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Potsdam Potsdamer Künstler stellt „Abend über Potsdam“ nach
Lokales Potsdam Potsdamer Künstler stellt „Abend über Potsdam“ nach
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00:27 05.11.2018
Abend über Potsdam im Jahr 2018. Die Neuinterpretation des Gemäldes wurde vom Weinberg auf das Dach des Rechenzentrums verlegt. Quelle: Repro: Gartenschläger
Golm

Die Ellenbogen aufgestützt, lehnt André Tomczak von der Fraktion Die Andere auf dem Tisch und trinkt Apfelsaftschorle. Links steht Anja Engel, die Kulturmanagerin des Potsdamer Rechenzentrums. Die anderen Figuren stellen die Filmemacher Kristina Tschesch und Elias Franke sowie Kunstwissenschaftlerin Sophia Pietryga dar. Sie gehören zu einer Initiativgruppe, die sich aktiv um das Vorankommen des Rechenzentrums bemühen.

Mit ihnen hat der Künstler Stefan Pietryga (64) aus Golm das Werk „Abend über Potsdam“ der Künstlerin Lotte Laserstein (1898-1993) nachgestellt. Entstanden ist es auf dem Dach des Rechenzentrums. Laserstein hatte das Original-Bild 1930 zum Ende der Weimarer Republik gemalt. Es zeigt fünf Menschen, die auf einer Dachterrasse sitzen. Die Blicke starr, die Körper eingesackt – das Wissen um die gefährdete Demokratie steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Zu erkennen sind im Hintergrund die Nikolaikirche, die Garnisonkirche und die Peter-und-Paul-Kirche. Laserstein nutzte damals vermutlich eine Terrasse in der Gregor-Mendel-Straße als Kulisse.

Bild zeigt Potsdam im 20.Jahrhundert

Gut zehn Jahre ist es jetzt her, dass Stefan Pietryga dieses Bild zum ersten Mal in der Zeitung entdeckte. Damals ging es um den Verkauf des wiederentdeckten Werks an die Berliner Nationalgalerie. „Ich habe mich über Potsdams Kulturpolitik geärgert, dass wieder ein Werk nach Berlin geht, das hierher gehört. Es ist das zentrale Bild von Potsdam des 20. Jahrhunderts“, erklärt er. So entstand die Idee, es in Originalgröße von zwei Meter Breite und gut einem Meter Höhe zu kopieren und dadurch nach Potsdam zu holen.

Stefan Pietryga in seinem Atelier in Golm: Hier hängen die drei Werke zur Probe. Quelle: Bernd Gartenschläger

Entstanden sind nun gleich drei neu interpretierte Versionen zu Lotte Lasersteins Gemälde. Eine erste Kopie des Originals von 2016, anschließend eine Version in Grautönen und jetzt die soeben erst vollendete Neuschöpfung mit der Nachstellung auf dem Rechenzentrum. Pietryga will damit ein Zeichen setzen. Zu sehen ist beispielsweise im Vordergrund viel Asphalt. „Das habe ich bewusst so gemalt. Es ist ein Bühnenbild und in fünf Jahren gibt es das nicht mehr“, so Pietryga und meint damit die Diskussionen um das Kreativzentrum in der Breiten Straße, das noch fünf Jahre betrieben wird, bis es nach aktueller Beschlusslage abgerissen werden soll. Mit der Nikolaikirche und dem Hotel Mercure an den Rändern zeigt das Bild auch Pietrygas Blick auf Potsdam. Dazwischen ragen Kräne in die Höhe, die für ihn Veränderung symbolisieren. „Die sind alle da, man nimmt sie nur nicht wahr. Die Stadt ist ständig im Wandel“, sagt er.

Seine drei Bilder werden auf einer zehn Meter langen Wand vom 9. November bis 12. Januar 2019 in der Galerie Kunstraum in Frankfurt am Main unter dem Titel „Laternenkinder“ ausgestellt. Denn in der Mainmetropole findet gerade auch die erste große Laserstein-Retrospektive im Städel-Museum statt. Stefan Pietryga möchte aber mit Jutta Götzmann, der Direktorin des Potsdam Museums, prüfen, ob die Installation danach auch in Potsdam gezeigt werden kann.

Von Anne Knappe

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