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Potsdam Hoffnung für den „Seekrug“
Lokales Potsdam Hoffnung für den „Seekrug“
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12:27 27.02.2018
Der „Seekrug“ in seiner Abschiedssaison 2013. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Es gibt die Hoffnung auf eine Neueröffnung des beliebten Ausflugsrestaurants „Seekrug“ am Luftschiffhafen. „Niemand hat die Absicht, den ,Seekrug’ abzureißen“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) in der Stadtverordnetenversammlung auf Nachfrage von Peter Schultheiß (Potsdamer Demokraten/SPD).

Der hatte wissen wollen, welche „Nutzungsperspektiven“ es gibt, und neben der Neueröffnung des 2013 geschlossenen Traditionsrestaurants ein Tenniszentrum als Alternative in den Raum gestellt. Doch Jakobs beschwichtigte: „Wir wollen es gern als Restaurant erhalten.“ Auf die Tagesordnung kam der 1937 eröffnete Fachwerkbau am Tiefen See durch eine kleine Anfrage von Birgit Müller (Linke).

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Auf Kritik zu Anträgen für mehr Schulwegsicherheit

stieß die CDU/ANW. Friedrich Winskowski (SPD) erklärte, der Ortsbeirat Eiche habe den Antrag auf eine Verlängerung der Tempo 30-Zone in der Kaiser-Friedrich-Straße abgelehnt, weil der effektiv nichts bringe, und statt dessen seine schon mehrfach vergeblich erhobene Forderung nach einer „ganzheitlichen Lösung“ bekräftigt. Ralf Jäkel (Linke) sekundierte, in dem Abschnitt sei „kaum ein Schulkind unterwegs“. Uwe Adler (SPD) kritisierte, die CDU verteile Pflaster für „kleine Wunden“, er mahnte das überfällige Schulwegsicherungskonzept an.

Bildungsdezernentin Noosha Aubel (parteilos) versprach, es im April vorzulegen. Trotz Appells von Lars Eichert (CDU/ANW) wurde der Antrag abgelehnt. Ein Prüfauftrag von CDU/ANW und SPD zum Schulweg der Schiller-Grundschule wurde auf Antrag der Linken vertagt.

Aufgeschoben ist das vom Autonomen Frauenzentrum

geplante Projekt „Stadtteilmütter“, bei dem Frauen mit Migrationshintergrund als Sozialarbeiterinnen für Flüchtlingsfamilien eingesetzt werden sollen. Nach dem Vorbild von Berlin-Neukölln sollten ab diesem Jahr bis zu 15 Frauen eingesetzt werden. Politische Unterstützung schien gewiss. Die Anderen brachten das Thema auf die Tagesordnung, die SPD-Fraktion wollte per Haushaltsänderungsantrag 127 000 Euro für das Projekt bereitstellen.

Doch Sozialdezernent Mike Schubert (SPD) gab am Mittwoch bekannt, dass es noch zu viele offene Fragen gebe. Er kritisierte die Dimension, aktuell würden für dieses Jahr 62 500 Euro und im kommenden Jahr schon 410 000 Euro. Eine gemeinsame Prüfung mit dem Job-Center habe zudem ergeben, dass aktuell nur fünf Frauen aus der Potsdamer Kartei überhaupt „in Frage kommen“. Sein Fazit: „Es nützt nichts, die Gelder in den Haushalt einzustellen, wenn das Projekt nicht förderfähig ist.“ Die Verwaltung bleibe aber gesprächsbereit.

Die umstrittene Beschlussvorlage zur Errichtung eines Hotels

in den denkmalgeschützten Resten der Wagenhalle des einstigen Reichbahnausbesserungswerkes am Hauptbahnhof geht in eine neue Runde. Auf Antrag von Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) wurde die Vorlage von den Stadtverordneten in den Bauausschuss zurück überwiesen, wo man bereits darüber diskutiert hatte. Laut Rubelt gibt es unter anderem neue Informationen vom Landesamt für Denkmalpflege.

Der 2004 gegründete Theater- und Konzertverbund

von Potsdam, Brandenburg (Havel) und Frankfurt (Oder) zum Austausch von Musik und Theaterproduktionen wächst. Die Stadtverordneten haben eine Neufassung des Paragrafenwerkes bestätigt, nach der Schwedt und Senftenberg hinzukommen. Opernproduktionen werden weiter vom Staatstheater Cottbus geliefert. Potsdam ist mit dem Hans-Otto-Theater und dem Nikolaisaal dabei.

Die Stadt wird den Nachbarschaftstreff Scholle 34

im früheren Ausflugsrestaurant „Charlottenhof“ nach zweimaliger Brandstiftung mit 6000 Euro für die Neuanschaffung von Mobiliar und anderen Ausstattungsgegenständen unterstützen. Das haben die Stadtverordneten am Mittwoch auf Vorschlag der Verwaltung beschlossen. Die Linken hatten „Unterstützung bei der Beseitigung der kürzlich entstandenen Brandschäden“ beantragt.

Das Rathaus will mehr Frauen in Führungspositionen

bringen. Im März startet verwaltungsweit die Ausschreibung für ein 18-monatiges Mentoringprogramm, mit dem bis zu 15 Mitarbeiterinnen gezielt für Führungspositionen in der Fachbereichsebene qualifiziert werden sollen. Das hat Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) auf Anfrage von Ingeborg Naundorf (Grüne) bekannt gegeben. Das Programm gibt es auf Beschluss der Stadtverordneten.

Einen Infoabend für die geplante Schule in Waldstadt Süd

soll es spätestens im April geben. Die Verwaltung soll dann die Pläne für eine weiterführende Schule in Waldstadt Süd an der Trasse der Wetzlarer Bahn den Anwohnern vorstellen abhalten. Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten einen entsprechenden Antrag der Linken-Fraktion. „Es wird heftig in Waldstadt diskutiert und es hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die sich einbringen will“, begründete Hans-Jürgen Scharfenberg (Linke) den Auftrag an die Verwaltung.

Eigentlich hatte die Fraktion einen noch schnelleren Termin gefordert. Der Baubeigeordnete Bernd Rubelt (parteilos) sagte aber, dass frühestens im April substanzielle Informationen zu der Planung, etwa verschiedene Varianten des Schulbaus, überhaupt für eine Präsentation vorliegen könnten. Der Entwurf des Bebauungsplans sieht größere Rodungen von Wald für das Projekt vor.

Bessere Bedingungen für die wartenden Gäste der Tafel

soll es noch diesen Winter geben. Die Gäste der Potsdamer Tafel sollen nicht länger im Freien frieren, während sie auf die Essenausgabe warten. Die Stadtverordneten stimmten am Mittwochabend einstimmig einem Antrag der Linken zu, wonach zeitnah ein Wärmezelt, Vordach oder andere temporäre Lösung realisiert werden soll.

SPD-Stadtverordnete Imke Eisenblätter, die zugleich die Potsdamer Geschäftsstelle der Tafel führt, dankte der Linken-Fraktion für den Impuls. „Wir diskutieren es in der Tafel seit Wochen und haben alle Anstrengungen unternommen, um die Wartezeiten so kurz wie möglich zu halten. Aber es ist eben keine Fließbandarbeit, es geht um Menschen“, sagte sie. Jeden Nachmittag versorgen die ehrenamtlichen Mitarbeiter bis zu 150 Menschen in den Räumen in der Drewitzer Straße.

Doch drinnen ist kein Platz für viele Wartende. „Wir nehmen alles, was die Rahmenbedingungen verbessert, gerne entgegen“, sagte Eisenblätter vor der Beschlussfassung. Spätestens wenn Mitte Februar der Hauptausschuss tagt, soll die Verwaltung einen Vorschlag unterbreiten.

Von Volker Oelschläger

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