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Potsdam Entwurf für Johan-Bouman-Platz durchgefallen
Lokales Potsdam Entwurf für Johan-Bouman-Platz durchgefallen
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17:36 06.05.2015
An den Rewe-Komplex (vorn) schließen sich ein Parkplatz und der zweigeteilte Johan-Bouman-Platz an, links oben das Seniorenzentrum mit Penny und Rossmann, rechts das Stadthaus mit Café und Läden. Quelle: Foto :ECPE
Bornstedter Feld

Das Neubaugebiet rings um den Buga-Volkspark im Potsdamer Norden hat keine Mitte, kein Zentrum. Das soll nach dem Willen der Stadt anders werden und am Rande des Viertels der Johan-Bouman-Platz diese Aufgabe bekommen. Doch die Entwürfe der Architekten dazu sind am Dienstag bei einer Bürgerversammlung in den Räumen des Entwicklungsträgers Bornstedter Feld (ETBF) komplett durchgefallen. Zu steril und bar jeder Aufenthaltsqualität sei der Platz, hieß es, gar nicht als Platz zu erkennen und eine reine „Durchmarschfläche“ zum Rewe-Supermarkt und dem neu zu bauenden Penny-Discountableger von Rewe.

Entworfen wurde der etwa 50 mal 60 Meter große Platz vom Landschaftsarchitekturbüro Stephan Haan aus Berlin im Auftrag des Berliner Projektentwicklers Egenter & Cziska, der das umliegende Areal zwischen Ludwig-Boltzmann-Straße, Erich-Mendelsohn-Allee und David-Gilly-Straße für 25 Millionen Euro bebaut. Geschaffen wird der Platz aber von der Stadt oder ihrem örtlichen Treuhänder, dem Entwicklungsträger Bornstedter Feld.

Der Johan-Bouman-Platz liegt in der „rechten, unteren Ecke“ des Gebietes hinter dem Rewe-Penny-Komplex, der an die Pappelallee anschließt. Der zu klein gewordene Rewe-Markt baut um und nimmt den eigenen Penny-Markt als Getränkemarkt dazu. Penny zieht ins Erdgeschoss eines neu zu bauenden, kantigen Hufeisen-Gebäudes mit vier Stockwerken, in das unten Penny, Rossmann, Takko und K+K-Schuhe einziehen. In den oberen drei Etagen kommt das Seniorenzentrum „Luisengarten“ unter mit 78 Zimmern und 18 betreuten Wohnungen, betrieben vom Landesausschuss für innere Mission (Lafim). Ein weiterer hufeisenförmiger Bau mit auffallenden sechs Stockwerken entsteht daneben als Dominante im Kiez; es birgt im Erdgeschoss eine Apotheke, einen Optiker, kleine Läden und ein Café, das sich zum Platz hin öffnen soll. Die 2- bis 3-Raum-Wohnungen kann man kaufen oder mieten.

Der Johan-Bouman-Platz sollte nach dem Wunsch der Architekten dasselbe bunte Rechteck-Betonpflaster bekommen wie gleich daneben ein großer Autoparkplatz mit 131 Stellplätzen, geteilt von Bäumen, nicht von Bornsteinen. Damit der Bouman-Platz aber keine weitere reine Pflasterfläche wird, hatten die Planer ihn mit einer 45 Zentimeter hohen, diagonalen „Wand“ aus Corten-Stahl geteilt, der anrostet, aber nicht weiterrostet. Hinter dem Stahlband hätte es einen terrassenförmigen Hügel mit Bäumen und einem kleinen Spielplatz gegeben. Die Bürger bezweifelten am Dienstag jedoch, dass der Berg kindersicher genug ist und fürchten, dass der freie Platz daneben leer und leblos bleibt. Gefordert wurde, ihn ringsum mit Bäumen zu fassen und womöglich einen Springbrunnen zu errichten, um den Platz als solchen erlebbar zu machen. Auch eine Nutzung als zeitweiliger Wochenmarkt wurde angeregt. Weil mit dem Architektenentwurf keiner der Bewohner einverstanden war, beschloss man einen „landschaftsplanerischen Realisierungswettbewerb“, an dem sich mehrere Büros beteiligen können. Eine Fachjury würde dann drei Sieger küren.

Wie teuer der Johan-Bouman-Platz werden darf, sagt der städtische Baukonzern Pro Potsdam als „Herr“ des Entwicklungsträgers nicht , doch versichert Geschäftsführer Horst Müller-Zinsius, dafür werde es genügend Geld geben; der Platz sei wichtig für das Viertel.

Von Rainer Schüler

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