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Potsdam So minimieren Sie das Darmkrebsrisiko
Lokales Potsdam So minimieren Sie das Darmkrebsrisiko
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14:54 15.10.2014
Die Studie besagt, dass man möglichst viel Gemüse essen sollte.
Die Studie besagt, dass man möglichst viel Gemüse essen sollte. Quelle: Peter Kneffel
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Rehbrücke

Eine gesunde Lebensweise, der Verzicht auf Nikotin und das eine oder andere Gläschen sowie ein Körpergewicht ohne übermäßige Pfunde können das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken zum Teil um mehr als ein Drittel mindern. Dies ist das Ergebnis einer europäischen Langzeitstudie mit über 347.000 weiblichen und männlichen Erwachsenen, die jetzt von Wissenschaftlern des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (Dife) in Potsdam-Rehbrücke veröffentlicht wurde. „Wie die Ergebnisse zeigen, verringert sich das Darmkrebsrisiko umso mehr, je mehr man etwas für seine Gesundheit tut“, sagt Krasimira Aleksandrova, die Erstautorin der Studie vom Dife.

Die Daten haben demnach ergeben, dass durch eine gesunde Lebensführung bis zu einem Fünftel der Darmkrebs-Neuerkrankungen bei Männern letztlich sogar vermeidbar wäre. Bei Frauen sind es elf Prozent. Die Daten stammen aus der sogenannten Epic-Studie, in deren Rahmen vom Dife und anderen europäischen Instituten Hunderttausende Teilnehmer über Jahre in ihrer Lebensführung und dem Auftreten von Krankheiten beobachtet wurden.

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Nach Angaben der Internationalen Agentur für Krebsforschung erkranken weltweit 746000 Männer und 614000 Frauen jährlich an dieser Krankheit. Besonders oft kommt dieser Krebs in Ländern mit westlichem Lebensstil vor. Dies legt nach Dife-Angaben den Schluss nahe, dass das gehäufte Auftreten mit Merkmalen der westlichen Lebensart verbunden ist.

Neu an der Studie ist, dass sie erstmals die kombinierten Effekte von fünf gesundheitsfördernden Lebensstilmerkmalen auf das Darmkrebsrisiko in einer europäischen Bevölkerungsgruppe untersucht hat.

Im Detail wurden folgende Merkmale als risikosenkend eingestuft:

  • Nichtraucher zu sein,
  • Alkohol nur moderat zu trinken,
  • ein normales Körpergewicht zu haben (bei Frauen ein Taillenumfang von weniger als 80 und bei Männern weniger als 94 Zentimeter),
  • körperlich aktiv zu sein sowie
  • sich gesund zu ernähren.

Bei der Studie bedeutete dies, möglichst viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, reichlich Nüsse und Same, ausreichend Fisch und Joghurt, aber wenig rotes Fleisch und Wurstwaren zu essen. Dabei zeigte die Untersuchung, dass mit der Anzahl erfüllter Faktoren sich auch das Erkrankungsrisiko verringerte. Studienteilnehmer, die zwei der gesundheitsfördernden Merkmale aufwiesen, hatten demnach gegenüber dem Normalmaß ein um 13 Prozent verringertes Risiko. Wiesen die Teilnehmer drei der untersuchten Faktoren auf, sank es um rund ein Fünftel. Bei vier Merkmalen waren es 34 und bei allen fünf sogar 37 Prozent.

„Das Umsetzen dieses Wissens in gesellschaftlich aktiv unterstützte Präventionsstrategien könnte wesentlich dazu beitragen, ein frühes und häufiges Auftreten dieser Krebsform zu vermeiden und damit viel persönliches Leid zu verhindern“, zieht Heiner Boeing, der Leiter der Potsdamer Epic-Studie ein Fazit.

Von Gerald Dietz

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