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Potsdam Wir sammeln Spenden gegen Kinderarmut in Potsdam
Lokales Potsdam Wir sammeln Spenden gegen Kinderarmut in Potsdam
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12:09 24.11.2018
Auch das MAZ-Sterntaler-Sparschwein sammelt Spenden. Die beiden Schüler Arne (8, l.) und Leo (9) von der Awo-Grundschule in Golm geben etwas vom Taschengeld ab. Quelle: Friedrich Bungert
Potsdam

Es gibt unverrückbare Kindheitserinnerungen, die wir Erwachsenen für immer in uns tragen. Eine Kindheit soll reich an schönen Erfahrungen sein, sie prägt uns unser Leben lang. Doch arme Kinder erleben diese Zeit, die so unbeschwert sein soll, anders. Weil ihre Familien sich vieles nicht leisten können, sind sie oft außen vor.

Angela Schweers hat etwas dagegen. Die Vorstandsvorsitzende des Awo-Bezirksverbands Potsdam kämpft seit Jahren gegen Kinderarmut. Mit Hilfe der MAZ-Leser will sie über die Aktion Sterntaler Spenden sammeln, um Kindern, denen es weniger gut geht, zu helfen – und zwar ganz konkret. Das im September eröffneten Büro Kindermut ist der erste Ansprechpartner für Eltern und Kinder, dort landen alle Leser-Spenden.

„Hier gibt es zum Beispiel kostenloses Frühstück oder Hilfe bei Anträgen“, sagt Angela Schweers, „die Eltern sind oft erschöpft von ihrer Situation, sie brauchen etwas Unterstützung.“ Diese Hilfe gibt die Awo gern. Doch sie kann nicht alles abdecken. „Selbst, wenn Sportkurse oder Schulmaterialien gefördert werden, reicht das Geld nicht“, sagt Angela Schweers. In der Praxis kann das bedeuten, dass zwar die Jahresbeiträge für den Fußballverein übernommen werden, die teuren Sportschuhe aber anders finanziert werden müssen.

So können Sie spenden

Bitte spenden Sie an: AWO Bezirksverband Potsdam Verwendungszweck: Sterntaler Deutsche Kreditbank Berlin BIC: BYLADEM1001 IBAN: DE71 1203 0000 0000 4821 09

Spendenquittungen erhalten Sie, sofern Sie Ihren Namen und Ihre Anschrift bei der Überweisung mit angeben.

Haben Sie Anregungen zur MAZ-Weihnachtsaktion? Möchten Sie uns die Geschichte erzählen, die Sie ganz persönlich mit Kinderarmut und dem Kampf dagegen verbindet? Melden Sie sich per Telefon unter der Nummer 0331/2840280 oder auch gern per E-Mail an potsdam-stadt@MAZ-online.de

Beispiele dieser Art gibt es viele. „Ein guter Füller für ein Schulkind kostet vielleicht 20 Euro“, sagt die Awo-Chefin. Für eine Familie, die von Geld aus den sozialen Töpfen leben muss, ist das viel Geld. „Und nun verliert das Kind den Stift oder er geht kaputt, das ist dann eine Katastrophe.“ Auch beim Essen gibt es Probleme. Viele Einrichtungen schließen Kinder davon aus, wenn die Eltern nicht rechtzeitig bezahlen. Angela Schweers macht das wütend. „Es ist am Ende eine Systemfrage“, sagt sie. Eigentlich müssten Stadt, Land und Bund besser zusammenarbeiten, um Kindern und Familien in Not aufzufangen. „In einer wohlhabenden Stadt zu leben, hilft den Kindern nicht.“ Und es betrifft viele. 3500 Kinder leben in Haushalten, die auf Hartz IV angewiesen sind, auch andere Familien in Potsdam kommen kaum über die Runden.

Jeder Euro hilft

Hunger und Einsamkeit, das schlimme Gefühl, nicht dazuzugehören: Es geht bei Kinderarmut nicht nur um die fehlenden schönen Erinnerungen. Ein Leben in Armut ist gefährlich und vererbt sich oft von Generation zu Generation weiter. Aktuellen Studien zufolge leben Kinder in weniger wohlhabenden Familien ungesünder, sie ernähren sich schlechter, machen weniger Sport und zeigen häufiger Verhaltensauffälligkeiten. Und sie lernen das Schwimmen nicht, weil die Kurse zu teuer sind. „Das liegt mir besonders am Herzen, es muss doch unser Ziel sein, dass jedes Kind wenigstens ein paar Züge über Wasser bleiben und nach Hilfe rufen kann“, sagt sie und appelliert: „Wir spielen hier mit dem Leben von Kindern!“

Die MAZ-Spendenaktion Sterntaler sammelt immer zu Weihnachten Geld für diejenigen in unserer Gesellschaft, denen es nicht so gut geht. Und zwar vor der eigenen Tür. In den vergangenen Jahren konnten wir so gemeinsam einen Sinnesgarten für taubblinde Kinder im Babelsberger Oberlinhaus ausbauen, der Garten erhielt eine Rollstuhl-Schaukel. Wir haben mehr als 25.000 Euro für den Kampf gegen Leukämie gesammelt, im vergangenen Jahr dann konnten die MAZ-Leser dem neuen Kinderheim am Stern eine Wohnwand schenken und spendeten sogar noch nach Weihnachten weiter. Immer galt: Es gibt keine zu kleinen Beträge, jeder einzelne Euro hilft und kommt dort an, wo das Geld gebraucht wird.

Die Spenden wird das Büro Kindermut einsetzen, um Schulmaterialien, Schwimmkurse, Sportkleidung und Frühstück zu finanzieren. Die Kinder brauchen Ihre und unsere Hilfe. Lassen Sie uns gemeinsam den Kleinsten schöne Erinnerungen schenken.

Von Saskia Kirf

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