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Potsdam Straßenmusikanten in Potsdam
Lokales Potsdam Straßenmusikanten in Potsdam
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08:24 11.07.2013
Das rumänische Trio Formatia Gipsy Casueal kommt dreimal dieWoche zur Straßenmusik in die Brandenburger Straße. Quelle: BERND GARTENSCHLÄGER
Potsdam

Im Sommer werden Städte wie Potsdam zur Open-Air-Bühne vieler Musiker. Vom Operngesang bis zur Popmelodie – der Musik sind keine Grenzen gesetzt. Und irgendwann fragt sich der Passant: „Kann ich mich auch mit meiner Blockflöte auf die Straße stellen und mir was dazu verdienen?“ Doch ganz so einfach ist es nicht.

Um ihr Urlaubsgeld auf der Straße verdienen zu können, müssen Musiker eine Bescheinigung zur Sondernutzung des Straßenlandes bei der Unteren Straßenverkehrsbehörde beantragen, wie Rathaussprecher Jan Brunzlow erklärt. Für die Nutzung müssen dann aber keine Gebühren entrichtet werden. Welche Instrumente zum Einsatz kommen, was gespielt wird, ist egal. Hauptsache die Kunst wird ohne elektronische Verstärker ausgeübt. Die Regelungen bezieht sich nicht nur auf die Brandenburger Straße sondern im Allgemeinen auf öffentliche Anlagen und Verkehrsflächen.

Wer kennt das nicht? Plötzlich steht sie da – man hatte sie schon von weitem gehört – eine Sängerin, die haargenau wie Anna Netrebko klingt. Die Pause ist nur kurz und der Hunger groß, aber diese Stimme ist unglaublich. Der knurrende Magen gibt keine Ruhe und die Gute wird ja wohl kaum davonlaufen. Also doch erstmal los zum Dönermann. Mit dem Mittagessen in der Hand eilt man zurück zur Straßenecke und hat das Netrebko-Double – wie sollte es anders sein – verpasst.

Rathaussprecher Brunzlow hat für das plötzliche Verschwinden der Straßenmusikantin eine Erklärung . „An einem Standort darf maximal 30 Minuten musiziert werden“, sagt er. Danach müsse ein neuer Platz, der mindestens 300 Meter entfernt liegt, genutzt werden. Unter den Straßenmusikern gibt es Regeln, die das freundliche Miteinander betreffen. „Wir müssen Pause machen, wenn ein paar Meter neben uns schon jemand spielt“, erklärt Martyna Piwonska. Die regeln der Stadt seien für sie okay. Andernorts, so zum Beispiel in München, ist geregelt, wie oft ein Musiker in der Woche spielen darf. Zusätzlich wird sogar vorgeschrieben, welche Instrumente nicht gespielt werden dürfen.

Von Franziska Maria Schade

Beethoven ohne Noten

Ionut Scriparu Quelle: SCHADE

Der junge Rumäne Ionut Scripcaru verbringt seit drei Jahren seine Sommer in Brandenburgs Landeshauptstadt. Im November geht er wieder zurück in seine Heimatstadt Iasi und verbringt den Winter mit seiner Familie.

Auf seinem Keyboard spielt er Werke von Beethoven und Chopin. „Ich habe mir das Klavierspielen selbst beigebracht und kann deshalb auch keine Noten lesen“, erzählt Scripcaru in brüchigem Englisch.

Er erklärt, dass es im heimatlichen Iasi nicht erlaubt ist, auf der Straße zu musizieren. „Ich lebe für die Musik und finde es toll mein Geld hier so verdienen zu können“, sagt er. Potsdam habe er ausgewählt, weil ihm „die Menschen gefallen“, so Scripcaru. „Sie sind sehr hilfsbereit, zivilisiert und vielen“, das weiß er ganz sicher, „gefällt meine Musik sehr gut“.

fms

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Opernhafte Ferienarbeit

Joanna Dubiele Quelle: Schade

Die Polinnen Martyna Piwonska, Joanna Dubiele und Zofia Dubiele bereichern die Brandenburger Straße mit Opernmusik. Joanna Dubiele und Martyna Piwonska studieren Operngesang in Warschau. Dubieles kleine Schwester Zofia begleitet die beiden auf einem Keyboard.

„Unsere erste Ferienwoche verbringen wir hier und verdienen Geld für die restlichen Tage“, erzählt Piwonska. Sie wird den Rest ihrer Ferien in Kroatien verbringen, während die Dubiele-Schwestern wieder zu ihren Eltern nach Warschau zurückkehren.

„Hier trifft man viele gute Musiker. Das geht in Polen kaum“, erzählt Piwonska. Die jungen Frauen haben zweistimmige Stücke vorbereitet, darunter mehrere Versionen des „Ave Maria“. Martyna singt den tiefen Alt und Joanna den hohen Sopran.

fms

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Geld spielt keine Rolle

Sergey Onischenko Quelle: Schade

Yasenski Kiryl und sein Freund Sergey Onischenko sind hauptberuflich Musiker. Sie verbringen die erste Woche ihres Urlaubs in Berlin und Potsdam. „Wir spielen bald noch ein Klassik Open Air-Konzert mit einer befreundeten Philharmonie in Berlin“, erzählt Kiryl. Er ist Violinist im weißrussischen staatlichen Synfonieorchester.

Der Kontrabassist Sergey Onischenko arbeitet als Musik-Dozent an einer Hochschule. Beide hoffen, in Deutschland junge Musiker zu treffen, die auch klassische Instrumente beherrschen, so der Violinist.

Auf der Brandenburger Straße spielen sie klassische Stücke, wie zum Beispiel Pachelbels Kanon. „Uns ist es nicht so wichtig Geld zu verdienen. Wir möchten lieber sehen, wie die Leute lächeln und unsere Musik genießen“, sagt der Mann mit der Violine.

fms

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BWL und Cohens „Hallelujah“

Vitalii Doroschenko Quelle: Schade

Vitalii Doroschenko studiert seit zwei Jahren Betriebswirtschaftslehre (BWL) in Frankfurt (Oder). Zweimal in der Woche fährt er mit dem Zug nach Potsdam, um in der Brandenburger Straße zu musizieren.

Bei vier bis fünf Stunden Spielzeit ersetzen ihm die Einnahmen einen Nebenjob. Er hat vorher in der Universität und einem Hotel gejobbt. „Aber das hier ist viel besser“, sagt der 26-Jährige.

Während er Leonard Cohens „Hallelujah“ singt, wirft so mancher Passant eine Münze in seine Gitarrentasche. Auch im Winter steht er regelmäßig mit der Gitarre auf der Straße, dann aber nur für zwei Stunden mit Pause. „Ich mag Potsdam sehr“, sagt Doroschenko. „Es gibt viele nette Touristen und die Atmosphäre ist toll.“ fms

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