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Potsdam Sterne-Koch in der Suppenküche
Lokales Potsdam Sterne-Koch in der Suppenküche
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22:43 30.11.2017
Die Suppenküche der Volkssolidarität auf dem Verwaltungscampus feierte ihren 20. Geburtstag. Zur Feier des Tages kochte Sterne-Koch Alexander Dressel für die Gäste. Quelle: Friedrich Bungert
Innenstadt

Es sind Schicksale, die bewegen: So wie das jenes Obdachlosen, der seit 17 Jahren in Berlin unter Brücken übernachtet. Der tagsüber in Potsdam auf den Straßen bettelt. Und der nur im Sozialen Zentrum der Volkssolidarität eine Art Zuhause – eine kleine Heimat – hat.

Rund 1100 Menschen kommen monatlich in den Flachbau auf dem Gelände der Stadtverwaltung – und es werden immer mehr. Donnerstag wurde der Geburtstag im festlich geschmückten Speiseraum begangen. An der Essensausgabe: Sterne-Koch Alexander Dressel vom Hotel „Bayerisches Haus“, der ein Drei-Gänge-Menü zauberte.

Als ein Ort, an dem er neben Essen, einer Dusche und frischer Kleidung auch Menschen findet, die ihm zuhören: der Suppenküche. Rund 1100 Menschen kommen jeden Monat in den Flachbau auf dem Gelände der Stadtverwaltung – und es werden immer mehr. Geöffnet ist das ganze Jahr über, nur am 1. Januar gönnen sich die Mitarbeiter einmal eine Atempause.

Die Suppenküche der Volkssolidarität auf dem Verwaltungscampus Potsdam Quelle: Friedrich Bungert

Donnerstagmittag wurde das 20-jährige Jubiläum der Suppenküche im festlich geschmückten Speiseraum begangen. An der Essensausgabe: Sterne-Koch Alexander Dressel vom Hotel „Bayrisches Haus“, der mit seinem Patissier und seinem Azubis ein Drei-Gänge-Menü zauberte – insgesamt hundert Portionen. Dressel hatte nicht zweimal überlegen müssen, als die Anfrage von Volkssolidarität-Geschäftsführer Dirk Brigmann kam. Vom eigenen Glück etwas zurückgeben – das ist die Devise des Spitzenkochs:„Man muss immer dankbar sein, wenn es einem gut geht und man gesund ist. Und wenn man in der Lage ist zu helfen, dann sollte man es machen.“ Die Kürbiskernsuppe mit Kernöl und gebackenen Garnelenbällchen, gefolgt von geschmortem Schulterscherzel mit gebratenen Serviettenknödeln, Birnenchutney und Petersilienwurzeln, gekrönt von Zimt-Panna-Cotta zum Dessert kam jedenfalls bestens an. „Die Suppe war geil“, sagte ein enthusiastischer Gast zu Dressel.

Sterne-Koch Alexander Dressel mit Suppenküchenchef Peter Müller (l.) dem ehrenamtlichen Helfer Bernd Maaß (vorne links) und Suppenküchen-Gast Harry Jurzitza (r.). Quelle: Friedrich Bungert

Zum Auftakt hatte Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) die Arbeit des Teams von Suppenküchenleiter Peter Müller gewürdigt. Der Landesverband der Volkssolidarität übergab einen Spendenscheck mit 2000 Euro. Das Geld soll für technische Anlagen und neue Möbel verwendet werden. Jakobs erinnerte an die schwierigen Anfänge, als die Einrichtung zunächst ohne die finanzielle Unterstützung der Landeshauptstadt auskommen musste. Bald habe sich aber auch die Stadt „in der moralischen und sozialpolitischen Pflicht“ gesehen, weshalb nun zwei feste Stellen und Anteile von sechs freien Stellen finanziert werden – insgesamt sind das etwa 70 000 Euro pro Jahr, erläuterte Brigmann.

Werden auch weiterhin ihre sommerliche Grill-Tradition pflegen: OB Jann Jakobs (l.) und Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg. Quelle: Friedrich Bungert

Doch der Unterstützungsbedarf wächst, vor allem angesichts der steigenden Zahl der Bedürftigen. Es sind vor allem immer mehr Obdachlose aus osteuropäischen Ländern, die Hilfe suchen. Auch das Thema Altersarmut wird laut Brigmann immer mehr drängender. Trotz der vielen ehrenamtlichen Helfer könnten die gestiegenen Anforderungen bald nur noch schwer zu schultern sein, befürchtet der Volkssolidarität-Chef: „Wenn wir uns etwas wünschen könnten, dann wären das drei zusätzliche feste Stellen“, sagte Brigmann am Rande der Feier.

Die Suppe war geil“, befand ein Gast über die Kürbiskernsuppe mit Kernöl. Quelle: Friedrich Bungert

Dass die Suppenküche seit 2015 wieder auf dem Gelände der Stadtverwaltung – sozusagen im Herzen der Stadt und nicht abgedrängt an ihrem Rand – steht, wurde bei der Jubiläumsfeier sowohl von Jakobs als auch von Linken-Fraktionschef Hans-Jürgen Scharfenberg als besondere Errungenschaft hervorgehoben. Schließlich war dies nach jahrelanger Odyssee keine Selbstverständlichkeit. 2013 hatte man den alten asbestbelasteten Container auf dem Rathaus-Campus kurzerhand abgerissen. Als Übergangsstandort diente das ehemalige Museumsgebäude in der Benkertstraße. „Damals stand der Weiterbestand infrage“, erzählte Friedhelm Lother, der die Einrichtung 14 Jahre lang geleitet hat. Insbesondere die Linken schrieben es sich damals auf die Fahnen, den zentralen Standort zu erhalten.

Hundert Portionen wurden von Alexander Dressel und seinem Team in der Küche kreiert. Quelle: Friedrich Bungert

Zur Suppenküchen-Tradition gehört seit Jahren der gemeinsame alljährliche Grill-Termin von Scharfenberg und Jakobs im Sommer. Gestern versprachen sich die beiden in die Hand, das Ritual auch nach dem Ende von Jakobs’ Amtszeit beizubehalten.

Von Ildiko Röd

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