An irgendeiner Stelle, bei aller Zugewandtheit zum Projekt, müssen wir die Zeichen anerkennen“, sagte Schubert. Die Prüfung eines Förderantrags sei nicht böswillig, sondern notwendig und „verantwortungsvoller Umgang mit kommunalem Geld“.

Die endgültige Entscheidung fällt kommende Woche in der Stadtverordnetenversammlung – doch dass diese sich gegen die Empfehlung der Verwaltung stellt, ist sehr unwahrscheinlich. Am Rand der Hauptausschusssitzung haben aber bereits Kommunalpolitiker Unterstützung bei der Suche nach anderen Finanzquellen für das Museum signalisiert.

Von Saskia Kirf

Der Versuch schlug fehl. Als sich bei einer 81 Jahre alten Potsdamerin angeblich ihr Schwager meldete und um Geld bat, wurde sie stutzig und legte auf.

30.10.2019

Die goldene Krone an der Nagelkreuzkapelle ist verschwunden. Die preußische Krone von 1907 wurde offenbar abgesägt. Dabei ist sie eines der wenigen Originalteile der Garnisonkirche.

30.10.2019

Sophia R. und Dirk D. sollen die zweieinhalb Jahre alte Katharina schwer misshandelt haben. Vor Gericht beteuern der leibliche Vater des kleinen Mädchens und seine Partnerin ihre Unschuld. Auch ein Gutachten kann kein Licht ins Dunkel bringen.

31.10.2019