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Potsdam Stadtgründung in Potsdam: Bürgermeister verleiht Schlaatz Vegas das Stadtrecht
Lokales Potsdam Stadtgründung in Potsdam: Bürgermeister verleiht Schlaatz Vegas das Stadtrecht
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20:22 28.06.2019
Bürgermeister Burkhard Exner verlieh am Freitag feierlich das Stadtrecht an die „Stadt der Kinder“ im Nuthe-Wäldchen am Schlaatz. Quelle: Bernd Gartenschläger
Schlaatz

Wo seit einer Woche gesägt und gehämmert wurde, ist nun eine stolze Hymne zu hören: „Wir bauen uns eine Stadt, die die Welt noch nie gesehen hat. Wir bauen unsere Stadt“, klingt es im Chor auf dem Marktplatz von Schlaatz Vegas. Es ist ein historischer Moment für die Stadt der Kinder: Am Freitag wird Schlaatz Vegas tatsächlich mitten in der Landeshauptstadt von Bürgermeister Burkhard Exner (SPD) offiziell anerkannt. Er hat dem Ferienprojekt „Stadt der Kinder“ das Stadtrecht verliehen.

Ganz wie Las Vegas, wurde auch Schlaatz Vegas in kürzester Zeit im Nuthe-Wäldchen am Schlaatz aus dem Boden gestampft. Die gesamte Stadtstruktur wurde von 150 Einwohnern in nur einer Woche gebaut. Es ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass es sich um Ferien-Baumeister zwischen sechs und zwölf Jahren handelt.

Bürgermeister lernt von Kindern

Auch Bürgermeister Exner schwärmt: „Es ist erstaunlich, wie schnell die Stadt aufgebaut wurde“, sagt er bei der Stadturkundenübergabe. Trotz leichter Hitze-Verzögerungen kann Potsdam mit Blick auf die Baustellen-Landschaft von Schlaatz Vegas lernen: „Hier gilt kein Vergaberecht und es gibt viele flinke Hände und Köpfe, die bereit sind aufeinander zuzugehen“, räumt Exner ein.

Entscheidungen werden in Schlaatz Vegas nämlich demokratisch im 13-köpfigen Stadtrat getroffen, erklärt Manuela Neels, von Kinder- und Jugendbüro Potsdam. „Er hat sich am Anfang getroffen und bestimmt, welche Gebäude gebaut werden sollen. Wir achten dabei auf die Vielfalt“, erklärt sie. Wer in die Stadt der Kinder zieht, bekommt also die Möglichkeit das Stadtbild mitzugestalten.

Der Grundgedanke des Projekts „Stadt der Kinder“, das zum 14. Mal in Potsdam stattfindet, sei das kostenlose Ferienangebot für Kinder aus jedem sozialen Umfeld, erklärt Andrea Schneider, Leiterin des Organisationsteams. „Wir wollen den Kindern etwas zutrauen und ihnen beim Bauen der Häuser kreative Freiräume geben“, sagt sie.

Träger ist das Bürgerhaus am Schlaatz, das von der Landeshauptstadt Potsdam gefördert wird. Der Umzug nach Schlaatz Vegas wird dabei möglichst einfach gestaltet. Alle wichtigen Formalien können vom Marktplatz aus erledigt werden. Im Rathaus kann ein neuer Ausweis beantragt werden. Gegenüber befindet sich die Bank. „Jedes Haus bekommt ein Begrüßungsgeld von 750 Euro und eine Kreditkarte“, erklärt der zehnjährige Bankfilialleiter Paul.

150 Kinder haben eine eigene Stadt in Potdam errichtet, die vom Bügermeister anerkannt wurde. Das ist Grund genug für ein Stadtfest.

Auch das Freizeitangebot in Schlaatz Vegas vielfältig: An der Twister-Tanke, neben dem Tattoo­studio, führen Bobby-Car-Besitzer ihre Wagen vor, im Hafen liegt ein Kreuzfahrtschiff und in der Bibliothek bekommt man die neuste Ausgabe des „Lego Club“. Das Tanzbein wird unter einer quadratischen Diskokugel geschwungen.

Kleine Abstriche muss man dann doch machen: „Generell fehlt in Potsdam Wohnraum. Anscheinend auch in Schlaatz Vegas“, stellt Exner vor dem einzigen Wohnhaus der Stadt fest.

Ferienprojekt: „Stadt der Kinder“

Das Ferienprojekt „Stadt der Kinder“ wird vom Bürgerhaus am Schlaatz im Nuthe-Wäldchen zum 14. Mal organisiert. Es richtet sich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren aus jedem sozialen Umfeld.

Rund 150 Kinder und 65 ehrenamtliche Betreuer bauen mit den Kindern 13 Gebäude aus Holz nach den Vorstellungen der Kinder.

Bei der Versteigerung am 4. Juli kommen auch das Kreuzfahrtschiff, das Polizeirevier (mit Arrestzelle) und die Bank samt Geldautomaten (geleert) unter den Hammer.

Die Stadt steht auch in der zweiten Woche ihrer Stadtgeschichte vor großen Veränderungen. Am Montag wird ein neuer Bürgermeister gewählt, der sich neben neuem Wohnraum, auch um das fehlende Dach des Rathauses und der Polizei kümmern muss. Zumindest die Open-Air-Arrestzelle sei kein Problem: „Hier gibt es keine Räuber“, heißt es von der neunjährigen Selina, die Polizeisprecherin ist. Die Hymne ist wahr: Es ist eine Stadt, die die Welt noch nie gesehen hat.

Von Jan Russezki

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