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Potsdam Stadtwerkefest bleibt kostenlos
Lokales Potsdam Stadtwerkefest bleibt kostenlos
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16:46 09.12.2017
Auch künftig gibt’s die Mega-Sause für lau.
Auch künftig gibt’s die Mega-Sause für lau. Quelle: Detlev Scheerbarth
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Potsdam

Besucher des Stadtwerkefests werden auch künftig keinen Eintritt zahlen müssen. Darauf hat sich nach MAZ-Informationen der Aufsichtsrat der kommunalen Stadtwerke bei seiner Sitzung am Freitag geeinigt. Gleichzeitig sollen die Sicherheitsmaßnahmen für das Mega-Event im Lustgarten verstärkt werden.

Damit ist der ursprüngliche Vorstoß der Geschäftsführung vom Tisch, das Fest kostenpflichtig zu machen. Nur Strom- und Gaskunden der EWP und Abonnenten des Verkehrsbetriebs hätten ihr Eintrittsgeld über Gutschein erstattet bekommen. Die übrigen Potsdamer hätten fünf bis zehn Euro Eintritt zahlen müssen; Besucher von außerhalb gar 20 bis 30 Euro.

Kinder bis zum 16. Lebensjahr wären weiter umsonst hineingekommen. Als Gründe für die Neuregelung wurden unter anderem Sicherheits- und Kostenfragen genannt. „Über das Ticketing – egal, zu welchem Preis – kann man den Zutritt jeder Person kontrollieren“, hatte Stadtwerke-Chef Horst Müller-Zinsius Anfang November im Hauptausschuss gesagt.

Die Potsdamer haben sich die gute Laune vom Regen nicht vermiesen lassen. Beim Stadtwerkefest beklatschten sie Newcomer wie John Apart und Namika und sangen bei den Hits von Juli, Silly und Andreas Bourani lautstark mit.

Die Fraktionen SPD und CDU/ANW hatten den Vorstoß damals prinzipiell unterstützt. „Ich fand die Darstellung – sicherer und kleiner – ganz überzeugend“, sagte Babette Reimers (SPD) in der Debatte: „Es muss aber klar gemacht werden, dass es in erster Linie ein Kundenfest ist.“

CDU-Fraktionschef Matthias Finken sagte, „grundsätzlich“ sei gegen einen Eintritt nichts einzuwenden. Aber: „Man könnte über die Häufigkeit des Festes nachdenken.“ Das Event könnte beispielsweise nur alle zwei Jahre stattfinden, erläuterte Finken am Mittwoch, 1. November, auf Nachfrage. Die Grünen wollten die Pläne hingegen nicht unterstützten. Man hätte sich ein neues Konzept in Richtung Stadtfest gewünscht, sagte Fraktionschefin Janny Armbruster.

17.Stadtwerkefest Anfang Juli 2017 im Potsdamer Lustgarten,Taschenkontrolle am Eingang. Quelle: Bernd Gartenschläger

Erklärte Gegner eines kostenpflichtigen Festes waren die Linken und die Fraktion „Die Andere“. „Wir sind für die Variante ,Weiter so!’“, erklärte Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg damals. Eine Änderung könnte aus rechtlicher Sicht problematisch sein, weil die Stadtwerke damit zum kommerziellen Veranstalter würden. Dafür müsste man den Gesellschaftervertrag ändern, so Scharfenberg.

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) sagte seinerzeit, eine Begrenzung der Teilnehmerzahl wäre aber aufgrund der veränderten Sicherheitsanforderungen sinnvoll. Dafür wären Tickets ein gangbarer Weg, was nicht unbedingt einen Eintrittspreis erfordere, so Jakobs.

Von Ildiko Röd

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