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Potsdam Stadt will Schulfrühstück nur mit Caterer-Modell
Lokales Potsdam Stadt will Schulfrühstück nur mit Caterer-Modell
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10:53 27.02.2018
Das Projekt „Spirellibande“ sorgt für ein gutes Frühstück vor dem Unterricht. Quelle: AWO
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Schlaatz

Das Awo-Frühstücksangebot der Spirellibande an Potsdamer Schulen soll ab kommendem Jahr im sogenannten „Caterer-Modell“ fortgeführt werden. Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel (parteilos) teilte am Donnerstagabend in einer gemeinsamen Sitzung des Jugendhilfeausschusses und des Bildungsausschusses dieses Prüfergebnis der Verwaltung mit – und erntete kritische Reaktionen.

Laut Aubel mache es „fiskalisch keinen Unterschied“, ob das kostenlose Frühstücksangebot für bis zu 750 Schüler an 14 Schulen von professionellen Caterern oder in den Händen von Ehrenamtlichen und Wohlfahrtsverbänden liege. Allerdings gibt es in der Verwaltung rechtliche und bautechnische Bedenken gegen das ehrenamtliche Modell.

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Elf Schulen müssten umgebaut werden

Problematisch sei vor allem, dass mit dem Anbieter des Mittagessens zwei verschiedene Anbieter von Lebensmitteln in einer Einrichtung arbeiten würden. Räume für Lagerung und Zubereitung sowie verschließbare Kühlschränke müssten strikt voneinander getrennt werden. „Eine gleichzeitige Nutzung der Räume von verschiedenen Akteuren wird vom Gesetz ausgeschlossen“, sagte Aubel.

Elf Schulen müssten umgebaut werden, um den rechtlichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden. Pro Schule würden mindestens 100.000 Euro teure Um- oder sogar Anbauten nötig sein. Nur im Caterer-Modell könne man das Angebot der Spirelli-Bande zudem nahtlos ab dem kommenden Schuljahr übernehmen, da bauliche Maßnahmen vorher nicht umsetzbar wären. Die Mittel für das Projekt im Caterer-Modell stünden dagegen durch einen Änderungsantrag zum Haushalt zur Verfügung.

Ein weiteres Problem des Ehrenamtsmodells seien zeitliche Überschneidungen. Das Frühstück führe zu Konflikten mit der Vorbereitung des Mittagessens. Hiervon wären sieben der 14 Schulen betroffen. Der gemeinsame Ausschuss und anwesende Schulleiter waren über dieses Prüfergebnis erstaunt. In einigen Schulen sei das Angebot Teil des Schulkonzepts und zeitlich im Unterricht verankert, um bei den Schülern bei der eigenen Herstellung des Frühstücks soziale Kompetenzen und Werte zu vermitteln.

„Kein Augenzudrücken bei Lebensmittelhygiene“

„Der Schwerpunkt des Konzepts der Spirellibande ist die Einbeziehung der Schüler. Wie wird das denn bisher räumlich und zeitlich gemacht?“, fragte Stefan Wollenberg (Linke) angesichts der vorgetragenen gesetzlichen Rahmenbedingungen, erhielt aber keine konkreten Antworten. Ingeborg Naundorf (Grüne) nannte die Folgen des Caterer-Modells „unglücklich“ und forderte „kreative Lösungen, um die Kinder irgendwie mit einzubeziehen“.

Der Sozialbeigeordnete Mike Schubert (SPD) verteidigte das Prüfergebnis. „Bei Lebensmittelhygiene können wir keine Augen zudrücken. Mit einem Fehler wäre keinem geholfen.“ Aubel versprach: „Wir werden das Projekt unter Caterern ausschreiben, aber Schulfördervereine und Eltern sollen trotzdem gewonnen werden, um das Projekt an den Schulen pädagogisch zu flankieren.“

Von Peter Degener

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