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Potsdam Subway to Sally im Einsatz gegen Leukämie
Lokales Potsdam Subway to Sally im Einsatz gegen Leukämie
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15:26 15.12.2016
Subway to Sally beim Wattestäbchen-Konzert im Proberaum. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

An alle, die es laut mögen: Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll war gestern. Ab sofort heißt es Wattestäbchen and Rock ’n’ Roll! Subway to Sally machen’s vor. Die von Potsdam ausgesandten Herolde des Mittelalter-Rocks haben sich für die Deutsche Stiftung gegen Leukämie typisieren lassen und rufen ihre Fans auf, es ihnen gleich zu tun.

Ein grauer Mittwochvormittag in einem Gewerbegebiet am Rande der Stadt. Speditionen haben hier ihren Sitz, Tischler, Glaser Versorgungstechniker – und die tonangebende Mittelalter-Band der Republik. In einer gemütlich hergerichteten Lagerhalle proben Subway to Sally für die „Eisheilige Nacht“, ihren traditionellen Jahres-Kehraus. Vorm Schrammeln wird jetzt aber erst mal im Gleichtakt geschrubbelt: Gisela Otto, die Vorsitzende der Deutschen Stiftung gegen Leukämie, der die MAZ-Weihnachtsaktion zugute kommt, bittet die Musiker um einen Wangenschleimhautabstrich – klingt merkwürdig, ist aber simpel und kann vor allem Leben retten.

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Die Musik der Sallys, wie sie die Band nennt, hat Gisela Otto zwar noch nie gehört – über die Bandmitglieder aber nur Gutes. „Der Designer Sebastian Bauersfeld, der er uns seit Beginn unserer Arbeit, also seit 20 Jahren, jederzeit mit Rat und Tat zur Seite steht – zuverlässig und völlig uneigennützig –, hat den Kontakt hergestellt“, sagt Gisela Otto. Bauersfeld wiederum ist der Nachbar von Michael „Bodenski“ Boden, Mitgründer, Gitarrist und Texter der Sallys. „Er hat mich auf die Stiftung und ihre Arbeit aufmerksam gemacht“, so Bodenski. „Ich wollte mich schon seit Langem typisieren lassen, habe es aber immer wieder aufgeschoben.“ Wann also, wenn nicht jetzt, ist die beste Gelegenheit, das Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen? Er brauchte die Bandkollegen nicht lange bitten, ob sie mit von der Partie sind, sagt Bodenski. „Alle waren direkt dabei.“

Die Vorsitzende der Deutschen Stiftung gegen Leukämie, Gisela Otto, hat die Musiker im Proberaum besucht. Quelle: Bernd Gartenschläger

Leichte Anspannung liegt in der Luft. Noch diese Woche geht’s auf „Eisheilige Nacht“-Tour mit Konzerten in Gießen, Dresden und Filderstadt, im schweizerischen Pratteln, in Bochum, Würzburg und Bielefeld, in Bremen und natürlich in Potsdam. Unterstützt werden die Sallys in diesem Jahr von Eluveitie, Lord of the Lost und Vroudenspil – und wer weiß, vielleicht wird in dieser illustren Runde Backstage noch weiter für die Deutsche Stiftung gegen Leukämie geschrubbelt? – Aber bitte kräftig! Gisela Otto erklärt zwischen Gitarre, Mikrofon und Drehleier, wie’s geht – sie ist eben nicht nur Chefin der Stiftung, sondern durch und durch auch Lehrerin. Also aufgepasst und den Mund ganz weit aufgemacht! Das Wattestäbchen 15 Sekunden an der linken Wangeninnenseite reiben – „aber bitte mit einer schön druckvollen Drehbewegung, dass wir auch genügend Zellen erwischen“ – und das Gleiche auf der rechten Seite wiederholen. Das Wattestäbchen dann zurück ins Plastikröhrchen stecken, verschließen, fertig.

Kinderleicht ist das, aber keinesfalls auf die leichte Schulter zu nehmen, wie Gisela Otto stets betont. Das Schlimmste, das einem Leukämiekranken nämlich passieren kann, ist, dass der passende Stammzellenspender im entscheidenden Augenblick einen Rückzieher macht. Zwar steht in den Sternen – oder viel mehr in den Genen –, ob einer der „Subway to Sally“-Musiker jemals für den Ernstfall angefordert wird. Sie haben sich aber dennoch informiert, wie eine Knochenmarkspende abläuft und geben im Proberaum ihr Rocker-Ehrenwort, dass Kneifen keine Option ist. „Das steht völlig außer Frage, wenn ich jemandem das Leben retten kann“, sagt Bodenski. „Es gibt keinen Grund, nicht zu spenden! Das werden wir auch unseren Fans sagen.“

Sieben mal Hoffnung auf Heilung: Wer sich wir die Musiker von Subway to Sally als Stammzellenspender bei der Deutschen Stiftung gegen Leukämie registrieren lässt, kann Menschenleben retten. Quelle: Bernd Gartenschläger

Auf deren Rückendeckung setzen die Musiker. „Wir hoffen, dass es nicht nur bei uns sieben bleibt und sich möglichst viele für die Deutsche Stiftung gegen Leukämie typisieren lassen“, so Bodenski. „Irgendwie ist man ja auch ein bisschen Vorbild“, ergänzt Eric Fish. Der Sally-Sänger bekennt sich dazu, „das Herz eines Weltverbesserers“ zu haben. Seit Jahren schon spende er für Arche Nova, eine Hilfsorganisation, die in Krisengebieten Brunnen bohrt, die Trinkwasserqualität kontrolliert, Wasserversorgungssysteme repariert und aufbaut und noch vieles mehr für Menschen in Not auf die Beine stellt. Fish unterstützt außerdem ein Patenkind in Äthiopien. Auch Bandkollege Simon Levko setzt sich gegen Kinderarmut ein und ist zudem Fördermitglied bei Greenpeace... Die Liste der guten Sally-Taten lässt sich fortsetzen. „Natürlich hat Helfen oft auch etwas mit Geld zu tun“, sagt Fish. „Wir tun, was wir können. Man kann aber auch ganz ohne großen Aufwand etwas Gutes tun. Eine Typisierung tut nicht weh und nimmt nicht viel Zeit in Anspruch. Wer sich bei der Deutschen Stiftung gegen Leukämie registrieren lässt, kann ganz einfach Leben retten.“

Übrigens: Die „Eisheilige Nacht“-Tour feiert am 30. Dezember in der Potsdamer Metropolishalle großes Finale. Karten für 40,25 Euro sind in der MAZ-Ticketeria im Media-Store (Friedrich-Ebert-Straße 85/86), in der Pyramide (Friedrich-Engels-Straße 24) und im Stern-Center zu haben.

MAZ-Weihnachtsaktion steuert auf 15000 Euro zu

Weitere Leserinnen und Leser haben sich an unserer Spendenaktion zugunsten der Deutschen Stiftung gegen Leukämie beteiligt. Folgende Spenden gingen auf dem Konto ein:

Sibylle Baumgart 50 Euro, Adele Daily 50 Euro, Sabine Strozyk 50 Euro, Christine Jaeckel 100 Euro, Wilhelm Ernst 50 Euro, Gisela und Herbert Wessel 30 Euro, Jürgen Partzsch 50 Euro, Hartmut Langner und die Löwen-Apotheke in Potsdam 250 Euro, Peter und Undine Wettermann (Nuthetal) 100 Euro, Jürgen und Beate Rose 50 Euro, Christina Konzack 20 Euro, Evelyn Buchinger 20 Euro, Funk & Fernsehen Ralf Pohl (Potsdam) 50 Euro. Herzlichen Dank!

Wir sammeln weiter! Schaffen wir gemeinsam 15000 Euro? Das wären die Laborkosten für 300 Typisierungen. Eine Typisierung kostet 50 Euro.

Das Spendenkonto:

Deutsche Stiftung gegen Leukämie

Mittelbrandenburgische Sparkasse

IBAN: DE 25 160 500 00 1000 01 49 12

BIC: WELADED 1PMB 

Stichwort: MAZ-Weihnachtsaktion

Von Nadine Fabian

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