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Potsdam Strandbad Babelsberg wird deutlich kleiner
Lokales Potsdam Strandbad Babelsberg wird deutlich kleiner
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01:16 23.03.2019
Wo heute noch Boot des Seesportclubs stehen, soll ein flacher, moderner Bau entstehen, der gemeinsam von Bootsbesitzern und Strandbad genutzt werden kann. Quelle: Peter Degener
Babelsberg

Das Babelsberger Strandbad wird umziehen und dabei deutlich kleiner werden. Die Stadtverwaltung hat am Dienstagabend im Ausschuss für Bildung und Sport die Ergebnisse der Verhandlungen mit der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) präsentiert.

Ein geplanter Flächentausch zwischen Stadt und Stiftung ergibt dabei, dass die vom Potsdamer Seesportclub und dem Strandbad derzeit genutzte Fläche von 2,4 Hektar auf 1,8 Hektar schrumpfen wird. Das Strandbad nutzt allerdings seit Jahrzehnten Flächen der Schlösserstiftung – dieser Umstand wird durch den Tausch bereinigt.

Der Potsdamer Seesportclub ist genau wie das Strandbad seit Jahrzehnten im Park Babelsberg ansässig. Quelle: Peter Degener

SPSG hat großes Mitspracherecht bei Gestaltung des Neubaus

Die Bestandsgebäude des Seesportclubs und des Strandbads sollen abgerissen werden. An Stelle des Domizils des Sportclubs soll ein ovales Haus errichtet werden, dass dann sowohl dem Club als auch dem Strandbad dienen soll. Bei der Gestalt des etwa 1000 Quadratmeter großen, einstöckigen Hauses wird die SPSG ein großes Mitspracherecht haben.

Statt des Seesportclubs wird hier ein flacherer, kleiner Neubau entstehen. Quelle: Peter Degener

So ist die geplante Lage im Gartendenkmal zwischen von zwei durch die Bestandshäuser bislang gestörten Sichtachsen genau eingegrenzt. Außerdem soll es eine „Ideenkonkurrenz“ zur Fassade geben, das heißt einen beschränkten Architekturwettbewerb, bei dem die Schlösserstiftung Gestaltungsparameter festsetzen darf. Durch die Verlagerung und Verkleinerung des Strandbads hin zur Humboldtbrücke gewinnt die Schlösserstiftung einen Parkbereich zurück und kann einen historischen Weg entlang des Ufers rekonstruierten.

Dieser Bereich des Strandbads Babelsberg wird wieder Teil des Parks. Die künftige Liegewiese wird nicht nur kürzer, sondern auch schmaler als heute sein. Quelle: Peter Degener

2022 könnte das neue Strandbad eröffnen

Wann Abriss und Neubau erfolgen sollen, ist noch unklar. Zuletzt hieß es im September, dass das neue Strandbad im Jahr 2022 eröffnet werden könnte. Damals wurden die Kosten für die Verlagerung des Strandbads und den Neubau auf etwa 3,6 Millionen Euro geschätzt.

Eine wichtige Nachricht für die Nutzer: „Eine Betriebspause des Strandbades ist aus Sicht der Landeshauptstadt und der Bäderlandschaft Potsdam GmbH nicht notwendig, da der Neubau außerhalb des heutigen Strandbades errichtet wird“, teilte die Stadt am Mittwoch auf Anfrage mit. Das Strandbad Babelsberg erfreute sich im letzten Sommer größter Beliebtheit und konnte im langen Sommer seine Nutzerzahlen gegenüber 2017 auf 68 000 Badegäste fast verdoppeln.

Die Baracke des Strandbads wird ebenfalls abgerissen. Quelle: Peter Degener

Für das Poetenpack soll es auch eine Lösung geben

Die Beigeordnete für Kulturbeigeordnete Noosha Aubel sagte im Ausschuss, dass auch für den Sportverein Concordia Nowawes weiterhin eine Umkleide zur Verfügung steht. Schon heute darf der Verein das Haus des Seesportclubs nutzen, da in einiger Entfernung auch der Fußballplatz Nowawiese liegt, der keinen eigenen Sanitärtrakt hat. Auch für das Poetenpack-Theater steht laut Aubel „eine neue Lösung in Aussicht“. Das Poetenpack nutzt Teile des Seesportclubs als Lager und hat dort auch schon geprobt.

Bis zum November 2019 soll die endgültige Einigung über den Grundstückszuschnitt und den Flächentausch erfolgen und den Stadtverordneten vorgelegt werden.

Kommentar zum kleineren Strandbad – an anderer Stelle entlasten!

Von Peter Degener

Wenn man am Strandbad Babelsberg vorbeispaziert und ans Ende des Zauns kommt, der die Liegewiese einschließt, erreicht man – eine weitere Liegewiese. Die ist zwar illegal und von der Schlösserstiftung nicht einmal geduldet, aber da ist sie eben doch. Entlang des Ufers vom Tiefen See reihen sich weitere Uferbereiche, die im Sommer belagert werden und durch zurückgelassenen Müll dem Welterbe schaden.

Das Strandbad wird nun verlegt, der Zaun endet etwas früher. Die alte eingehegte Liegewiese wird dann wohl kaum als Gartendenkmal respektiert, sondern künftig quasi illegal genutzt und der Schilfbereich am Ufer, der heute noch Teil des Strandbads ist, wird stärker leiden als zuvor.

Ein geschrumpftes Strandbad bei zunehmenden Besucher- und Einwohnerzahlen funktioniert nicht. Eine Abkehr von dieser Entscheidung wird es wohl kaum noch geben. Umso wichtiger, dass die Entlastung schnell anderswo erfolgt – zum Beispiel an der Pirschheide.

Von Peter Degener

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