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Potsdam Kein Bett – Studentenwerk schafft Notunterkünfte für Studis in Potsdam
Lokales Potsdam Kein Bett – Studentenwerk schafft Notunterkünfte für Studis in Potsdam
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08:10 13.07.2019
Studenten warten im Oktober 2018 auf die Vergabe der letzten freien Wohnungen des Studentenwerks. Quelle: Bernd Gartenschläger
Potsdam

Das Studentenwerk plant temporäre Notunterkünfte für Studierende zum Beginn des Wintersemesters. Es sollen Gemeinschaftsräume in bestehenden Wohnheimen kurzzeitig für eine kleine Zahl an wohnungssuchenden Studenten mit Hilfe von Feldbetten umgenutzt werden.

Der Geschäftsführer des Studentenwerks Potsdam, Peter Heiß, hat die Pläne in dieser Woche im Senat der Universität Potsdam vorgestellt und am Freitag der MAZ bestätigt. Auch das nächtliche Warten bei der Vergabe der letzten Wohnheimplätze in den Geschäftsräumen des Studentenwerks soll der Vergangenheit angehören, kündigte er an.

Wohnungsnot zwingt zu besonderer Maßnahme

„Wir werden Notunterkünfte für zehn bis 20 Studenten einrichten. Keiner findet das erstrebenswert und es ist nur ein kleiner Beitrag. Doch bei der allgemeinen Wohnungsnot gibt es Studenten, die besonders schlimm dran sind. Sie haben zwar einen Schlafplatz in greifbarer Nähe, wenn sie aber bei Semesterbeginn doch nicht versorgt sind, würden Sie ihr Studium aufgeben müssen. Solche Fälle hat es in der Vergangenheit schon gegeben“, erklärt Heiß. Details zu den Unterkünften könne er erst nach der Sommerpause nennen.

Not-Schlafplatz für höchstens zwei Wochen

„Wir haben das noch nie gemacht und werden bei anderen Studentenwerken anfragen, welche Erfahrungen es gibt“, so Heiß. Fest steht: Gemeinschaftsräume in bestehenden Wohnheimen, die auch eine sanitäre Ausstattung haben, sollen für höchstens zwei Wochen genutzt werden. Da es kein offizieller Wohnraum ist, „wäre alles andere baurechtlich nicht möglich“. Die Plätze sollen kostenfrei oder gegen einen kleinen Obolus vergeben werden. Wie die Plätze vergeben werden, ist noch ungeklärt.

Asta begrüßt Angebot, fordert aber mehr Wohnheimplätze

Die Studierendenvertretung Asta ist über die Notunterkunfts-Pläne des Studentenwerks informiert und unterstützt diese grundsätzlich. „Natürlich wollen wir, dass Studenten normal in Wohnheimen unterkommen. Aber bei der akuten Wohnungsnot sind solche Maßnahmen nötig“, erklärt Lea Nietfeld, die sozialpolitische Referentin des Asta.

Kilian Binder, studentischer Vertreter im Senat der Universität, sagt: „Wir heißen alle Bemühungen des Studentenwerks gut, besser wären aber anständige Wohnheimplätze.“ Es komme dem schnellen Wachstum der Hochschule nicht hinterher. „Die Bilder vom Tag der freien Vergabe der letzten Wohnheimplätze haben gezeigt, dass sich etwas ändern muss“, sagt Binder.

Tag der freien Vergabe von Wohnungen im Potsdamer Studentenwerk. Quelle: Bernd Gartenschläger

Das sieht auch Peter Heiß so. Regelmäßig haben Studierende in den vergangenen Jahren kurz vor Studienbeginn im Oktober im Treppenhaus der Geschäftsräume des Studentenwerks im Potsdam-Center am Hauptbahnhof ausgeharrt und geschlafen, um einen der Restplätze in den Wohnheimen zu ergattern. „Wir müssen dort bis Oktober einen anderen Weg finden, damit solche Übernachtungsaktionen nicht mehr nötig werden“, sagt Heiß.

Wohnheim-Neubau in Golm soll pünktlich fertig sein

Zugleich prüft das Studentenwerk, wo aus großen Einzelzimmern Doppelzimmer gemacht werden können. „Beim Wohnheim-Neubau in Golm ist das von Beginn an fest vorgesehen. Dort wird es 40 Doppelzimmer-Apartments geben, sodass wir insgesamt 308 zusätzliche Plätze anbieten können.“ Der Golmer Bau soll rechtzeitig zum Wintersemester fertig werden. „Es gibt keinen Zeitpuffer mehr, aber noch liegen wir im Plan“, sagt Heiß. Künftig kann das Studentenwerk dann 2545 Wohnheim-Plätze vergeben kann. Es studieren aber über 25.500 Menschen an Uni, Fachhochschule und Filmuniversität.

Plan für Wohnheim in der Innenstadt

Wie sich die Wohnungssituation für Studenten langfristig verbessern soll, ist unklar. „Derzeit ist in Potsdam kein weiteres Bauprojekt von uns in konkreter Planung“, sagt Heiß. Für ein weiteres Wohnheim hofft Heiß auf eine Parzelle neben der Stadt- und Landesbibliothek am Platz der Einheit.

Studenten errichteten im Juni ein Protestcamp auf dem Platz der Einheit. Quelle: privat

Die Stadtverwaltung bestätigt auf Anfrage, dass an dieser Stelle bei der Ausschreibung des Block IV der Potsdamer Mitte „ein Grundstück mit dem Ziel, studentischen Wohnraum zu errichten“, vergeben werden soll. Das soll im Laufe des Jahres 2020 geschehen. Auch auf Landesebene hat sich mittlerweile etwas getan: „Wir freuen uns, dass studentischer Wohnungsbau seit kurzem in Programmen zur sozialen Wohnbauförderung des Landes verankert ist. Es gilt nun zu prüfen, inwiefern sich diese Programme für unsere spezifischen Neubau- und auch Sanierungsprojekte anwenden lassen“, erklärt Heiß.

Von Peter Degener

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